Tennis Borussia Berlin – Viktoria Berlin (06.09.20)

Ich finde die Tennis Borussia Kult. Besonders der Name und das traditionelle Logo mit dem Adler in der Mitte gefallen mir. Seinen ungewöhnlichen Namen verdankt Tennis Borussia übrigens seinem sportlichen Ursprung. Doch bereits ein Jahr nach der Gründung 1902 kaufte man sich eine Fussballlizenz und Tennis spielte fortan nur noch eine untergeordnete Rolle – einzig der Name blieb bestehen.

Heutzutage ist der ehemalige Bundesligist bekannt für sein linksalternatives Publikum. Fussball und Politik zu trennen, ist Utopie. Oftmals wird den Fans von Tennis Borussia aber besonderen politischen Aktionismus nachgesagt, wovor ich mich im Fussball hüte. Manch eine Person bezeichnet diese Haltung als ignorant, ja gar feige. Vielleicht mache ich es mir tatsächlich zu einfach, wenn ich sage, dass mir die Polemik sauer aufstösst, wenn ich im Stadion stehe, an einem Bier nippe und schlicht das Spiel geniessen möchte. Doch wird in der Regionalliga Nordost nicht auch in Teilen Brandenburgs oder Sachsen Politik im Stadion betrieben? Oder zumindest politische Überzeugungen ins Stadion getragen? Es wäre vermessen zu glauben, dass diese am Stadioneingang abgelegt werden können. Wir tun gut daran, nicht zu pauschalisieren: bei politischem Aktionismus, bei einzelnen Fanszenen und ganzen Regionen.

Im Frühling hat Tennis Borussia den Aufstieg in die Regionalliga Nordost realisiert. An diesem Sonntag empfangen sie Viktoria Berlin – ein Duell der sportlichen Gegensätze. Für Tennis Borussia geht es um den Klassenerhalt, während die Viktoria als Saisonziel den Aufstieg in die 3. Liga proklamiert hat. Möglich machen soll dies ein Hamburger Brüderpaar, das mehrere Unternehmen in der Bau-, Finanz- und Immobilienbranche besitzt und mitunter auch in die Austria Klagenfurt aus der zweiten Liga Österreichs investiert.

Das Stadtduell lockt 1’008 Zuschauer ins Mommsenstadion, das nach dem Historiker Theodor Mommsen benannt ist. Ein Grossteil der Anwesenden bahnt sich von der S-Bahn-Station «Messe Süd» den Weg durch den Wald zum Stadion. Heute sind alle Sektoren geöffnet, es herrscht friedliche Stimmung. Am Boden sind die erlaubten Stehplätze eingezeichnet. Besonders gegenüber der altehrwürdigen Tribüne sind sie gut ausgelastet. Ob hier aufgrund der Pandemie auf stimmliche Unterstützung verzichtet oder allgemein nie gesungen wird, weiss ich nicht.

TeBe, wie der Verein von seinen Fans genannt wird, geht früh in Führung. Im Anschluss wird die Viktoria aber immer stärker. Erst gelingt ihr der Ausgleich, dann fällt gar der Führungstreffer für die Gäste. TeBe kämpft, hält tapfer mit und hätte gar ein Unentschieden verdient, muss sich gegen die abgeklärte Viktoria aber mit einer 1:2-Niederlage abfinden. Ob die Viktoria eine Bereicherung für die 3. Liga sein wird, wage ich indes zu bezweifeln.


Berliner SV – Hertha 03 Zehlendorf II (06.09.20)

Es gibt den Gorki-Park, die Champs-Élysées oder die Warwick Avenue – Orte, die einem aus Liedern geläufig sind, ohne sie je besucht zu haben. Für mich ist das Westkreuz einer dieser Orte. Ein heruntergekommener Verkehrsknotenpunkt im S-Bahn-Netz von Berlin als Refrain in einem Lied voller treffender Beobachtungen und Alltagsbanalitäten. Von der Berliner Indie-Pop-Band «Von wegen Lisbeth» mit einer Melodie versehen, die so eingängig ist, dass sie seither in meinem Hinterkopf festhängt, wie der Welthit von Joe Dassin.

Eine Station eher steige ich aus, um dem Schloss Charlottenburg und seinen Park bei bestem Spätsommerwetter einen Besuch abzustatten. Gebaut im Stil von Barock, Rokoko und Klassizismus betört die ehemalige Sommerresidenz der Hohenzollern-Dynastie im Westen der Hauptstadt seine Besucher.

