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AC Sparta Praha – SK Slavia Praha (12.04.14)

Am Morgen gegen acht noch verschlafen im Bett gelegen fragten wir uns, wer da draussen denn bereits schon zum Singen aufgelegt war. Das traditionelle Derby ist doch erst nachmittags um drei. Und trotzdem waren es wie erwartet die Slavia Fans, die sich vor unserem Hotel, das zeitgleich auch ihr Stadion ist, trafen um gemeinsam anzustossen und sich einzusingen. Später sollten sie gemeinsam den langen Weg zum Stadion des Erzrivalen zu Fuss hinter sich bringen. Zum 281. Mal treffen die beiden Mannschaften aufeinander und die ganze Stadt versinkt einmal mehr im Fussballfieber. Zu favorisieren gilt es heute die Heimmannschaft, die überlegen an der Spitze der Liga steht, während die SK Slavia mit nur einem Punkt vor den Bohemians Prag, unmittelbar mit dem Abstieg zu kämpfen hat.

Wenn es sich lohnt in Tschechien Fussballer zu werden, dann sicherlich um einmal für eines der beiden Teams im Derby in diesem Hexenkessel einzulaufen. Wahnsinnig diese Stimmung! Bis auf eine Ecke ist heute als Gelb-Rot-Blau und die Hälfte der Zuschauer ist bei Anpfiff des Spiels nicht mal auf den Rängen, da so ein Andrang herrscht und trotzdem ist die Stimmung ohrenbetäubend. Es scheint ganz so, als ob sich die Stimmung auf die Spieler übertragen habe, denn beide starten schwungvoll in diese Affiche und kommen in der Anfangsphase zu ihren ersten Torchancen. In der 23. Minute hat der Slavia Keeper erstmal seine liebe Mühe mit einem Schuss aus der zweiten Reihe. Zwei Zeigerumdrehungen später exakt die gleiche Szene und auch diesmal pariert der Schlussmann den Ball nur mit grösster Mühe. Das Führungstor liegt in der Luft.

Dieses ist dann in der 29. Minute Tatsache, jedoch nicht durch einen Weitschuss sondern durch eine halbhohe Hereingabe die von David Lafata zum 1:0 in die Maschen gedroschen wird. Vor der Pause dann die Ausgleichschance für die Gäste, ihr Stürmer umspielt zwar den Torwart, wird aber im letzten Moment vom Verteidiger gestört und so kann der Ausgleich verhindert werden.

Von den beiden Fanlagern gibt es richtig starken Dauersupport, was auch manch einen Zuschauer auf der Gegentribüne aus der Sitzschale reisst. Erstaunlich ist, dass beide Fanlager grösstenteils auf Fahnen verzichten, dafür gibt es diverse Choreo- und Pyroaktionen beider Teams während des Spiels. Nach dem Seitenwechsel ist es erneut das Heimteam, welches sich die erste Chance erarbeitet. Doch die Aktion in der 51. Minute wird durch den berühmten „Pass zuviel“ vertan. In der 53. Minute machen es die Spartaner besser, denn der Ball kommt nach einem gekonnten Pass in den Rücken der Abwehr, wo Josef Husbauer zur Stelle ist und mit einem abgelenkten Schuss unhaltbar für den Torwart zum 2:0 trifft. Die Gäste stemmen sich nun aber vehement gegen die drohende Niederlage, sie sind nun seit 5 Spielen ohne Sieg und kommen in der 67. Minute zu einer guten Chance aufs Anschlusstor, der Ball fliegt aber knapp daneben. In der 76. Minute wird es dann aber erneut laut in der mit 19’089 Zuschauer ausverkauften Generali Arena, als die Nummer 9 der Sparta, Bořek Dočkal, in guter Position angespielt wird und ins weite Eck zum 3:0 trifft. In der letzten Spielminute fehlte den Gästen dann aber nur ein paar Zentimeter zum Ehrentreffer, als ein Freistoss aus grosser Distanz knapp über den heimischen Kasten fliegt. So bleibt es aber beim klaren Sieg für den Prager Arbeiterverein.

Die Generali Arena ist im Norden der Stadt, leicht erhöht zu finden. Sie ist ein Doppeldecker, bei dem die Haupttribüne jedoch ein bisschen anders daherkommt als die drei anderen Tribünen. Die beiden Fansektoren sind diagonal von einander, leicht neben dem Tor versetzt, anzufinden. Speziell sind die beiden unterschiedlichen Ecken auf der Gegentribüne.

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12. April 2014