Eintracht Frankfurt – SV Werder Bremen (23.02.14)

Während der FC Bayern München das Meisterrennen langweilig macht, präsentiert sich der Abstiegskampf dafür umso spannender. Von Rang 12 bis 18 sind es nur acht Punkte Differenz, zum Relegationsplatz gar nur halb so viel. Zu den potenziellen Abstiegskandidaten zählen in dieser Saison auch gestandene Bundesliga-Vertreter wie die Eintracht Frankfurt und der SV Werder Bremen. Für beide ist dieses Duell der Tabellennachbarn also ein Spiel von grosser Bedeutung, zumal es in die entscheidende Phase der Saison übergeht.

Bereits in den Anfangsminuten machen die Teams den 44'300 Zuschauern klar, dass sie in diesem Spiel kein unnötiges Risiko eingehen werden. Nicht gerade die spannendste Ausgangslage für einen Groudhopper und so bleiben die Chancen lange Zeit Mangelware. Optisch lassen sich zwar Vorteile für die SGE erkennen, ohne dass dabei etwas Zwingendes herausschaut. Trotzdem ist die Atmosphäre stimmungsvoll und auch die zahlreichen Gästefans geben ihr Bestes. Aus Schweizer Sicht trägt mit Pirmin Schwegler gar ein Einheimischer die Captainbinde bei der Eintracht. Seiner Mannschaft spielt ein Platzverweis in der 34. Minute gegen Kroos in die Karten. Bei Kroos handelt es sich übrigens nicht um Toni von den Bayern, sondern um dessen 14 Monate jüngeren Bruder Felix. Diese numerische Überzahl konnten die Frankfurter bis zur Pause hin nicht in Tore umzumünzen.

Trotz guten Chancen für die Eintracht steht es bei Anbruch der Schlussviertelstunde immer noch unentschieden. Weiter suchen die Gastgeber verzweifelt den Weg zum Tor, doch Bremen verteidigt gut. In der 88. Minute kommt es dennoch zur grössten Chance des Spiels, als der torgefährliche Alex Meier mit seinem Kopfball nur den Aussenpfosten trifft. Das 0:0 nützte beiden Mannschaften nicht wirklich viel, trotzdem freute sich der Bremer Anhang über den Punkt, den ihre Mannschaft heute am Main mit einer kämpferischen Leistung geholt hat.


FC Aarau – FC Zürich (22.02.14)

Weder für Aarau noch für den FC Zürich verläuft die Meisterschaft bisher verheissungsvoll und so befinden sich beide im Mittelfeld der Tabelle – weder abstiegsgefährdet, noch ein Aspirant auf einen Spitzenplatz.

Der FC Aarau hat in seiner Geschichte bereits drei Mal die Meisterschaft gewonnen, die Titel liegen aber weit zurück und so ist man im Aargau froh, dass sich der Aufsteiger souverän vom Abstiegsplatz fern hält. Das Stadion Brügglifeld kommt mit einer überdachten Tribüne und Stehtraversen auf den drei Seiten daher. Das Wetter schien heute nicht auf Seite der Fans, denn es regnete in Strömen und der Platz präsentierte sich tief. Trotzdem gingen die Mannschaften voll zur Sache, was viele Freistösse mit sich führte. So auch in der 40. Minute, als Alain Schultz sich die Chance nicht nehmen liess und gegen den Spielverlauf aus rund 30 Meter den Führungstreffer für die Aarauer markierte.

In der Pause hat FCZ-Trainer Urs Meier offenbar die richtigen Worte gefunden, denn die 4'989 Zuschauern sahen einen FCZ, der nun wesentlich konsequenter zur Sache ging. So gelang dem Gast in Person von Avi Rikan der 55. Minute der Ausgleich, der eine Vorlage von Ex-St.Galler Etoundi zum Ausgleich ins linke Eck schob. Als nichts mehr auf einen weiteren Treffer hinwies, traf Pedro Henrique in der 88. Minute mittels Penalty zum viel umjubelten 1:2 für die Gäste. Der Aktion war ein Foulspiel von Aarau-Verteidiger Jaggy an den Siegtorschützen vorausgegangen. Der FC Zürich konnte den Vorsprung, obschon hektischer Nachspielzeit, über die Zeit retten und revanchierte sich somit für die Blamage aus dem Vorjahr.