Auf dem Hohenzollerndamm, fünf Kilometer südlich, geht es weniger pompös zu und her. Autos rasen über die Autobahn, am Horizont qualmt Rauch aus den Kaminen des Heizkraftwerks, die Häuserfassaden sind vergilbt. Ich gehe dem Damm entlang, bis ich vor dem Stadion Wilmersdorf stehe. Dieses wird vom Berliner Sportverein dank eines Trainers, der Naturrasen der Nachahmung vorzieht, seit kurzem wieder häufiger bespielt. Einst hatten hier fünfzigtausend Zuschauer Platz. Da diese Kapazitätsgrenze stets unerreicht blieb, entschieden sich die Verantwortlichen 2005 für eine Renaturierung grosser Teile der Anlage. Geblieben ist die überdachte Haupttribüne sowie ein betonierter Abschnitt gegenüber. Der Rest ging zurück an die Natur und dient auf der Nordseite gar als Weinberg.

Sonnenschein, ein Bier zur Mittagsstunde, ein Bezirksliga-Duell auf achter Ligastufe und kernige Sprüche von Spielern der zweiten Mannschaft, die es sich ebenfalls auf der Tribüne gemütlich gemacht haben: eine romantische Vorstellung von Fussball als Volkssport, die hier Realität wird. Die 150 Zuschauer scheinen sich zum Grossteil zu kennen, entsprechend gilt es keinen Pseudo-Massnahmenkatalog für die psychologische Bekämpfung von Covid-19 einzuhalten. Kurz vor Abpfiff, beim Stand von 1:0 für den Gastgeber, laufe ich zurück zur Haltestelle, da bereits das nächste Spiel auf mich wartet. Am Westkreuz muss ich umsteigen; der Fahrstuhl riecht nach Pisse.


VSG Altglienicke – VfB Auerbach (05.09.20)

Wenn ich ein Buch kaufe, beeinflusst das Cover meinen Kaufprozess oft mehr als der Klappentext. Sehe ich ein packendes Sujet, ist mir egal, wie belanglos der Inhalt auf der Rückseite angerissen wird. Befreit von nüchterner Betrachtung lasse ich mich euphorisiert vom Irrglauben führen, ein gutes Bild verspreche automatisch ein spannendes Buch. Vor einiger Zeit habe ich mir wieder eines bestellt. Diesmal war es der Titel, der mich zum Kauf verleitet hatte.

Auch die Namen der einzelnen Kapitel sprachen mich an. Sie fallen mit «Stubenhocker» oder «Zonenschläger» entweder kurz und prägnant aus, oder sind länger und provozieren wie bei «Hitler war ein grosser Maler» gekonnt. Autor Andreas Glaser ist gewiss kein Nazi. So heisst das Kapitel auf Seite 42 denn auch «Ich will die soziale Marktwirtschaft». Vor dem Lesen kaum Sinn ergebend, zeigen sich die Titel im Anschluss als subtil ausgewählt und für den Inhalt repräsentativ. Gar dann, wenn der Leser – wie in meinem Fall – nicht jede Aussage komplett verstanden hat, etwa wegen des Berliner Dialekts oder der ihm unbekannten Eigenheiten beschriebener Stadtbezirke.

Gläser stammt aus der DDR. Auf dem Cover ist ein Jugendlicher zu sehen – wohl er selbst. Es ist ein Bildausschnitt aus der Schulzeit, Gläser ist adrett gekleidet. Er trägt halblanges Haar, sitzt leicht nach vorne gebeugt auf einem Trottoir und deutet ein Lächeln an. Seine Pose scheint proletarisch angehaucht; ein junger Berliner der mit anpackt. Zumindest interpretiere ich dies aufgrund seiner Aussagen im Buch, die direkt und authentisch wirken, in das Bild hinein.

Sie lösen in mir eine Sehnsucht aus. Ich habe das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Hineingeboren in eine geschichtliche Episode der Belanglosigkeit – von der gegenwärtigen aber kaum spürbaren Pandemie abgesehen – treibe ich durch mein frühes Erwachsenenalter. Wie aber kann ich eine Zeit romantisieren, die ich nicht selbst erlebte und die bis heute nicht für ihre Vorzüge bekannt ist? Besonders als Person, die geprägt vom Liberalismus in einer Freizeitgesellschaft mit digitalem Mitteilungsbedürfnis aufwächst. Gläser hatte in seiner Jugend wohl kaum die Möglichkeit, am Freitagmorgen um sechs Uhr mit dem Koffer am Flughafen Zürich zu stehen. In der Hand ein Cappuccino und ein Gipfeli. Ich bin 8.70 Franken und ein Schulterzucken weit davon entfernt, den Kapitalismus zu überwinden.

Ich weiss nicht, ob ein Spiel der Regionalliga Nordost zwischen Altglienicke und Auerbach – immerhin im Jahn-Sportpark und damit der Heimat vom BFC Dynamo ausgetragen – der richtige Anlass ist, um über ein Buch zu philosophieren, das mich nach Berlin getrieben hat. Es trägt den Titel «Der BFC war schuld am Mauerbau». Auch wenn es die gewagte These vermuten lässt, handelt das Buch nicht primär vom Berliner FC Dynamo. Vielmehr erzählt Gläser vom Aufwachsen und dem Alltag in Ost-Berlin sowie den Tücken von Bürokratie und Sozialismus vor und nach der Wiedervereinigung.

