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Atalanta Bergamo – Genoa CFC (30.10.16)

Im Gegensatz zu vielen Freunden aus meinem Umfeld besass ich im Kindesalter weder irgendwelche Spielkonsolen, noch die dafür gängigen Fussballspiele. Ich hatte lediglich mein Football-Manager-Spiel, dem ich als «Team Manager» von Atalanta Bergamo diverse Jahre die Treue schwor. Dabei durfte ich nach einigen durchwachsenen Spielzeiten, angeführt vom damaligen Stürmerduo German Denis und Ezequiel Schelotto, meinen ersten virtuellen Meisterpokal in die Höhe stemmen. In Wirklichkeit blieb den Schwarz-Blauen ein «Scudetto» übrigens seit der Gründung im Jahre 1907 verwehrt. Trotzdem hege ich seither eine gewisse Sympathie zum Verein aus der Lombardei.

Dies als kleine Anekdote zum Besuch in der Stadt Bergamo, welche wir nach dem Spiel in Carpi am Samstagabend zu später Stunde erreichten. Wie ich bereits im vorherigen Blog erwähnte, liess meine Gesundheit zu wünschen übrig und so verabschiedete ich mich nach der Ankunft im Hotel sogleich für einige Stunden ins Reich der Träume. Wobei, davon geschlafen hatte ich wenig bis gar nichts, sodass am Sonntagmorgen lediglich die angenehmen Temperaturen sowie der blaue Himmel Lust auf den kommenden Tag machten. Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns in Richtung Innenstadt, wo nebst einem Besuch im Atalanta-Store noch Zeit für einige Sehenswürdigkeiten blieb. Besonders zu überzeugen vermag der Blick auf die erhöhte Altstadt, die an die letzten Ausläufer der Alpen gebaut wurde. Insgesamt eine Stadt mit viel italienischem Flair, welches uns etwas die Zeit vergessen liess.

Da in genau den Momenten, in denen man sich ein Taxi wünscht meist keines in der Nähe ist, mussten wir auf den Regelbus zum Stadion zurückgreifen, der während seiner Fahrt in Richtung Stadion noch aufgrund der eintreffenden Genoa-Fans angehalten wurde. Diese wurden von einem immensen Aufgebot an Bereitschaftspolizei mit all ihren bekannten Boliden begleitet und zum Gästeblock eskortiert. Als wir schliesslich unsere Plätze auf der proppenvollen Gegentribüne einnahmen, lief die Partie bereits seit einigen Minuten. Es handelt sich hierbei um das Duell des Tabellensechsten sowie seinem unmittelbaren Nachbarn, was für Atalanta Bergamasco Calcio wie auch für den Cricket- und Fussballverein aus Genoa eine ansprechende Platzierung bedeutet. Dementsprechend ein mit 16’245 Zuschauern gut gefülltes Stadio Atleti Azzurri d’Italia. Die Gunst der Stunde nutzte Atalanta, mit Remo Freuler im Team, nach allen Regeln der Kunst aus und gewann an diesem Sonntag hochverdient mit 3:0 Toren. Wiederum hatten sich in der Anfangsphase je ein Spieler der jeweiligen Mannschaft verletzt.

Die Curva Nord von Bergamo, welche freundschaftliche Kontakte nach Innsbruck und Frankfurt pflegt, zeigte sich heute ebenfalls gut aufgelegt, wobei die Anhängerschaft von Atalanta sowieso nicht als DIE Stimmungsmacher schlechthin bekannt sind. Lieber beschränken sie sich auf die Verteidigung ihrer Stadt und so wurde schon manch grosser Verein an den Toren zu den Alpen abgefangen und auf besondere Art begrüsst. Sympathisch dieses Atalanta! Wir hatten nach der Partie noch genug Zeit für eine kurze Stärkung, ehe wir den langen Weg zurück nach St. Gallen in Angriff nahmen.

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9. Dezember 2016