FC Wohlen – FC Vaduz (08.02.14)

Heute hatte so ziemlich jede Liga eine Vollrunde auszutragen, so auch die Premier League, wo Liverpool Meisterschaftsanwärter Arsenal gleich mit 5:1 demütigte. Wesentlich beschaulicher geht es im aargauischen Wohlen zu und her, wo der lokale FCW derzeit das Schlusslicht der Challenge League bildet. Gegner am heutigen Samstag war mit dem FC Vaduz der Leader. Keine einfache Aufgabe für die Freiämter, doch wer weiss, vielleicht gelingt Wohlen ein ähnlich starkes Spiel wie dem FC Liverpool.

In der Anfangsphase deuteten die Gastgeber dem FC Vaduz bereits an, dass es hier keine Geschenke gibt. Nicht weniger als fünf Torchancen verzeichneten sie in der ersten Hälfte, während der FC Vaduz nur durch einen Freistoss kurz vor der Pause richtig gefährlich wurde. So konnten die Liechtensteiner mit dem Unentschieden zur Pause zufrieden sein.

Die einen unter den 910 Zuschauern nutzten die Pause für eine heisse Wurst und ein Bier, ich nutze sie um etwas mehr über Verein und Stadion zu erzählen. 1904 gegründet trägt der FCW seine Heimspiele im Stadion Niedermatten aus, das Platz für knapp viertausend Zuschauer bietet, wovon ein verschwindend kleiner Teil Platz auf der überdachte Sitztribüne findet. Nebst dem FCW tragen auch die Nachwuchs- und Frauennationalmannschaften bisweilen hier ihre Heimspiele aus. Der FC Wohlen spielt seit einigen Jahren in der zweitklassigen Challenge League und hat derzeit mit Abstiegssorgen zu kämpfen. Zum Team der Freiämter gehören einige Spieler, die eine Vergangenheit in der Super League aufweisen, so zum Beispiel João Paiva oder Mario Schönenberger, der sein Können heute mehrmals unter Beweis stellte. Bekanntester ehemaliger Spieler des FC Wohlen ist Ciriaco Sforza.

Es geht weiter mit der zweiten Halbzeit. Das Bild änderte sich nicht, es ist weiter der FCW, der auf den Führungstreffer drängt. Nach einer Stunde gelang den Gästen schliesslich völlig entgegen dem Spielverlauf der Führungstreffer. Das Tor war typischerweise aus einem Standard hervorgegangen. In der Folge zeigten sich die Gastgeber bemüht, zumindest ein Unentschieden zu erreichen. Dies glückte in der 76. Minute, als Routinier João Paiva einen Penalty sicher zum 1:1 verwertete. In den Schlussminuten hatte dann Simone Rapp gar zweimal den Siegtreffer auf dem Fuss, doch Vaduz-Torhüter Jehle reagierte jeweils brillant und sicherte dem Favoriten den schmeichelhaften Punktgewinn.


FC Sochaux – FC Nantes (01.02.14)

Sochaux, das verschlafene 4000-Seelen-Dorf im französischen Département Doubs, ist gleich doppelt bekannt. So eröffnete 1912 Autohersteller Peugeot hier seine erste Fabrik und sorgte 16 Jahre später mit der Gründung des Werksclubs FC Sochaux, auch für den zweiten Grund der erhöhten Bekanntheit. Entsprechend viel Industrie und wenig Sehenswertes gibt es in Sochaux zu bestaunen. Da kommt die nahegelegene Stadt Montbéliard wie gerufen. Hier finden sich pittoreske Gassen und eine Burg; die grossen Touristenmassen werden sich hierhin aber auch nicht verlaufen.

Es sei denn, man wird vom Fussball getrieben wie wir. So sollte der FC Sochaux am Abend im Stade Auguste-Bonal, einem doppelstöckiger All-Seater, in der Ligue 1 auf den FC Nantes treffen. Dieser wird sogar von einigen Auswärtsfans begleitet, die den 800 Kilometer langen Weg auf sich genommen haben. Angesichts der Tabellenlage galt es den Gast aus dem Westen Frankreichs zu favorisieren. So wiesen Plakate mit Sätzen wie "Ligue 2 non merci! Pensez a nous et la region." auf die prekäre Abstiegsgefahr hin, in der sich der FC Sochaux befindet. Doch wie schon in Strasbourg war es die Heimmannschaft, die den Ton angab.