Altglienicke gewinnt übrigens 2:1, lediglich 202 Zuschauer sind an diesem Samstagnachmittag im Stadion. Ende Jahr soll der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, benannt nach dem Turnvater der DDR, abgerissen werden. In diesem Spielbericht schreibe ich aber über andere Sachen als Fussball, weil Gläser das in seinem Buch auch darf – ganz kommunistisch eben.


MTK Budapest – Ferencvaros Budapest (14.08.20)

«The best you ever had is just a memory and those dreams.» Eine Erinnerung und diese Träume sollen das beste sein, was ich je gehabt habe? Diese Worte ertönen aus meinem Kopfhörer, als ich im Flieger nach Budapest sitze. Sie stammen aus dem Song «Fluorescent Adolescent» der englischen Band Arctic Monkeys und passen tatsächlich – im Fussball-Kontext.

Seit Ende Februar ist mir nämlich klar geworden: Ich habe die grossen Spiele und die vollen Fankurven zu wenig genossen. Und ich habe die westeuropäischen Privilegien, wie etwa das Schengener Abkommen, zu wenig wertgeschätzt. Nun bin ich vor einer Reise gezwungen, alternierend die Webseite des EDA und diejenige der entsprechenden Regierung zu konsultieren, um meine Angst vor neuen Einreisebestimmungen zu stillen. 

Zum Glück traten trotz steigenden Fallzahlen in der Schweiz keine Restriktionen ein und so stehe ich am Freitag pünktlich im Nepliget, einem Park im Herzen der ungarischen Hauptstadt. Die Fanszene von Fradi, wie Ferencvaros auch genannt wird, trifft sich hier bereits am Nachmittag. Weder auf dem Fussmarsch zum Stadion von MTK, noch später im Innern, scheint die Pandemie zu existieren. Auch am anderen Ende der Gegentribüne, wo eine Abordnung von Heimfans Stimmung macht und zum Anpfiff eine schöne Choreografie zeigt, scheint sich niemand um das persönliche Wohlergehen zu sorgen.

Die Ausgangslage ist aber auch zu verlockend: Es ist das Auftaktspiel der neuen Saison und mit MTK und Ferencvaros stehen sich nicht nur die erfolgreichsten Vereine des Landes gegenüber, sondern auch der Aufsteiger und der amtierende Meister. Gegen den scheinbar übermächtigen Stadtrivalen spielt der Gastgeber tapfer mit und erzielt durch den starken Daniel Gera vor der Pause gar den Führungstreffer. Zwar gleicht Fradi im zweiten Durchgang zum 1:1 aus, das Unentschieden schmeichelt aber eher den Gästen. Damit sehen 4’445 Zuschauer im beinahe ausverkauften Hidegkuti Nandor Stadion einen erfrischenden Auftritt ihrer Mannschaft. Zwar verleihen die betonierten Bereiche hinter den Toren dem Stadion eine gewisse Einzigartigkeit und eine gute Akustik, insgesamt wirkt das Stadion aber steril.

Da bietet das Stadion des BKV Elöre auf der anderen Seite der Strasse deutlich angenehmeres Ambiente für ein Fussballspiel. Nichtsdestotrotz war dieser warme Sommerabend mit seinen lauten Gesängen und vollen Fanblöcken eine erfreuliche Ausnahme, die auf baldige Besserung hoffen lässt.


SC Röthis – Rot-Weiss Rankweil (09.08.20)

Zack zack, auf nach Röthis! Obwohl dieses Wortspiel so nicht ganz der Wahrheit entspricht. Zwar liegen zwischen dem Waldstadion in Lingenau und dem Sportplatz an der Ratz einige enge Kurven und 40 Kilometer Autofahrt, doch eben auch vier Stunden Zeit. Und so spielt der Einstiegssatz primär auf die vorarlbergische Spezialität an, die mitunter in Röthis serviert wird.

Den Plan, in der Zeit zwischen den Spielen wandern zu gehen, verwarfen wir mit vollem Magen und der gnadenlos scheinenden Sonne einstimmig und einigten uns stattdessen auf doppelt kühle Erholung: einem Spaziergang am Bodenseeufer entlang mit Softeis in der Hand.

Das Nachbarschaftsduell am Nachmittag zwischen dem Sportclub Röthis und den Rot-Weissen aus Rankweil verkam zur Randnotiz. Der Gastgeber unterlag verdient mit 1:3 und wiederum stolze 500 Zuschauer sahen dieses Spiel – entweder von der schmucken Holztribüne oder vom Schatten der Gegengerade aus. Die fünftklassige Vorarlbergliga erweist sich auch in diesen besonderen Zeiten als Zuschauermagnet. Das Zackzack hingegen kam seinem guten Ruf nicht nach. Das Brötchen war zu trocken und die servierte Mayonnaise erinnerte an den Geschmack von Karton. Schade.


