FC Bayern München – FC Augsburg

Für die einen verkörpern sind die Bayern die beste Fussballmannschaft der Welt, für andere sind es nur ein Haufen reicher Spieler – und die Fans nur Erfolgsfans. Grund genug, bei einem Abstecher nach München mit dem Derby gegen meinen deutschen Sympathieverein, den FC Augsburg, sich selber ein Bild zu machen. Die Ausgangslage schien dabei klar: Alles andere als ein Heimsieg käme im ungleichen Duell einer Sensation gleich.

Mit der U-Bahn machten sich mein Namensvetter und ich vom Marienplatz auf nach Fröttmanning, von wo aus einem die Menschenmenge ans Ziel führt. Für dieses Spiel hatte ich zwei Tickets im Gästesektor gekauft und so nahmen wir eine Stunde vor Spielbeginn weit oben im dritten Rang unsere Plätze ein. Um 15:30 Uhr ging es endlich los.

Eines muss man den Bayern lassen: Sie haben ein sehr schmuckes Stadion und wenn 71’000 Zuschauer aufschreien, wie in der dritten Minute, als Jerome Boateng aus spitzem Winkel die Führung erzielt, wird es sehr laut. Auch in der Folge waren es die Bayern, die Druck auf das Tor der Gäste ausübten. Ein zweiter Torerfolg blieb ihnen vorerst jedoch verwehrt. Trotz der sich anbahnenden Niederlage sangen die Augsburger im Gästeblock kräftig mit. Auf dem Feld schienen ihre Lieblinge mit den Gedanken bereits in der Pause zu weilen, als Franck Ribéry in der 45. Minute mit einem Traumtor nach einem Freistoss zum 2:0 für die Bayern traf.

In der Pause betrieb Ex-Bayern-Star Paul Breitner Propaganda für eine Olympia 2022 in München. Bekanntlich wurde diese einen Tag später relativ klar abgelehnt. Nach der Pause ging es munter weiter und erstmals zeigten auch die Augsburger, dass sie durchaus Fussball spielen könn(t)en. Im Tor der Augsburger stand mit Marwin Hitz übrigens ein Schweizer, der sogar die gleiche Sekundarschule wie ich besuchte. Doch auch er konnte den letzten Gegentreffer, erzielt von Thomas Müller in der Nachspielzeit durch einen (ungerechtfertigten) Penalty, zum 3:0-Endstand nicht verhindern. Xherdan Shaqiri, der Schweizer im Dienst der Münchner, fehlte verletzt.

Fazit: Wer es sich erlauben kann, Spieler wie Arjen Robben, Thomas Müller und Claudio Pizarro auf der Bank schmoren zu lassen, verfügt über sehr viel Qualität und ist für den FC Augsburg – zumindest heute – eine Nummer zu gross. Fantechnisch lässt diese Arena natürlich keine grossen Spielereien zu.


FC Lausanne-Sport - FC St. Gallen

Früh aufstehen war angesagt! Der nächste Auswärtsmatch stand auf dem Programm, diesmal sollte es nach Lausanne gehen. Drei Punkte beim Abstiegskandidaten sind der Anspruch von ziemlich allen, die im Extrazug den weiten Weg in die Romandie antraten. Lachen, Spass haben und vieles Weiteres, das wird vor allem im Extrazug gemacht. Dass es jedoch auch anderes gibt, mussten wir auf der Höhe von Effretikon erfahren. Ein Rumpeln brachte den Zug zum Stillstehen. Schnell wurde klar das es sich um einen Suizid handelte. Die Gedanken ans Spiel waren verflogen, es war erstaunlich ruhig im Zug.

Knapp 2 Stunden später ging es mit riesiger Verspätung doch noch Richtung Lausanne, wobei in Kloten der Zug gewechselt werden musste. In Lausanne angekommen, wurde fast schon ein Sprint zum Stadion hingelegt, das sich hoch über der Stadt befindet. Die ersten Fans, zu denen auch ich gehörte, erreichten das Stadion in der 33. Minute. Es wurde auf Seiten der Lausanner auf eine Eingangskontrolle verzichtet. Auf die Pause hin waren dann alle Fans als Kollektiv in die Pontaise einmarschiert und sorgten erstmals für Stimmung. Das Pausenresultat war 0:0, man hatte also noch nichts verpasst. Die Zuschauerzahl betrug 3’300 Zuschauer.