An diesem kühlen Abend sind es 12'269 Zuschauer, die den Weg ins Stadion gefunden haben. Dem Spiel fehlen lange Zeit die grossen Chancen, da beide Hintermannschaften ihre Arbeit gut erledigen. So bleibt Zeit, das Stadion und seine Besucher genauer unter die Lupe zu nehmen. Es fällt auf, dass die Heimmannschaft nur zehn aktive Fans umfasst, die Stimmung zu erzeugen versuchen. Die Gästefans sind daher viel besser zu hören. Praktisch mit dem Pausenpfiff werden wir aus unseren Träumen gerissen, als Stoppila Sunzu per Kopf das 1:0 für Sochaux erzielt. In der zweiten Halbzeit gelingt es dem Gastgeber den Vorsprung geschickt zu verteidigen und entsprechend gross ist die Freude nach dem Abpfiff über den Heimsieg.


RC Strasbourg – Fréjus-Saint-Raphaël (31.01.14)

Nach erholsamen Tagen in den Schweizer Bergen ging es am Freitagmorgen für Sergio und mich in Richtung Frankreich. In Freiburg, wo ich vor einem Monat zu Gast war, legten wir ein Stopp auf dem Weg nach Strasbourg ein. Ein Besuch in der elsässischen Grossstadt ist beliebt, dank dem Wochentag hielt sich der Andrang auf die Sehenswürdigkeiten im Rahmen.

Strasbourg ist Sitz diverser EU-Institutionen, dazu zählt auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. Speziell an der Stadt und am Gebiet Elsass-Lothringen ist dessen Zugehörigkeit; so stand einst gar unter deutscher Herrschaft. Heutzutage ist Strasbourg wieder französisch und stellt mit seiner Altstadt ein beliebtes Touristenziel dar. Nur wenige der 275'000 Einwohner Strasbourgs interessieren sich auch für Fussball.

Der lokale Racing Club de Strasbourg wurde 1906 gegründet und hatte mit diversen Problemen zu kämpfen, die durch Landabtretungen meist geografischer Natur waren. Trotzdem verbrachte der RC Strasbourg diverse Saisons in der obersten Liga Frankreichs. Den grössten Erfolg feierte der Verein 1979 mit dem Gewinn der französischen Meisterschaft. In den letzten Jahren zeigte die Entwicklung aber stark nach unten und der RCS wurde bis in die fünfte Liga durchgereicht. Der Wendepunkt schien damit erreicht und nun stehen die Elsässer wieder in der National, der dritthöchsten Liga Frankreichs, im hinteren Mittelfeld der Tabelle. Heute geht es gegen Fréjus-Saint-Raphaël, ein kleiner Verein aus der gleichnamigen Hafenstadt an der Côte d'Azur, dem es sportlich besser läuft und der auf dem fünften Platz steht.

Das Stade de la Meinau verfügt bis auf einen Ecken, der mit Stehplätzen und Wellenbrecher ausgerüstet ist, über 29'200 Sitzplätze. Diese Obergrenze erreicht der Verein in der dritten Liga jedoch nie und so sind es an diesem  Freitagabend immerhin 9'521 Zuschauer, die den Weg in den Süden der Stadt finden. Ein Grossteil davon gesellt sich auf die Osttribüne, in dessen Ecken sich auch der Platz der aktiven Fanszene befindet. Während des Spiels zeigen die Fans rund um die Ultra Boys 90 ansprechenden Support.

Auf dem Platz gelingt dem Gastgeber ebenfalls eine ansprechende Leistung – wenn auch auf bescheidenem Niveau. Nach einer halben Stunde gelingt Strasbourg mittels Kopfball schliesslich die Führung. Weit gefehlt, wer jetzt gedacht hat, dass die Südfranzosen in der 2. Halbzeit das Tor der Elsässer unter Dauerbeschuss nehmen. Sie blieben weiterhin harmlos und so vergingen 70 Spielminuten bis zum nächsten Aufreger. Ein Foulspiel der Gäste führte zu einem Penalty, den Benjamin Genghini sicher zum 2:0 für Strasbourg verwandelte. Dabei blieb es: verdiente drei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt gegen einen schwachen Gegner aus dem Süden des Landes, der seine Reise nach Strasbourg ganz ohne Fans antrat.