FC Rotenberg – Schwarz-Weiss Bregenz (09.08.20)

Es fühlte sich an wie früher. Die Uhr zeigt neun Uhr morgens, die Sonne scheint bereits kräftig vom Himmel und ich stehe vor der Garageneinfahrt. Ein Auto hält an und die Türe wird mit Schwung von innen aufgestossen, noch bevor ich sie erreiche. Ich nehme auf dem Beifahrersitz Platz und merke, wie mein Kopf vom Vorabend pocht. Heute steht ein Doppler an und das erste Ziel liegt im Bregenzerwald. Es ist ein Sonntag, wie ich ihn in meinen aktivsten Jahren als Stadiensammler schon häufig erlebt und doch selten derart wahrgenommen habe.

Für mich ist es das erste Spiel in einem bisher nie besuchten Stadion seit Mitte Februar. Für den FC Rotenberg hingegen ist es das erste Heimspiel überhaupt - nach der Fusion zwischen den Vereinen aus Lingenau und Langenegg. Als Namensgeber fungiert das kleine Waldstück, das die beiden Gemeinden voneinander trennt.

Am Eingang erwartet die 500 Zuschauer ein gut umgesetztes Präventionskonzept, Fiebermessung inklusive. Körperkontakt gibt es einzig auf dem Rasen, dort dafür reichlich. Es ist ein aggressives Spiel in der zweiten Runde der viertklassigen «Eliteliga Vorarlberg», bei dem sich einmal gar der Assistenztrainer und der Linienrichter ein intensives Wortgefecht liefern. Nach einer torlosen Halbzeit geht der ehemalige Bundesligist aus Bregenz mit 0:2 als verdienter Sieger vom Platz. Die mitgereisten Fans freuen sich über das Resultat, während mir besonders das reichhaltige Gastroangebot sowie die Aussicht von weit oberhalb des Waldstadions positiv in Erinnerung bleiben werden.


FC Dinamo Bucuresti – FCSB Bucuresti (16.02.20)

Nein, Rumänien ist keine Provinz Zentralchinas. Es ist auch nicht der Ort, wo zurzeit „alle krank seien“. Dies die Antwort auf die Frage meiner Oma, wo denn Rumänien liege, nachdem ich ihr in einem dieser viel zu seltenen Telefonate von meinen Reiseplänen erzählte. Immerhin bediente sie sich keinem der plumpen Vorurteile, die in meinem Umfeld genannt wurden, als mich Bekannte nach meinem bevorstehenden Wochenende fragten.

Doch auch reflektiertes Nachdenken fördert meist nur knappe Kenntnisse über die Hauptstadt Bukarest zu Tage; ansonsten ist Fürst Dracula aus der Region Siebenbürgen vereinzelt ein Begriff. Nicht nur in meinem Freundeskreis scheint das oberflächliche Bild des osteuropäischen Landes negativ behaftet – eine Stichwortsuche in der Medienlandschaft bestätigt dies. Thematiken wie Kinderhandel, Minderheiten wie Sinti und Roma sowie der Organhandel dominieren die Berichterstattung. Unbestritten wirkt sich auch die einstige Schreckensherrschaft des neostalinistischen Diktators Nicolae Ceausescu, die für ihn und seine Frau 1989 in der öffentlichen Hinrichtung endete, nicht förderlich auf das Image aus.

Es wäre jedoch nicht gerecht, Rumänien als Bürger des behüteten Westeuropas aufgrund der bewegten Geschichte auf bestehende Problematiken zu reduzieren. Die Tage in der Hauptstadt – die nur bedingt repräsentativen Charakter besitzen – haben nämlich eine andere rumänische Seite gezeigt. Jene von Menschen, die sich inmitten von dreckigen Plattenbauschluchten differenziert über ihr Land äussern, sich in konjunkturell schwierigen Phasen behaupten müssen und dennoch als grossartige und äusserst freundliche Gastgeber fungieren. Trost spendet auch der milde Winter nicht – im Gegenteil. Durch den fehlenden Kontrast der Schneeschicht wirken die zahlreichen Parks in ihrem monotonen Grau zusätzlich erdrückend.

Einem ähnlichen Gemütszustand ausgesetzt, fanden sich die Fans von „Steaua Bucuresti“ 2003 wieder, als der dubiose Geschäftsmann George Becali das Steuer ihres Vereins übernahm. Aufgrund zweifelhafter Praktiken und diverser Vergehen landete Becali just zu der Zeit im Gefängnis, als es zum juristischen Tauziehen um die Nutzungsrechte des Namens und Wappens von Steaua kam. Der erfolgreichste Verein des Landes entspringt dem Verteidigungsministerium, das sich als alleiniger Rechtebesitzer sah. Nach einem langwierigen Rechtsstreit, der vor drei Jahren zugunsten des Ministeriums ausging, musste Becali seinem Spielzeug zähneknirschend den sperrigen Namen "SC Fotbal Club FCSB SA“ verleihen. Wider Erwarten rechnete die UEFA dem FCSB, wie der Verein in der Kurzform heisst, sämtliche nationale und internationale Titel aus der ruhmreichen Vergangenheit an. Damit stellt Becalis Elf weiterhin die erfolgreichste Mannschaft des Landes dar.

