Kein echter Färinger ist, wer nicht schon einmal aus dem Auto heraus bei Starkregen ein Fussballspiel verfolgt hat. Die garstigen Bedingungen und der starke Wind machten tagsüber bereits das Besichtigen der Klippe Tralanipa sowie des scheinbar schwebenden Sorvagsvatn-Sees zur Herausforderung und liessen die Wasserfälle Mulafossur und Skarosafossur zeitweise entgegen der Schwerkraft nach oben oder seitlich wegfliessen.

Der Ausflug in den Westen der Inselgruppe zeigt, dass die Menschen auf den Färöern ein wetterfestes, fussballverrücktes Volk sind. Alle grösseren Orte verfügen über ein eigenes Team, knapp zehn Prozent der Bevölkerung sind in Fussballvereinen gemeldet – und 2023 setzte mit KI Klaksvik auch eine färöische Mannschaft sportlich ein Ausrufezeichen. Sie qualifizierte sich für die Gruppenphase der Conference League und trotzte dort unter anderem Lille ein Remis ab.

Auch in Sorvagur, einem Seehafen mit rund tausend Einwohnern in einer der drei namensgebenden Buchten auf der Insel Vagar, ist mit 07 Vestur ein Klub aus der höchsten Liga beheimatet. Er entstand 2007 aus einer Fusion – was den speziellen Namen jedoch nur teilweise erklärt. Dieser verweist nämlich nicht nur auf das Gründungsjahr, sondern auch auf die Lage der Insel Vagar auf dem 7. westlichen Längengrad.

Wie bereits am Vortag in Argir kommt der Gast aus Nordragota. Dieses Mal ist es allerdings nicht die Reserve von Vikingur, sondern die erste Mannschaft, die sich unter der Woche noch in den internationalen Qualifikationsrunden misst. Entsprechend tritt das Heimteam, Tabellenletzter mit lediglich zwei Siegen aus 17 Partien, als klarer Aussenseiter an. Im Dauerregen sorgt einzig der zwischenzeitliche Ausgleich für kurze Hupeinlagen vom Parkplatz, ehe ein Eigentor zum 1:2 die erwarteten Verhältnisse vor 200 Zuschauern wiederherstellt.