VfB Stuttgart – FSV Mainz 05 (25.01.14)

Der Verein für Bewegungsspiele Stuttgart, kurz VfB Stuttgart, wurde 1893 ins Leben gerufen. Seine erfolgreichsten Jahre hat der Verein hinter sich, wie zum Beispiel 2007, als er deutscher Meister wurde. Im Moment ist das Team davon weit entfernt und ist nach einer enttäuschenden Hinrunde auf Wiedergutmachung aus. Da kommt das Heimspiel gegen Mainz zum Rückrundenstart wie gelegen.

Rund 200 Kilometer südlich geniesse ich derzeit eine Woche Ferien. Fernab vom Schulstress haben Kollege Luigi und ich deshalb beschlossen, ein Wochenende in der Hauptstadt Baden-Württembergs zu verbringen. Unterkunft fanden wir bei einer Kollegin seiner Mutter, die etwas ausserhalb von Stuttgart über ein schönes Heim verfügt. Mit dem Zug ist Stuttgart schnell erreicht und so fahren wir bereits ziemlich früh an jenem Samstagmorgen im Bahnhof ein. Einer der berühmtesten Bahnhöfe Deutschlands, bedenkt man die langen Unstimmigkeiten zum Grossprojekt Stuttgart 21.

Vor dem Spiel blieb uns genügend Zeit, um durch die Innenstadt zu schlendern. Der Fakt, dass ich hier bereits einige Male zu Gast war, hat uns die Orientierung erleichtert. Ein paar Zeigerumdrehungen später sassen wir dann aber in der Bahn, die uns vorbei am Cannstatter Wasen zum Neckarstadion brachte. Die Mercedes Werke gegenüber des Stadions waren schon von weitem zu sehen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das Stadion mit einem grossen Schriftzug „Mercedes-Benz Arena“ versehen ist. Eine pikante Zusatzinfo ist, dass das Stadion einst auf den Namen „Adolf-Hitler-Kampfbahn“ gehört hat. Diese Zeit ist nun jedoch glücklicherweise vorbei und wir bewegen uns hier in der Gegenwart. In dieser beginnt das Spiel in den nächsten Augenblicken und wir verfolgten das Ganze aus der ersten Reihe des Oberranges auf der Gegentribüne schön zentral zum Spielfeld.

Platz hatte es heute für alle genug, die sportliche Misere hat auch auf den Zuschauerauflauf Einfluss, denn mit 38'000 Zuschauern verzeichnet der VfB einen Saisonminusrekord. In der Anfangsphase sind es vor allem die Hausherren, der Ausgangslage wohl bewusst, die Druck auf das Tor der Mainzer ausübten. So ist die Führung in der 11. Minute für den VfB durch Mohammed Abdellaoue verdient. Abdellaoue verwertete einen Abpraller bei Goalie Karius. In der Folge zeigten sich die Gäste immer aktiver und kamen zu guten Torchancen. Die beste davon nutzte der Japaner Shinji Okazaki in der 38. Minute zum verdienten Ausgleich verwerten. Die Zuschauer, doe sich mit diesem Resultat nicht anfreunden konnten, zeigten dies mit Pfiffen bei Rückpassen. Allgemein hatte das Publikum in meinen Augen eine extrem hohe Erwartungshaltung an ihre Mannschaft.

Auf unseren Pausentee wollten wir aufgrund der Stadionkarte verzichten. Diesem Problem bewusst, hat der VfB zur nächsten Saison hin eine Konzeptänderung geplant, damit alle Karten als Zahlungsmittel angenommen werden. Damit haben sie gemerkt, dass vermehrt auch Touristen den Weg nach Stuttgart finden. In der zweiten Halbzeit boten die beiden Teams dann alles andere als Powerfussball, was das Publikum wiederum mit Pfiffen – zum Grossteil gegen die eigene Mannschaft –quittierte. Stuttgart wirkte ideenlos und Mainz stand in der Abwehr sehr sicher.