Schnell kamen in der Fanszene kritische Stimmen auf und als Gegenentwurf zum Projekt FCSB gründeten sie unter dem Namen CSA Steaua einen neuen Verein mit dem ursprünglichen Wappen. Dieser ist mittlerweile in Sachen Sportarten so breit aufgestellt wie zu Glanzzeiten. Die Fussballabteilung ist mit ihrem Herrenteam an der Tabellenspitze der vierten Liga vertreten und kann insbesondere in den Derbys gegen die Zweitvertretungen der Stadtrivalen auf breite und lautstarke Unterstützung zählen. Von der grossen Bühne, auf der an diesem Sonntagabend mit Hauptdarsteller Dinamo und dem Antipoden FCSB zwei Schwergewichte aus der Hauptstadt aufeinandertreffen, sind sie sportlich aber weit entfernt.

Ausgespielt wird das Duell jeweils im Nationalstadion, der vorübergehenden Heimat der Gäste, bis sie im Sommer in ihr neues Stadion einziehen. Der Polizeiverein Dinamo spielt eine äusserst bescheidene Saison und wird mit grosser Wahrscheinlichkeit in der zweiten Saisonhälfte um den Klassenerhalt kämpfen müssen. Damit erklärt sich auch die tiefe Zahl von 27'668 Zuschauern. Diejenigen, die ihre Rot-Weissen trotzdem vor Ort unterstützen, stimmen sich bereits weit vor Anpfiff mit Schmähgesängen in beeindruckender Lautstärke auf das Spiel ein. Lediglich die nervtötende Musik aus den Boxen unter der ästhetischen Dachkonstruktion ist noch eindringlicher zu vernehmen.

Zum Einlauf der Spieler zeigen die Gästeanhänger eine Choreografie unter dem Motto „When we suffer, we grow stronger“ – ob bei den erfolgsverwöhnten Fans damit der dritte Tabellenplatz gemeint ist? Dinamos Peluza Catalin Hildan nutzt die mediale Aufmerksamkeit, um auf die Webseite zur Vereinsmitgliedschaft zu verweisen. Noch bevor der Pfiff des Schiedsrichters ertönt, kommt es an der Stadionecke, wo es sich eine Gruppe Dinamo-Anhänger in der Nähe des Gästeblocks bequem gemacht hat zu einem gröberen Handgemenge zwischen Fans und Sicherheitskräften. Daraus resultieren gefährliche Böller- und Fackelwürfe in die Nachbarblöcke. Im Hintergrund ist eine Folklore mit dem Text „Romania, Romania“ zu vernehmen.

Auch die Akteure werden vor den Böllern nicht verschont. Besonders die Torhüter gilt es nicht zu beneiden; jener von Dinamo kann sich gar nur mittels Sprung zur Seite schützen – immerhin blinken die kleinen Sprengkörper vor der Detonation kurz auf. Die gelassene Reaktion aller Beteiligten lässt darauf schliessen, dass die Vorfälle keine Seltenheit sind. Dennoch ist nebst der gefährlichen Handhabung vor allem die situative Anwendung äusserst fragwürdig. Selbst in der Vorwärtsbewegung werden die Spieler von den Würfen der eigenen Fans entscheidend gestört. Trotz diesem Hindernis gelingt dem Aussenseiter Dinamo der Führungstreffer.

Die dramatischste Szene der ersten Halbzeit ereignete sich allerdings im Mittelkreis. Dinamos Slavko Perovic bleibt nach einem Zweikampf am Boden liegen. Was anfänglich nach einer kurzen Verschnaufpause aussieht, antizipiert einzig der FCSB-Goalie richtig. Er sprintet über das halbe Feld und nimmt dem Serben die Zunge aus dem Hals, um ihn vor dem Ersticken zu bewahren. Perovic bleibt weiter regungslos liegen und wird nach langer Behandlung schliesslich vom Krankenwagen unter Applaus aller Anwesenden aus dem Stadion gefahren. Die Nachspielzeit hält mit einer roten Karte und dem Ausgleich für den FCSB zwei weitere Aufreger bereit, die nach diesem Schock jedoch zur Randnotiz verkommen.

