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AS Monaco – AS Saint-Étienne (17.05.17)

Weil keine Liga für den Zwergstaat Monaco existiert, spielt die im Fürstentum beheimatete «Association Sportive» erst in der französischen Liga mit. Und weil sie bis anhin eine äusserst beachtliche Saison spielt, haben die Akteure heute sogar die Chance, sich frühzeitig zum französischen Meister zu küren. Dazu braucht es lediglich einen Punktgewinn im Nachholspiel gegen die Mannschaft aus St. Étienne. Ebenso günstig wie die Ausgangslage präsentierten sich die Flugpreise von Mister Easy an die «Côte d’Azur» und so waren auch Cedric und Lukas schnell vom spontanen Vorhaben überzeugt. Trotz der vielversprechenden Ausgangslage gab es im Internet noch ausreichend Eintrittskarten zu erwerben. Scheint mir ja auch ein bisschen verwöhnt, dieses Publikum des Halbfinalisten der Königsklasse.

Mit dem Abflug am frühen Nachmittag ab Basel war der Zeitplan zwar eng, reichte aber dennoch locker für eine kurze Stadtbesichtigung im Steuerparadies. Hier bereitet sich bereits alles auf die Formel-1-Rennen der kommenden Woche vor. Vom Hügel aus, auf dem der Palast des Fürsten Albert II. steht, bietet sich nicht nur dem grössten Fan der AS Monaco, sondern auch jedem anderen Besucher eine traumhafte Sicht über die Bucht von Monaco. Beim Bestaunen der Häuser und Boote kommt mir nur gerade die eine Liedzeile aus Falcos Hit «Titanic» in den Sinn. Denn nobel geht die Welt zugrunde…

Wenn wir gerade vom Geld reden, sei auch der Vereinspräsident der AS erwähnt, schliesslich gehört Dimirtri Rybolowlew mit seinem Vermögen zu den 100 reichsten Menschen der Welt. Zumindest ein Stück weit ist es also auch sein Verdienst, dass die Mannschaft um Starspieler Falcao und Mbappé siebzehn Jahre nach der letzten Meisterschaft nun wieder die Möglichkeit zum Titelgewinn haben. Diese Möglichkeit wollten sich 14’299 Zuschauer nicht entgehen lassen. Darunter unser Schweizer Trio auf der Gegentribüne sowie die gut zwei Hundertschaften aus der Stadt südwestlich von Lyon. Diese zeigten einen ganz passablen Auftritt, von den internen Streitigkeiten in der Pause einmal abgesehen. Zu diesem Zeitpunkt lag Monaco dank einem Tor vom jungen Aushängeschild Kylian Mbappé bereits in Front. Den Schlusspunkt setzte Valère Germain in der Nachspielzeit mit dem Treffer zum gerechten 2:0 Endstand. Damit war der achte Gewinn der «Ligue 1» Tatsache und nach einer langwierigen Pause folgte ein eindrückliches Feuerwerk sowie die obligatorische Meisterfeier. Die Choreografie aus Fähnchen sowie einem Plakat mit der Aufschrift «Monaco regiert» der lokalen und um Stimmung bemühten Ultras Monaco sei hiermit der Vollständigkeit halber ebenfalls erwähnt.

Neben dem gigantischen Feuerwerk verspürte der Anlass aber äusserst wenig Feierlaune und man merkte nicht, dass hier und heute der Meistertitel gefeiert wurde. Abgesehen von einem kurzen Hupkonzert rund um die architektonisch sehr spezielle Spielstätte kehrte bereits um Mitternacht wieder Ruhe im Fürstentum ein. Nur die drei Schweizer Fussballtouristen wehrten sich gegen diese Fan-Lethargie und die saftigen Bierpreise und waren bis in die frühen Morgenstunden unterwegs, ehe vor dem Rückflug am Strand von Nizza noch einige Stunden Schlaf nachgeholt wurden.

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4. August 2017