In der 2. Halbzeit taten sich die St. Galler mit dem eigentlich schwachen Gegner lange schwer, bis Sebastian Wüthrich die Ostschweizer mit einem Volleyschuss zu Beginn der Schlussviertelstunde erlöste. Der Bann war gebrochen und so traf der bis anhin jeweils etwas glücklose Alhassane Keita nach einem Foulpenalty in der 88. Minute und in der 93. Minute mit einem satten Schuss zum 0:3.

Die Heimreise verlief problemlos, wobei man beim Ersatzzug die 1. Klasse geniessen durfte. Drei Punkte aus Lausanne waren also gesichert, rückblickend schaut jeder, der im Extrazug sass, jedoch gern über diesen Ausflug hinweg.


FC Wil - Servette FC

Es gibt sie überall und eines haben sie fast immer gemeinsam. Sie sind sehr emotional. Die Rede ist von Derbys und für mich als St. Galler sind die Spiele gegen den FC Wil jeweils besonders emotional. Im Moment steht der FC St. Gallen jedoch in den oberen Reihen der Super League, während der FC Wil um den Aufstieg in genau diese Liga spielt. Heute kommt der Gast aus Genf; und ist der Absteiger aus der Super League. Spannung ist bei diesem Duell also garantiert. Wer aber trotzdem noch mehr vom Derby wissen will, ist hier richtig.

Der FC Wil hat auf die neue Saison hin ein neues Stadion an alter Wirkungsstätte bekommen, das auf den Namen IGP Arena hört und 6’000 Zuschauern Platz bietet. Aufgeteilt sind diese Plätze auf drei Stehtraversen und eine mit Sitzschalen bestückte Haupttribüne. Gespielt wird auf Kunstrasen. Grund genug, dem eigentlichen „Rivalen“ einen Besuch abzustatten. Das Stadion ist schmuck und auch in der Grösse ideal für den FC Wil.

Das Spiel begann für die Gäste aus der Romandie deutlich besser und so konnten die zirka 100 mitgereisten Fans bereits in der 14. Minute und einem Kopfballtor von Igor Tadic die Führung bejubeln. Das Gegentor rüttelte die Wiler wach, die nun endlich auch anfingen, Fussball zu spielen. Die logische Folge daher war der Ausgleichstreffer der Wiler in der 36. Minute. Nach einem Lattenschuss stand Ivan Audino goldrichtig und traf zum Ausgleich. Dann folgte das kurioseste Tor, das ich in meinem bisherigem Groundhopping-Leben je gesehen habe. Servette Goalie Müller legte den Ball für den Abkick auf den Boden und sah den von hinten kommende Audino nicht, der geschickt auf Martin Steuble zurück legte, und dieser bekundete keine Mühe das leere Tor zum erstmaligen Führungstreffer für die Wiler zu treffen. Die Führung für den Gastgeber währte jedoch nicht lange. Noch vor der Pause traf Geoffrey Tréand per Foulelfmeter zum 2:2-Ausgleich. Dem Penalty ging ein Halten eines Genfer Stürmers im Wiler Strafraum vor.

In der zweiten Halbzeit neutralisierten sich die Mannschaften weitgehend und 1’710 Zuschauer sahen nur noch wenige Torchancen. So war das Unentschieden in diesem Spitzenkampf nur logisch und gerecht. Nach der flotten Partie ging es per Zug zurück nach St. Gallen.