Der psychologisch ungünstige Zeitpunkt des Gegentores scheint Dinamo auf Rang und Rasen allerdings mehr zu beflügeln. Die Heimkurve dreht in der zweiten Halbzeit weiter auf und von den Fans getragen, erzielt der Aussenseiter das Tor zum 2:1. Als Folge für den ausufernden Jubel, den zahlreiche Böllern garnieren, wird das Spiel nach wiederholten Durchsagen für zehn Minuten unterbrochen. Beide Fanlager kümmert es nicht, im Gegenteil - die Stimmung erreicht während dem Unterbruch ihren Höhepunkt. Trotz langer Nachspielzeit – bedingt durch die vielen Unterbrüche – passiert nicht mehr viel und der Polizeiverein vermag einen prestigeträchtigen aber sportlich unbedeutenden Sieg feiern.


Apollon Pontou – Ergotelis FC (05.01.20)

Für den Sonntag hatte ich ein Spiel der dritten Liga im Norden Salonikis herausgesucht, als mich Kumpane Heeb bei der Abreise auf den Zweitligisten Apollon Pontou hinwies. Der Verein aus dem unabhängigen Stadtteil Kalamaria, der nichts mit den Tintenfischringen zu tun hat, sollte am Sonntag ein Heimspiel austragen. Idealerweise liegt dessen Stadion deutlich näher an der PAOK Sports Arena, in der am Abend das Basketball-Derby steigen sollte, sodass wir uns für einen Besuch bei Apollon entschieden.

Aufgrund von vier (!) verschiedenen Anstosszeiten, zeigte sich der Kumpane untypisch nervös und holte mich mit dem Klopfen an die Zimmertüre kurz nach (!) Tageshälfte unsanft aus dem Schlaf. Nach erneuter Prüfung verschiedenster Quellen hielten wir die Anspielzeit um halb drei Uhr zwar für die plausibelste, machten uns aber bereits eine Stunde früher per Taxi auf zum Stadion. Noch immer war der überraschende Derbysieg von ARIS das Gesprächsthema im fest aufgedrehten Autoradio.

Am Stadion werden Karten für das Spiel gegen den Verein von der beliebten Ferieninsel Kreta zu zehn Euro verkauft. Ansonsten ist es nebst einer zügigen Bise, die den Abfall über den Vorplatz weht, gespenstisch ruhig. Genügend Zeit, um die Malereien rund um das Stadion zu sichten und abzulichten. Selten hatte ich derart sorgfältig skizzierte Motive und Wandbilder mit Fussballbezug zuvor bei anderen Vereinen gesehen. Wie ich später erfahren sollte, stammt der bekannteste Graffitikünstler der Stadt aus dieser ärmlichen Gegend. Um der bissigen Kälte zu entfliehen und den Hunger zu stillen, öffneten wir die Tür, hinter der wir das schwach beleuchtete Clubheim vermuteten. Hier gab es tatsächlich etwas Kleines für das leibliche Wohl, der Ort war aber vielmehr Treffpunkt der hier ansässigen Fanszene.

Auch im Innern zieren zahlreiche Malereien und Fotos der Fanszene die Wände. Nicht nur die Sprüche erinnern an Milan, ich sichte auch das Logo der Curva Sud. Kurz darauf spricht mich Dimitrios an, der gesehen hatte, wie ich die Bilder an den Wänden begutachtete. Er drückt uns zwei Kurvenkalender für das neue Jahr in die Hand und erklärt, dass die Rossoneri ihr grosses Vorbild und der Namensgeber für die hiesige Fangruppierung „Club Rossoneri“ seien. Sie würden nebst den Spielen von Apollon jeweils auch jene der Milanisti verfolgen und waren als Gruppe gar schon nach Athen gereist, als die Norditaliener in der Königsklasse in der griechischen Hauptstadt zu Gast waren. Seither existieren lose Kontakte zu Einzelpersonen aus der Curva Sud.

Im Gegensatz zu den Bildern, die eine volle Heimkurve Apollons zeigen, ist heute wenig los. Savvas, Dimitrios Kumpel und zweite Führungsfigur der Gruppierung, erklärt seufzend die Gründe. Wenig überraschend sind diese finanzieller Natur. Der ehemalige Erstligist wurde für diverse Versäumnisse mit happigen Punktabzügen bestraft und liegt nach zehn Spielen bei einem einzigen Sieg im Minusbereich am Tabellenende. So werden die Spiele von den älteren Fans boykottiert, während lediglich die jungen Fans die Fahnen hochhalten. Respekt, dass man bei solchen schwierigen Umständen zu seinem Verein hält, wenn wenige Kilometer entfernt zwei Erstligisten hausen, wovon einer gar den zurzeit erfolgreichsten Verein des Landes verkörpert. Trotz allem Galgenhumor zeigt sich Savvas besorgt, zumal der Spielbetrieb in der Winterpause gefährdet ist. Viele Spieler würden den klammen Zweitligisten verlassen und ihn vor ungewisse Zeiten stellen. Er vergleicht das drohende Schicksal gar mit demjenigen des Rivalen Iraklis, der vor wenigen Jahren aus gleichen Gründen in den Niederungen des Amateurfussballs verschwand. Im Gegensatz zu Iraklis hat Apollon Pontou allerdings keine Basketballmannschaft im Oberhaus, dessen Heimspiele die Fans alternativ besuchen können.

