Groundhopping

Atlético Madrid – Deportivo Alavés (08.12.18)

Was für Briefmarkensammler die Blaue Mauritius ist, stellt für Vertreter meiner Gattung der Superclasico dar. So war ich äusserst angetan ob der Tatsache, dass sich im diesjährigen „Champions-League-Finale von Südamerika“ die zwei grössten Vereine aus Buenos Aires duellierten. Als das Rückspiel aufgrund von Krawallen auf unbestimmte Zeit verschoben wurde und schliesslich der alternative Austragungsort Madrid ins Spiel kam, buchte ich trotz mahnenden Stimmen in meinem Umfeld einen Flug ab Zürich für einen vertretbaren zweistelligen Betrag.

Dies zumal mit Atlético Madrid ein grosser Verein aus der spanischen Hauptstadt sowieso ein Heimspiel auszutragen hatte. Landsmann Sergio hegte am gesamten Unterfangen ebenfalls Interesse, weshalb ich zwei Karten für das Duell um die erweiterte Spitze bestellte. Am frühen Samstagmorgen begrüsste uns die iberische Halbinsel mit Sonnenschein und gewohnt mildem Klima. Da die neuerliche Spielstätte von „Atléti“, im Gegensatz zum alten Estadio Vicente Calderon, nicht mehr im Stadtzentrum liegt, muss für die Fahrt in den Osten eine halbe Stunde zusätzlich einkalkuliert werden. Unsere Ankunft kreuzte sich zufällig mit derjenigen der Gästeanhängerschaft, die sich mit Sprechchören und Fahnen des Baskenlands, sehr zum Ärgernis aller anderen spanischen Besucher, lautstark bemerkbar machten.

Trotz Überlegenheit zeigten sich die Gastgeber wenig konsequent in der Chancenauswertung und so schnupperte Alaves nach frühem Rückstand diverse Male am Ausgleich. Just als der Spielverlauf ein Tor für die Gäste vermuten liess, stellten Griezmann und Co. das Verdikt im Stile einer Spitzenmannschaft innert wenigen Minuten abgeklärt auf 3:0 Tore.

Zum Schluss noch einige Worte zum neuen Stadion, welches heute mit 55’810 Zuschauern gefüllt war. Zwar verliert man sich im architektonischen Meisterwerk als aktiver Fan; weshalb mich der Auftritt der Heimkurve auch weniger überzeugte als im alten Stadion, trotzdem ist die Baute in ihrer Gesamtheit aber eine Wucht. Während die Haupttribüne an das Neckarstadion in Stuttgart erinnert, zeigt sich mit der breiten Plattform zwischen den Rängen eine (unästhetische) Gemeinsamkeit zur Heimstätte von West Ham United.

Tags :
12. Dezember 2018