SCR Altach - TSV Hartberg

Kurzfristig ging es an diesem Freitagabend ins Nachbarland Österreich. Ziel war die Gemeinde Altach im Vorarlberg, wo der SCR Altach beheimatet ist. Dieser spielt zurzeit in der zweithöchsten Liga Österreichs und ist dort Tabellenführer. Mit zwei Kollegen zusammen erreichten wir relativ früh das Stadion, wo wir unsere Plätze in der dritten Reihe der Haupttribüne – schön zentral – einnahmen. Der heutige Gegner kam aus Hartberg, das nur etwa 40 Kilometer von der ungarischen Grenze entfernt liegt. Eine entsprechend lange Reise hatten das Auswärtsteam also bereits hinter sich.

Um 18:30 Uhr war Anpfiff im Stadion Schnabelholz und 3’357 Zuschauer sahen von Beginn weg eine stark aufspielende Heimmannschaft, die den Gästen aus der Steiermark nur wenig Spielraum gewährte. Die Chancen blieben zu Beginn jedoch eher rar. In der 27. Minute jedoch erzielte Boris Prokopic nach einem mustergültigen Angriff die verdiente Führung für die Altacher. In der 2. Hälfte weiterhin das gleiche Bild. Die Gäste zeigten sich, wohl auch aufgrund der langen Anreise, ziemlich harmlos, während das Heimteam bemüht war für klarere Verhältnisse zu sorgen. In der 75. Minute wurde der Bann schlussendlich gebrochen. Martin Harrer traf nach einem Torwartbock für die Vorarlberger. Nur drei Minuten später sorgte Hannes Aigner per Kopf für das 3:0. Dies war zugleich auch das Schlussresultat in einer einseitigen Partie.

Damit verteidigen starke Altacher ihre Tabellenführung souverän und bleiben weiter im Rennen um den Aufstieg in die Bundesliga. Was es noch zu sagen gibt: Wer ein preiswertes und ausgewogenes Essensangebot an Fussballspielen mag, ist in Altach genau richtig! Hier gibt es über Pommes, Döner bis hin zum Donut alles, was das leibliche Wohl begehrt.


FC Fulham – Stoke City (05.10.13)

Alle Jahre wieder könnte man sagen, zumindest für mich. Bereits im Frühling und zur gleichen Zeit im letzten Jahr war ich in der Hauptstadt Englands anzutreffen. Heute wurde vor allem viel geshoppt und gegessen. Am Nachmittag machten wir uns auf mit der Metro zur Station Putney Bridge, welche als nächstgelegene zum Stadion des FC Fulham gilt. Bereits an der Haltestelle und an den enormen Menschenmengen war anzumerken, dass hier und heute Fussball gespielt wird. Leider betraten wir das Stadion erst in der 2. Minute und verpassten so das Einlaufen der beiden Mannschaften. Wir hatten Plätze in der siebten Reihe, sehr zentral hinter dem Tor am Putney End. Dies garantierte uns geniale Sicht. In der Anfangsphase waren es vor allem die Plätze und der Support der Stoke Fans welcher für das Positive sorgte. Das Spieltreiben verdiente höchstens das Prädikat genügend. Dies obwohl Fulham mit Berbatov, Karagounis und Hangeland doch über einige bekannte Spieler verfügt. Was uns Schweizer natürlich auch besonders freut; mit Senderos und Kasami stehen zwei Spieler das ganze Spiel über auf dem Platz.

Nach müden 45 Minuten ging es in die Pause. Statt den üblichen Pausentee gab es einen rund 30 Centimeter Hot-Dog, der auch nur aus Essensnot gegessen wurde. Die 2. Halbzeit begann vielversprechend und Stoke City machte Dampf. Vor allem Arnautovic im Sturm der Gäste liess seine Klasse immer wieder aufblitzen. Stoke übernahm nun mehr und mehr das Spielgeschehen und die rund 2000 Stoke Fans waren im gut gefüllten Stadion deutlich zu hören. Insgesamt waren 24’634 Zuschauer ins Stadion gepilgert. Ins legendäre Craven Cottage, welches wie der Name schon sagt über eine Jagdhütte verfügt, welche sich in einem Ecken des Stadions befindet.

Als schon niemand mehr an ein Tor glaubte, spielte der Schweizer Pajtim Kasami einen entscheidenen Pass und der eingewechselte Darren Bent traf in der 83. Minute zum (unverdienten) 1:0 für Fulham. Danach waren sowohl Spieler als auch Gästefans nach einer eigentlich starken Leistung bedient.