Hinsichtlich der Frage, ob man sich mit dem neuen Vereinsnamen identifizieren könne, meint Savvas, dass der Name die Geschichte ihrer Vorfahren, jener der Pontosgriechen aus dem gleichnamigen Gebiet in der heutigen Türkei, und derer ihrer Wurzeln unterstreicht und deshalb ganz gut passt. Die Clubfarben Rot und Schwarz symbolisieren das vergossene Blut und die ewige Trauer, fügt er mit Nachdruck an.

Es ist hartes Brot, das Kumpane Heeb und mir, nebst den offerierten Bieren, aufgetischt wird. Auch das Spiel auf der schlechten Unterlage passt ins triste Gesamtbild. Aktiv verfolgt wird es nur von einem kleinen Teil der 120 Zuschauer auf der grossen und gammeligen Tribüne. Im Fanblock sind die Jungs nur kurz zugegen, schliesslich ist nicht jedes Mal ein Fotograf vor Ort, der sich um ein neues Gruppenfoto kümmern kann. Von den vier Toren, die zu einem 1:3-Auswärtssieg für den nach einem Olympioniken aus Kreta benannten Verein führen, bekommen wir nur deren zwei mit über, die restliche Zeit verbringen wir im Raum der Rossoneri. Es ist bemerkenswert, wie Dimitrios und Savvas den Generationen-Gap meistern und die "Mentalità Ultrà" an eine Jugend weiterzugeben versuchen, der nicht nur hinsichtlich ihrer fussballerischen Liebe keine rosige Zukunft bevorsteht.


ARIS Saloniki – PAOK Saloniki (04.01.20)

Das neue Jahr beginnt mit einem Paokenschlag in der Hafenstadt Thessaloniki! Ein ziemlich schlechtes aber passendes Wortspiel, um die Geschehnisse rund um den ersten Derbysieg seit zehn Jahren von Aris über ebendieses Paok einzuleiten.

Die zweitgrösste Stadt Griechenlands, gelegen in der nördlichen Region Makedonien, sorgt dank Sonnenschein und milden Temperaturen für die ersten grossen Glücksgefühle im neuen Jahrzehnt. Im Gegensatz zu meinem letzten Besuch vor zwei Jahren, blieb dieses Mal mehr Zeit, um die Stadt zu begutachten. Beachtung hat die wichtigste Hafenstadt im ganzen Balkan nicht nur wegen dem Wahrzeichen der Stadt, dem weissen Turm redlich verdient, sondern auch der vielen byzantinischen Kirchen und Stadtmauern wegen, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören. Sei es in der höher gelegenen Altstadt, an der Uferpromenade oder in schmucken kleinen Restaurants; in Thessaloniki lässt es sich bereits im Januar ausgezeichnet leben.

Zumal die Stadt auch drei historische
Fussballvereine beherbergt. Der älteste aus diesem Trio ist der von Schulden
geplagte Iraklis FC. Dem namensgebenden Heros Herakles, besser bekannt unter
dem Namen Herkules, steht in der griechischen Mythologie Kriegsgott Ares
gegenüber. Diese Tatsache machten sich 1914 einige junge Freunde zunutze und krönten
jenen Antipoden zu ihrem Vereinssymbol, gepaart mit den Farben aus der Flagge
der orthodoxen Kirche. Der dritte im Bunde ist mit Paok der Verein, der zwölf
Jahre später von aus Konstantinopel (heute Istanbul) geflüchteten und
vertriebenen Griechen gegründet wurde. Seit jeher besteht durch die
unterschiedliche Historie eine grosse Rivalität zwischen Aris, dem
vorletztjährigen Aufsteiger und dem amtierenden Meister Paok, der seit der
Einführung der obersten Spielklasse noch nie aus dieser abgestiegen ist.

So verwundert es nicht, dass das heutige Derby mit 16‘249 Zuschauern sehr gut besucht war und schon weit vor Anpfiff die ersten Gesänge der „Super 3“, wie die Anhängerschaft von Gelb-Schwarz genannt werden, durch das Rund hallten. Der Anblick, welcher sich schliesslich zum Einlauf bot, lässt sich am besten mit einer Taschenlampe beschreiben, die in einen Schwarm von Fledermäusen leuchtet und der zuerst nur kleine rote Punkte entgegenfunkeln, ehe in diesem Falle hunderte Fackeln und Feuerwerksraketen über einem hereinbrechen. Ein Inferno aus funkensprühender Pyrotechnik, wie ich es bisher noch gar nie gesehen habe.

