Groundhopping

Bray Wanderers – St. Patrick’s Athletic (16.05.15)

Nach einer erholsamer Nacht ziehe ich beim Frühstück das französische Gebäck den Spezialitäten aus Irland vor mache und mich anschliessend auf den Weg zur Luas-Haltestelle. Luas heissen hier die Trams, von denen mich eines in knapp 40 Minuten zum Kilmainham Gaol bringt, ein ehemaliges Gefängnis und heute eine beliebte Touristenattraktion.

Nach dem Besuch hier laufe ich zur Heuston Station, wo mich ein Tram zum Bahnhof bringt. Hier fährt der Zug nach Bray, einem Küstenstädtchen, in dem der kriselnde Erstligist Bray Wanderers zuhause ist. In Bray angekommen, nehme ich umgehend den Weg nach Greystones in Angriff. Dieser trägt den Namen „The Cliff Walk“ und ist laut TripAdvisor das Beste, was es in der Region zu machen gibt. Wer zügigen Schrittes unterwegs ist, braucht mit einigen Fotopausen für die acht Kilometer gut eineinhalb Stunden – gutes Schuhwerk ist dabei von Vorteil. Greystones kommt verschlafen daher und an jeder Ecke riecht es nach Fish-and-Chips. Nach einiger Zeit kehre ich zum kleinen Bahnhof und fahre – wieder an der Küste entlang – zurück nach Bray. Diese Zuglinie ist übrigens der Grund dafür, dass der Cliff Walk überhaupt existiert: Er diente den Bauarbeitern als Weg durch das felsige Gebiet.

Bevor es um kurz vor sechs Uhr im Carlisle Grounds losgeht, bleibt mir Zeit für eine Besichtigung des Stadtzentrums und für die Nahrungsaufnahme, ehe ich mich zu Fuss zum Stadion aufmache. Hier wird mir für sieben Euro Einlass gewährt. Unter den 700 Zuschauern drücken etwa die Hälfte den Gästen die Daumen drückten. Auf dem Papier sollte ein Sieg für die Pats keine allzu schwere Aufgabe darstellen, liegt Bray doch auf dem vorletzten Platz. Doch die Hauptstädter verpassen nicht nur drei Punkte, sondern auch den einen, nachdem den Gastgebern in der Schlussphase mit dem 1:0 der Lucky Punch gelingt. Trotz der überraschenden Niederlage bleibt die Stimmung friedlich. Dass es hier kollegial zu und her geht, zeigt sich auch bei den Auswechselspielern, die sich lieber mit verschränkten Armen miteinander unterhalten, anstatt sich aufzuwärmen.

Nach diesem wichtigen Sieg für die Hausherren im Kampf gegen den Abstieg laufe ich zum nahegelegenen Bahnhof und nehme den Zug zurück nach Dublin, ehe mich der Flieger am nächsten Morgen wieder sicher in die Schweiz bringt.

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16. Mai 2015