Nach dem Spiel ging es mit der Metro zurück ins Stadtzentrum, wo erst einmal gemütlich im KFC gegessen wurde.


Swansea City - FC St. Gallen

Erstes Auswärtsspiel in der Europa League! Und dies gleich auf der Insel, gegen den Premier League Club Swansea City. Grund genug sagten wir uns und machten uns zu viert auf die Reise ins 1400 Kilometer entfernte Wales. Wie sich später herausstellen sollte, waren wir nicht die einzigen. Rund 1500 Fans aus St. Gallen sind für das Spiel angereist. Am Mittwochmorgen ab Zürich Flughafen gings via Amsterdam nach Bristol, von wo uns ein Bus in die zweitgrösste Stadt von Wales brachte. Neben Fussball schauen, haben wir auch die sehr schöne Landschaft genossen und Spaziergänge entlang der Küste unternommen.

Am frühen Donnerstagabend versammelten sich dann um 17.30 Uhr wie abgemacht alle Fans am Castle Square. Nach einem kurzen Einsingen gab es einen stündigen Stadionmarsch, der so manch Waliser aus seinem Häuschen lockte. Die Fans waren bereit! Bereits eine Stunde vor Spielbeginn gaben die St. Galler Fans den Gastgebern eine Kostprobe von der Stimmung, die sie erwarten wird. Um 20.05 Uhr gings dann endlich los. Mit jeder Menge Tricks haben die St. Galler auch Fahnen ins Stadion gebracht und zum Intro wurden diverse Pyros gezündet. Ein seltenes Bild in der Premier League.

Der FCSG startete gut in die Partie, welche sehr offen war. Nach einer Viertelstunde und einer Flanke von Rodriguez wehrte ein Swansea-Verteidiger den Ball unglücklich mit der Hand ab. Das Verdikt war klar. Handselfmeter! Nicht wie normal Janjatovic, nein diesmal trat Karanovic den Penalty und dies sollte sich rächen. Wie alle St. Galler mitsamt den Fans war er sehr nervös und Tremmel seitens der Gastgeber konnte parieren. Nur wenige Minuten später konnte der formstarke Marco Mathys erneut auf den deutschen Torwart im Dienste der Waliser losziehen, aber auch er scheiterte. In der Folge war es ein offener Schlagabtausch, wobei Swansea in der 24. Minute einen Pfostentreffer zu verzeichnen hatte. Mit dem 0:0 gings in die Pause, aus St. Galler Sicht konnte man zufrieden sein; einziges Manko einmal mehr: die Chancenauswertung! In der 2. Halbzeit wurde den Zuschauern eindrücklich aufgezeigt, warum die Mannschaft aus Swansea auch das Barcelona von England genannt wird. Sie überzeugte mit schnellem Kombinationsfussball, der oftmals den einen oder anderen St.Galler Verteidiger alt aussehen liess. So auch in der 55. Minute als Wayne Routledge eine schöne Kombination der Waliser erfolgreich zum 1:0 abschloss. Das Stellungsspiel der St. Galler Verteidigung versagte in dieser Szene völlig. In der Folge sahen 15’397 Zuschauer wie die Fans der St. Galler ihr Team mit unermüdlichem Support nach vorne peitschte, mehr als ein Pfostenschuss in der 81. Minute von Nater lag jedoch nicht mehr drin.

So musste sich der FC St. Gallen beim ersten Aufeinandertreffer der beiden Teams mit 1:0 geschlagen geben. Wenn es jedoch einen Sieger gegeben hätte, waren das die St. Galler Anhänger die wie damals YB in Liverpool den Einheimischen zeigten, was richtiger Support ist. – Auch wenn man nach dem Spiel im Dunkeln rund eine Stunde zurück in die Stadt laufen musste, weil sich die Verantwortlichen mit der Anzahl Extrabusse für die Gästefans verrechnet hatten.