Als mit zehnminütiger Verspätung angepfiffen wurde, war ich bereits zufrieden mit dem Gesehenen. Umso erfreuter nahm ich zur Kenntnis, dass sich entgegen des Trends, dass sich Mannschaften in wichtigen Duellen im Mittelfeld neutralisieren, ein hochattraktives Spiel entwickelte. Leader Paok hatte anfänglich deutlich mehr Ballbesitz, ging früh in Führung und drückte auf den zweiten Treffer. Eine Antwort darauf gab es einzig von den Rängen, wo zahlreiches Material der aus Fankreisen der Gäste angezündet wurde. Die Provokation blieb wirkungslos, zumal in Griechenland bei Risikospielen Gästefans seit Jahren dem Stadion fernbleiben müssen. Die Aktion brachte aber wortwörtlich das Feuer in die Reihen der Heimakteure zurück, die sich aufrafften und zum Ausgleich kamen. Ja, es kam gar noch besser für Aris! Kurz vor dem Pausenpfiff sorgte ein wuchtiger Kopfball für die Führung für die Gastgeber und für ein Delirium auf den Rängen.

Aris behauptete sich nach dem Seitenwechsel und wurde von der Kurve regelrecht in Richtung gegnerisches Tor getragen. Unter diesen Umständen überraschten der dritte und der vermeintlich gar vierte Treffer aus einer Abseitsposition nicht. Aris hatte nun alles im Griff und kürte den starken Auftritt doch noch mit einem vierten Treffer sowie einer weiteren grossen Pyroshow. Der ersten Saisonniederlage von Paok war, ausgerechnet beim Erzrivalen, trotz dem späten 4:2-Anschlusstreffer besiegelt. Während die Paok-Akteure sofort in den Katakomben verschwanden, feierten die Heimfans mit ihren Freunden aus der Partnerstadt Plovdiv, den Green Angels aus St. Etienne, Vertretern von The Unity aus Dortmund und Fans der Boca Juniors gemeinsam lautstark den Sieg und ihre Farben. Definitiv ein Spielbesuch, der es in die persönliche „Top 5“ schafft.

Die „Fans“ von Paok revanchierten sich am Tag darauf für die Niederlage, als sie drei eigens für das Heimspiel ihrer Freunde angereiste Botev-Fans angegriffen. Dabei wurde ein Bulgare beim Fluchtversuch von einem Auto totgefahren, während die anderen beiden mit Stichverletzungen im Spital landeten. Die schrecklich traurige Kehrseite der Medaille eines stimmungsvollen und hasserfüllten Stadtderbys.


Reading FC – Queens Park Rangers (26.12.19)

Wäre der FC Reading ein Kind, müsste er sich aufgrund seines Gründungsdatums, dass sich gestern zum 148. Mal jährte, wohl - ähnlich wie ich - ständig anhören, wie unglücklich es doch sei, nur einmal im Jahr beschenkt zu werden. 

Heute jährt sich mein „Gründungsdatum“, welches ich mir ebenfalls nicht ausgesucht habe. Als Entschädigung gibt es an meinem Geburtstag in Grossbritannien stets ein breites Fussballangebot, wovon ich mir das Duell zwischen den Royals und den Hoops aussuchte. Den königlichen Übernamen verdankt der Verein seiner Lage in der Grafschaft Berkshire und nicht etwa Kate Middleton, der hier geborenen Ehefrau des Prinzen William. Ausgesprochen wird der Name der 160’000-Einwohner-Stadt übrigens ohne das a; entsprechend liegt der Ursprung des Namens bei der Farbe und nicht beim Lesen. 

Im Süden des wichtigen Wirtschaftsstandorts wurde vor knapp zwei Jahrzehnten auf einer ehemaligen Mülldeponie das Madejski-Stadion erbaut. Es trägt den Namen des Präsidenten und Clubbesitzers und ist ein typischer All-Seater, wird von der doppelstöckigen Haupttribüne abgesehen. Seit dem Abstieg aus der Premier League vor sechs Jahren ist es meist nur noch in Spielen gegen grosse Gegner gut gefüllt. Eine Ausnahme stellt jeweils der Boxing Day dar, wo trotz dem Platz in der hinteren Tabellenhälfte eine stattliche Anzahl an Fans in die Spielstätte strömen. Hatte ich zumindest vorab gedacht; mit 12‘495 Zuschauer, darunter ein Zehntel davon aus der Hauptstadt, enttäuschte die Kulisse doch sehr und stellte den Negativrekord in der laufenden Spielzeit dar. Während die Gästefans schweigen, überraschen mich die Heimfans rund um den Club 1871 und zeigen einen Support der besseren Sorte in England. Trotz der geografischen Nähe pflegen die beiden kein rivalisierendes Verhältnis zueinander. Gekämpft wird lediglich auf dem grünen Rasen, wobei der Gastgeber dank einem sehenswerten Weitschuss zum 1:0 das bessere Ende im zweitletzten Spiel des Jahres (und Jahrzehnts) für sich behält.

Übrigens: Geschenke gab es damals an drei Tagen durchgehend - irgendwie auch nicht schlecht.