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Eintracht Braunschweig – Erzgebirge Aue (17.02.17)

Ich hatte es kommen sehen. Nachdem im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark bereits die vorherigen Versuche für ein erstes Pflichtspiel im laufenden Jahre allesamt der Witterung zum Opfer fielen, traf es nun auch das Derby. Und nein, damit meine ich nicht das grosse Stadtduell sondern das Rencontre zwischen dem BFC Dynamo und Herthas zweiter Mannschaft. Sprich der Ex-Stasiclub gegen die Jungspunde aus dem Berliner Westen. Schade, denn eigentlich hätte diese Partie so gut in den Plan für das Wochenende gepasst.

Der Anlass dazu bot wieder einmal ein Städtetrip in Begleitung meines Vaters. Schliesslich zeigte er sich auch mit der Alternative Braunschweig einverstanden und somit stand kurz nach der Absage beim BFC wider Erwarten bereits ein veritabler Ersatz bereit. Restkarten gab es derart spontan glücklicherweise auch noch zu erschwinglichen Preisen, sodass der nachmittäglichen Zugfahrt nach Braunschweig nichts mehr im Wege stand.

Die Eintracht kämpft auch in der laufenden Spielzeit wieder um den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse, wobei der Verein für mich irgendwie einfach nicht unbedingt dorthin gehört. So ganz erklären kann ich diese Abneigung nicht, vielleicht liegt es aber daran, dass ich den Verein einfach zu unattraktiv finde. Oder ist es eben doch wegen der Fanfreundschaft zum FC Basel? Um den Aufstiegsambitionen gerecht zu werden, muss am heutigen Abend gegen das Sorgenkind aus dem Erzgebirge unbedingt ein Sieg her. Diese werden von gut dreihundert mitgereisten Anhängern lautstark unterstützt. Nahe den Gästen sitzend, vermögen die Supportbemühungen aus den Reihen der Heimfans, angekurbelt durch das Stimmungszentrum in der rechten Ecke der Kurve, nicht recht zu uns herüberdringen und auch die Spieler scheinen sie nicht sonderlich positiv zu beeinflussen. Sie liefern einen desolaten Auftritt ab und kommen in der beissenden Kälte nicht über ein mageres 1:1 Unentschieden hinaus. Im Gegenteil, in den Schlussminuten hatte der Ex-St. Galler Bunjaku im Dienste von Wismut Aue sogar den Siegtreffer auf dem Fuss. Immerhin bleibt so den 19’630 Zuschauern rund um die blaue Laufbahn im Eintracht-Stadion der magere Punkt als dürftige Entschädigung fürs Kommen.

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23. März 2017