GC Zürich - FC St. Gallen

Einmal mehr ging es an einem Samstag in die Fremde, diesmal in die grösste Schweizer Stadt. Wie immer wenn es nach Zürich geht, dürfen sich die Spieler auf einen grossen Anhang freuen, so war es auch dieses Mal, als der gut gefüllte Extrazug um 16.37 Uhr den St. Galler Hauptbahnhof verliess. Letztes Jahr traten die St. Galler die gleiche Reise an, ungeschlagen als Tabellenleader hatten die Zürcher den Ostschweizern jedoch damals die erste Niederlage hinzugefügt. Dieses Jahr war die Sache genau umgekehrt. GC war zumindest in der Meisterschaft ungeschlagen und darum Leader und die Grün-Weissen wollten zum Spielverderber avancieren.

Um 19.45 Uhr wurde die Partie bei magerer Kulisse angepfiffen, wie man es von den Zürcher Klubs gewohnt ist, dieses Mal war der Zuschauerauflauf zusätzlich vom politischen Nein zum neuen Stadion beeinträchtigt. Lediglich 6780 Zuschauer, davon knapp 800 Espen fanden den Weg zum Letzigrund. In der Anfangsphase des Spiels waren es vor allem die Fans, die sich gegenseitig duellierten, zum Beispiel als im Gästefanblock ein Transparent mit der Aufschrift „Au eui Enkel stönd noh im Letzi“ in die Höhe gehalten wurden. Mit dieser Aktion wollten die St. Galler die Wunde der enttäuschten GC-Fans über das nicht zustande kommende Stadion vergrössern. Nachdem beide Mannschaften in der Folge zu guten Torchancen kamen, war es in der 32. Minute Goran Karanovic, welcher nach einem mustergültigen Konter auf den besser postierten Ermir Lenjani ablegte, welcher zum 0:1 für die Espen einschiessen konnte.

Die Partie wurde wie gewohnt wenn diese zwei Rivalen aufeinander treffen ziemlich hart geführt. Bis zum Pausenpfiff neutralisierte sich das Geschehen und die St. Galler konnten verdient mit der knappen Führung in die Pause.
Die 2. Halbzeit beginnt mit einem Paukenschlag! Nassim Ben Khalifa geht nach einem Zweikampf mit St. Gallens Rückkehrer Stephane Nater zu Boden. Aufgrund eines Ellbogenschlags sah er somit die gelbe Karte und wurde (zurecht) des Feldes verwiesen. Die Gäste nun also für knapp eine Halbzeit mit einem Mann weniger.
Nur acht Minuten später rastete GC-Stürmer Izet Hajrovic nach einem nicht bekommenen Freistoss völlig aus und streckt St. Gallens Verteidiger Stephane Besle à la Zinedine Zidane. Logische Folge daraus war die rote Karte und nun spielten die beiden Mannschaften mit je 10 Spieler weiter. Hajrovic hatte nun so seinem Team den entscheidenden Vorteil genommen.

In der Folge passierte nicht mehr viel in Zürich, St. Gallen siegte auswärts beim Leader und nach dem Spiel waren alle über diesen Arbeitssieg froh.


FC St. Gallen - FK Kuban Krasnodar

Nach dem Heimspiel in den Playoffs der Europa League gegen Spartak Moskau stand es 1:1. Damit war die Ausgangslage für das Auswärtsspiel in der russischen Hauptstadt zwar nicht rosig, dennoch aber machbar. Im Rückspiel wuchs der FC St. Gallen über sich hinaus, zeigte eine der besten Leistungen der Neuzeit und gewann auswärts mit 4:2 – trotz Rückstand nach 57 Sekunden. Grossen Anteil am Ostschweizer Erfolg hatte Goran Karanovic.

Am 9. August loste die UEFA schliesslich die Gruppen aus und teilte St. Gallen zusammen mit Valencia, Swansea und Krasnodar ein. Die Gruppenphase sollte für die St. Galler am 19. September mit einem Heimspiel gegen den FK Kuban Krasnodar beginnen. Zur Info: Der Einschub Kuban stammt vom gleichnamigen Fluss, der durch die russische Stadt fliesst.