Kurz vor Schluss krönte Benedikt Saller einen seltenen Angriff der Mainzer mit dem Treffer zum 1:2. Die Zuschauer verliessen nun fast fluchtartig das Stadion. Einzig den Gästefans war es zum Feiern zumute und das taten sie ausgelassen. Stuttgart vermochte in der Folge nicht mehr zu reagieren und die Operation Aufholjagd geriet damit frühstmöglich ins Stocken.


SC Freiburg – Hannover 96 (21.12.13)

Auf der einen Seite der SC Freiburg, der bisher kein Heimspiel in dieser Saison gewinnen konnte, auf der anderen Seite die Gäste aus Hannover, die auswärts in dieser Saison noch keinen einzigen Punkt geholt haben. Ein richtiger Krisengipfel also. Wenn nicht heute, wann dann werden sich die Freiburger gesagt haben und auch eine Gruppe aus St. Gallen schloss sich dieser Aussage an, als sie sich früh morgens ins Breisgau aufmachte.

Nachdem wir im Freiburg angekommen waren, ging es zu Fuss auf den Schlossberg, wo wir mit einer schönen Aussicht über die ganze Stadt belohnt wurden. Hungrig vom strengen Aufstieg verpflegten wir uns nach der Rückkehr in der Altstadt. Freiburg hat knapp 220‘000 Einwohner und liegt rund 50 Kilometer nördlich von Basel. Wahrzeichen der Stadt sind das Münster und die Freiburger Bächle, die seit dem Mittelalter durch die Strassen der Altstadt fliessen. Das Wasser für diese Bächle kommt aus dem Fluss Dreisam, nach dem auch das Stadion benannt ist. Dieses liegt etwas ausserhalb am Waldrand. Wir hatten vorab Tickets für den Unterrang der Südtribüne erworben und waren froh, dass wir früh im Stadion waren, denn die meisten Stehplätze waren bereits besetzt – obwohl wir nicht im Fanblock standen. Dieser liegt gegenüber hinter dem Tor und sorgte trotz sportlicher Baisse für gute Stimmung. Aus Hannover sind rund 1500 Fans angereist. Sie waren fest überzeugt, gegen die heimschwachen Freiburger ihren ersten Dreier einzufahren.

Im Kader des Sportclubs sind mit Admir Mehmedi und Gelson Fernandes zwei Schweizer anzutreffen, die beide zum Hinrundenabschluss in der Startformation standen. Bei beiden Mannschaften ging es heute um viel, entsprechend verhalten begann die Partie. Zu gross war die Angst vor einem erneuten Patzer.

Nach 25 Minuten folgte ein Schrei der Erleichterung, als Fernandes mit einem Pass den anderen Schweizer Mehmedi lancierte, der gekonnt zur Freiburger Führung einschob. Dies freute natürlich auch mich und meine vier Kollegen, die das Tor aus unmittelbarer Nähe mitverfolgen konnten. Nur elf Zeigerumdrehungen später war es erneut Admir Mehmedi, der einen Ball entscheidend zum zweiten Tor für die Hausherren ablenkte. Zur Pause gab es warmen Applaus der 23‘200 Zuschauer, die an diesem Samstagnachmittag ins Stadion gepilgert waren. Von unserem Platz aus genossen wir auch eine nicht alltägliche Sicht auf den Wald hinter dem Stadion. Auch das Wetter spielte voll und ganz mit. In der 2. Halbzeit zogen sich die Freiburger tief in die eigene Platzhälfte zurück und liessen die Hannoveraner mehr und mehr kommen. Vorerst blieben die Angriffe der Norddeutschen, die vor allem über den Senegalesen Mame Diouf liefen, erfolglos. Auch der Anschlusstreffer in der Nachspielzeit zum 2:1 durch Leonardo Bittencourt änderte nichts mehr an der Tatsache, dass die Freiburger endlich ihren ersten Heimsieg einfahren konnten.

Neun Spiele mussten sie auf den lang ersehnten Heimsieg warten. Oder eben solange, bis es mich und meine vier Kollegen nach Freiburg verschlug. Mein Fussballjahr geht damit zu Ende und mit diesem Sieg, der zu einem grossen Anteil den beiden Schweizern zu verdanken war, sicherlich in einem würdevollen Rahmen.


