Groundhopping

PSIM Jogjakarta – Persewar Waropen (29.07.19)

Eine Zweitligapartie an einem unscheinbaren Montagnachmittag mimt den ersten Berührungspunkt mit dem Erzrivalen von Sleman. Austragungsort ist das Stadion Sultan Agung zu Bantul, einige Kilometer südlich von Jogjakarta gelegen.

Der Bezirk Bantul stellt normalerweise selbst ein Team in der dritten Liga, hat es dieses Jahr aufgrund finanzieller Schwierigkeiten aber versäumt, sich rechtzeitig für den Spielbetrieb anzumelden. So sind nun PSIM Jogjakarta zusammen mit dem Erstligisten Kalteng Putra aus Borneo (!) dankbare Nutzer des Exils. Beide haben jedoch eine baldige Rückkehr ins renovierte respektive neue Stadion zum Ziel.

Zum Anpfiff ist erst ein Bruchteil der offiziellen Zahl von 5’535 Zuschauer im Stadion. Sie sehen ein Gästeteam, das ihren Lieblingen körperlich deutlich überlegen ist. Optisch erinnert mich die Mannschaft von Persewar Waropen eher an eine aus Zentralafrika, als aus der Provinz Papua auf Neuguinea. Zum Glück für die Gastgeber sind sie spielerisch jedoch arg beschränkt unterwegs. Bis zum Ende der ersten Hälfte kann der Favorit daraus keinen Profit schlagen.

Im zweiten Abschnitt wird das Spiel ruppiger. Dass die Regeln in Indonesien etwas anders ausgelegt sind, zeigt die Tatsache, dass ein Gästeakteur für eine Blutgrätsche mit anschliessendem Wegschlagen des Balles lediglich die gelbe Karte sieht. Ein Elfmeter zum 1:0 bringt in der Schlussphase schliesslich die Entscheidung zugunsten der Blau-Weissen – notabene der vierte Penalty für das Heimteam in meinem vierten Spielbesuch hier. Nach Spielschluss geht es drunter und drüber. Ein über die Leistung des Unparteiischen aufgebrachter Spieler der Gäste zeigt den Heimfans den Mittelfinger, was diese mit dem Werfen von Wasserflaschen quittieren. Der bemitleidenswerte Schiedsrichter muss das Stadion indes unter Armeeschutz arg bedrängt über den Seiteneingang verlassen.

Auf den Rängen ist es während der zweiten Hälfte gleich mehrmals sehr laut. Besonders das Lied „Ayo, Ayo PSIM“ sowie die eingängige Melodie der Vereinshymne schallen in einem eindrücklich Lärmpegel durch das Rund.

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17. September 2019