Am besagten Donnerstag machte ich mich direkt nach der Schule auf den Weg in die Arena, denn der Heimsektor war einmal mehr ausverkauft. Um 19 Uhr ging es bei gewohnt sehr stimmungsvoller Atmosphäre los und die Premiere der St. Galler in der Europa League war Tatsache. Die Mannschaften hatten vor der Auslosung wohl noch nie etwas voneinander gehört; entsprechend war die erste Halbzeit geprägt von grossem Respekt und gegenseitigem Abtasten. So gab es auch nur wenige Torchancen.

Nach dem Seitenwechsel spielten die St. Galler immer stärker auf und wurden in der 55. Minute erlöst, als Goran Karanovic den Ball über die Linie drücken konnte, nachdem Goalie Belenow die Abwehr missglückte. Das Stadion stand kopf, das erste Tor in der Gruppenphase war Tatsache! Trotz grossen Namen beim Gegner, wie etwa Djibril Cissé, spielten die St. Galler weiter munter auf und kamen eine Viertelstunde vor Schluss zu einem weiteren Freistoss, den Marco Mathys mit der Fussspitze zum 2:0 in die Maschen lenkte. Kuban Krasnodar gelang in der Folge keine Reaktion mehr und so startete der FC St. Gallen vor 12’551 Zuschauern optimal ins Abenteuer Europacup.


FC Wacker Innsbruck - SK Rapid Wien

Am Abend zuvor noch in Rapperswil am Eishockeymatch, bestiegen Kollege Luigi und ich an diesem Morgen bereits kurz nach fünf Uhr den Zug, der uns nach Innsbruck brachte. Pünktlich um neun Uhr erreichten wir die Stadt im Tirol und besichtigten vorab die Innenstadt mit ihren verschiedenen Sehenswürdigkeiten, welche die Senioren jeweils magisch anziehen. Inmitten von verschneiten Bergen gelegen, wehte hier schon in den Morgenstunden ein zügiger Wind. Innsbruck verfügt mit der Bergiselschanze zudem über eine moderne Skisprunganlage, die eines der vier Austragungsorte der prestigeträchtigen Vierschanzentournee darstellt.

Am Nachmittag ging es zu Fuss weiter durch die Stadt bis zum Stadion Tivoli, das nicht mit dem gleichnamigen Stadion der Alemannia aus Aachen zu verwechseln ist und abseits des Zentrums liegt. Für 20 Euro kauften wir Karten für die Gegentribüne, die sich als Glücksgriff erwiesen, zumal wir die Sonne geniessen konnte und sich uns eine traumhafte Aussicht auf die Sprungschanze und die Tiroler Bergwelt offenbarte.

Der FC Wacker Innsbruck feierte in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag und ausgerechnet für das heutige Spiel waren alle Feierlichkeiten geplant. Einziges Manko stellten die beiden alten Herren aus der Schweiz eine Reihe vor uns dar, die sich als selbsternannte Fussballkenner ausgaben und manchen Zuschauer verärgerten. Als die Spieler einliefen, zeigten die Fans der Innsbrucker eine dreiteilige Choreografie. Zuerst zeigten sie ein etwa sechzig Meter langes Transparent mit der Aufschrift „FC Wacker Innsbruck 1913“. Danach hielten die Fans alle Mottoshirts in grüner und schwarzer Farbe in die Höhe und zum Schluss zogen sie ein riesiges Vereinswappen über die Heimkurve. Auch auf dem Platz ging es mit einem Paukenschlag los respektive einem Schiedsrichterpfiff und einer daraus resultierenden roten Karte für die Gastgeber. Gespielt waren gerade mal 76 Sekunden. Und als wäre das nicht schon Strafe genug, fand das Foulspiel im Strafraum statt und es gab so nach zwei Minuten bereits Elfmeter für die Wiener.