FC Schaffhausen – FC Chiasso (30.11.13)

An einem kalten und deshalb sehr klaren Samstag machten sich zwei vom Fussball getriebene Jugendliche, mit einem Zwischenstop am Rheinfall, auf ins 90 Kilometer entfernte Schaffhausen. Als Wahrzeichen der Stadt gilt der Munot, eine Festung aus dem 16. Jahrhundert, die dank ihrer Aussicht Touristen aus der ganzen Region anzieht. Schaffhausen ist als nördlichste Stadt der Schweiz bekannt und eine der wenigen Schweizer Städte, die nördlich des Rheins liegt.

Nach einem Umstieg in Winterthur erreichten wir um halb drei die Haltestelle «Schloss Laufen am Rheinfall». Hier liegt der grösste Wasserfall Europas und die Grenze zum Kanton Zürich. Wir verweilten eine Weile und schossen diverse spektakuläre Fotos, begünstigt vom Regenbogen, der aufgrund der Gischt entstand.

In Schaffhausen angekommen, schlenderten wir durch die schöne Altstadt, die trotz der Bombardierung durch die USA im Zweiten Weltkrieg grösstenteils erhalten blieb. Auch den Munot besuchten wir und erlebten einen eindrücklichen Sonnenuntergang. Zu Fuss machten wir uns im Anschluss auf zum Stadion Breite, das am anderen Ende der Stadt liegt.

Der FC Schaffhausen ist auf diese Saison hin in die Challenge League, die zweithöchste Spielklasse der Schweiz, aufgestiegen. In dieser Liga hält sich der FCS erstaunlich gut und spielt gar um den Aufstieg in die höchste Liga mit. So konnten die Schaffhausener mit einem Sieg heute den dritten Tabellenplatz festigen. Anders sieht es beim heutigen Gegner aus Chiasso aus. Die Tessiner liegen mit nur acht Punkten aus 16 Spielen auf dem letzten Platz. Dies obwohl sie mit Gianluca Zambrotta über einen (Spieler-)Trainer verfügen, der mit Italien 2006 Weltmeister geworden ist und auch im Clubfussball bei grossen Vereinen gespielt hatte. Um 17.45 Uhr wurde die Partie angepfiffen und der Zuschauerauflauf war mit 745 Zuschauern recht enttäuschend, angesichts der Kälte jedoch nachvollziehbar.

Ebenfalls enttäuschend war das Gezeigte in der ersten Halbzeit, der jegliche Torchancen fehlten. In der Pause zog es uns ins Clubhaus, wo wir uns aufwärmten, da die Temperaturen nun deutlich unter den Gefrierpunkt gesunken waren. Die zweite Halbzeit konnte uns glücklicherweise erwärmen und nach einer Stunde durften die Gastgeber endlich jubeln. Ezgjan Alioski traf zum 1:0 für das Heimteam. In der Folge offenbarte sich die Problemzone der Tessiner immer mehr: Die Offensive. Ihre Reaktion blieb aus und so konnte Schaffhausen bereits den 9. Heimsieg der Saison einfahren.


FC Bayern München – FC Augsburg (09.11.13)

Für die einen verkörpern sind die Bayern die beste Fussballmannschaft der Welt, für andere sind es nur ein Haufen reicher Spieler – und die Fans nur Erfolgsfans. Grund genug, bei einem Abstecher nach München mit dem Derby gegen meinen deutschen Sympathieverein, den FC Augsburg, sich selber ein Bild zu machen. Die Ausgangslage schien dabei klar: Alles andere als ein Heimsieg käme im ungleichen Duell einer Sensation gleich.

Mit der U-Bahn machten sich mein Namensvetter und ich vom Marienplatz auf nach Fröttmanning, von wo aus einem die Menschenmenge ans Ziel führt. Für dieses Spiel hatte ich zwei Tickets im Gästesektor gekauft und so nahmen wir eine Stunde vor Spielbeginn weit oben im dritten Rang unsere Plätze ein. Um 15:30 Uhr ging es endlich los.

Eines muss man den Bayern lassen: Sie haben ein sehr schmuckes Stadion und wenn 71'000 Zuschauer aufschreien, wie in der dritten Minute, als Jerome Boateng aus spitzem Winkel die Führung erzielt, wird es sehr laut. Auch in der Folge waren es die Bayern, die Druck auf das Tor der Gäste ausübten. Ein zweiter Torerfolg blieb ihnen vorerst jedoch verwehrt. Trotz der sich anbahnenden Niederlage sangen die Augsburger im Gästeblock kräftig mit. Auf dem Feld schienen ihre Lieblinge mit den Gedanken bereits in der Pause zu weilen, als Franck Ribéry in der 45. Minute mit einem Traumtor nach einem Freistoss zum 2:0 für die Bayern traf.

In der Pause betrieb Ex-Bayern-Star Paul Breitner Propaganda für eine Olympia 2022 in München. Bekanntlich wurde diese einen Tag später relativ klar abgelehnt. Nach der Pause ging es munter weiter und erstmals zeigten auch die Augsburger, dass sie durchaus Fussball spielen könn(t)en. Im Tor der Augsburger stand mit Marwin Hitz übrigens ein Schweizer, der sogar die gleiche Sekundarschule wie ich besuchte. Doch auch er konnte den letzten Gegentreffer, erzielt von Thomas Müller in der Nachspielzeit durch einen (ungerechtfertigten) Penalty, zum 3:0-Endstand nicht verhindern. Xherdan Shaqiri, der Schweizer im Dienst der Münchner, fehlte verletzt.

Fazit: Wer es sich erlauben kann, Spieler wie Arjen Robben, Thomas Müller und Claudio Pizarro auf der Bank schmoren zu lassen, verfügt über sehr viel Qualität und ist für den FC Augsburg – zumindest heute – eine Nummer zu gross. Fantechnisch lässt diese Arena natürlich keine grossen Spielereien zu.


FC Wil – Servette FC (02.11.13)

Es gibt sie überall und eines haben sie fast immer gemeinsam. Sie sind sehr emotional. Die Rede ist von Derbys und für mich als St. Galler sind die Spiele gegen den FC Wil jeweils besonders emotional. Im Moment steht der FC St. Gallen jedoch in den oberen Reihen der Super League, während der FC Wil um den Aufstieg in genau diese Liga spielt. Heute kommt der Gast aus Genf; und ist der Absteiger aus der Super League. Spannung ist bei diesem Duell also garantiert. Wer aber trotzdem noch mehr vom Derby wissen will, ist hier richtig.

Der FC Wil hat auf die neue Saison hin ein neues Stadion an alter Wirkungsstätte bekommen, das auf den Namen IGP Arena hört und 6'000 Zuschauern Platz bietet. Aufgeteilt sind diese Plätze auf drei Stehtraversen und eine mit Sitzschalen bestückte Haupttribüne. Gespielt wird auf Kunstrasen. Grund genug, dem eigentlichen "Rivalen" einen Besuch abzustatten. Das Stadion ist schmuck und auch in der Grösse ideal für den FC Wil.

Das Spiel begann für die Gäste aus der Romandie deutlich besser und so konnten die zirka 100 mitgereisten Fans bereits in der 14. Minute und einem Kopfballtor von Igor Tadic die Führung bejubeln. Das Gegentor rüttelte die Wiler wach, die nun endlich auch anfingen, Fussball zu spielen. Die logische Folge daher war der Ausgleichstreffer der Wiler in der 36. Minute. Nach einem Lattenschuss stand Ivan Audino goldrichtig und traf zum Ausgleich. Dann folgte das kurioseste Tor, das ich in meinem bisherigem Groundhopping-Leben je gesehen habe. Servette Goalie Müller legte den Ball für den Abkick auf den Boden und sah den von hinten kommende Audino nicht, der geschickt auf Martin Steuble zurück legte, und dieser bekundete keine Mühe das leere Tor zum erstmaligen Führungstreffer für die Wiler zu treffen. Die Führung für den Gastgeber währte jedoch nicht lange. Noch vor der Pause traf Geoffrey Tréand per Foulelfmeter zum 2:2-Ausgleich. Dem Penalty ging ein Halten eines Genfer Stürmers im Wiler Strafraum vor.

In der zweiten Halbzeit neutralisierten sich die Mannschaften weitgehend und 1'710 Zuschauer sahen nur noch wenige Torchancen. So war das Unentschieden in diesem Spitzenkampf nur logisch und gerecht. Nach der flotten Partie ging es per Zug zurück nach St. Gallen.