Die Fans waren mit dieser harten Entscheidung (zurecht) nicht einverstanden und es flogen Bier und andere Gegenstände auf das Spielfeld, sodass der Schiedsrichter das Spiel kurz unterbrach. Im Anschluss trat ein Wiener unter gellendem Pfeiffkonzert zum Elfmeter an, doch Szabolcs Safar in Tor der Einheimischen konnte den Elfmeter parieren und so war im Stadion die Hölle los. In der Folge mussten die Innsbrucker jedoch mit einem Mann weniger auskommen und so köpfelte nach einer halben Stunde Mario Sonnleitner zur Führung für die Gäste ein. Riesiger Jubel bei den zahlreich mitgereisten Gästefans. Die Innsbrucker retteten den Rückstand in die Pause, und wahrten damit die Chancen auf einen Punktgewinn. Nach der Pause folgte auf der Heimseite eine grosse Pyroshow, die von grünem Rauch untermalt wurde, der das ganze Stadion einhüllte.

In der zweiten Halbzeit zeigten die Gäste aus der Hauptstadt, warum sie in der aktuellen Saison in der Europa League vertreten sind. Das 0:2 in der 55. Minute war jedoch ein halbes Eigentor, bei dem der Wiener Stürmer Terrence Boyd vom Innsbrucker Verteidiger angeschossen wurde. In der Folge machte sich der Kräfteverschleiss seitens des Heimteams immer mehr bemerkbar und so war trotz herausragender Goalieleistung das dritte Gegentor nur eine Frage der Zeit. Diese Frage beantworte Thanos Petsos zehn Minuten vor Schluss mit einem wunderschönen Freistosstor ins Lattenkreuz. Der Widerstand der Tiroler war damit gebrochen und das 0:4 durch Guido Burgstaller nur noch Zusatz. Ein bitterer Nachmittag für die Mehrheit der 10’642 Zuschauer mit einer klaren Niederlage war nun Realität.


FC Schönbühl - FC St. Gallen

Am 1. Juli kurz vor Mittag stand fest, der FC Schönbühl trifft in der ersten Runde des Schweizer Cups auf den FC St. Gallen. Für die Amateure, die normalerweise in der 2. Liga dem Leder hinterher rennen der Karrierehöhepunkt, für den Präsidenten und das Organisationskomitee eine Menge Arbeit. Und für die Fans aus St. Gallen heisst das einmal mehr ein ziemlich weiter Weg um den geliebten FCSG spielen zu sehen.

Um 11.55 Uhr verliess der Extrazug den Bahnhof St.Gallen in Richtung Berner Mittelland, genauer gesagt nach Schönbühl. Nach einer knapp 3-stündigen Fahrt erreichten wir zur Erleichterung vieler Fans endlich den kleinen Bahnhof. Ein doch recht anschaulicher Menschenmob machte sich frohen Mutes an diesem heissen Sommertag Richtung Fussballplatz. Der Platz wurde extra fürs Cupspiel mit zwei Tribünen ausgestattet. In der brütenden Hitze warteten wir so auf den Anpfiff der um 16.00 Uhr erfolgen sollte. Da wir knapp vor drei Uhr bereits die Sicherheitskontrollen passiert hatten, blieb uns noch genug Zeit ein wenig über die Ausgangslage zu diskutieren. Auf dem Papier gesehen waren wir natürlich übermächtig aber wie man weiss der Cup hat seine eigenen Gesetze und hat schon manch eine Überraschung hervorgebracht.

Heute jedoch nicht, wie sich im Laufe des Spiels zeigen sollte. Bereits nach 21 Minuten führte der FCSG mit 4 Toren. Am mangelnden Kampfgeist der Berner hat es nicht gelegen und so wurden die Amateure in der 30. Minute nach einer ausgeklügelten Eckballvariante mit dem Ehrentreffer belohnt. In der zweiten Halbzeit sahen 2700 Zuschauer wie die St.Galler wesentlich abbauten, aufgrund der Müdigkeit der Amateure wurden jedoch weitere 4 Treffer erzielt. Schlussendlich hiess es 1:8 für den Favoriten und trotzdem war so ziemlich jeder zufrieden, sei es Trainer Saibene, ein Spieler von Schönbühl der gerade ein Trikot getauscht hat oder Andrin, der nun einen weiteren Ground besichtigt hat.