Groundhopping

Chelsea FC – Sunderland AFC (19.12.15)

Mit dem Besuch an der Stamford Bridge sollte einer der letzten Meilensteine bezüglich einem Ziel, wenn man es denn so überhaupt so nennen darf, aus dem Weg geschafft werden. Dieses steckte ich mir einmal vor Langem, zu jener Zeit noch nicht derart vom Virus befallen, dass ich allen Profi-Teams aus der Stadt des Fussballs einen Besuch abstatten will. Und heute sollte mit Chelsea zumindest mit der Premier League in der englischen Metropole abgeschlossen werden. So nahm ich also wie bereits im vorherigen Beitrag erwähnt den Zug ab Southend in Richtung London, wo man bei Ebbe und traumhafter Sicht am Meer entlang in Richtung Innenstadt fuhr.

Gegen die Mittagszeit traf man sich mit dem Namensvetter sowie Kumpanen Bego aus der Heimat, die ebenfalls zufällig hier auf der Insel ihre Zelte aufschlugen und man speiste gemeinsam zu Mittag. Sie hatten eine strenge Anreise und ich eine Art Shoppingmarathon rund um die Carnaby Street hinter mir. Letzterer der beiden assistierte mir anschliessend beim Unterfangen „London-Komplettierung“, als er spontan den Wunsch äusserte, mich an die Stamford Bridge begleiten zu wollen. Denn dem eigentlichen Gunners-Fan hätte eher die Partie vom Montag zugesagt, schlussendlich bleibt es aber sein Geheimnis, wieso er eine Art Abstiegsgipfel an der Stamford Bridge dem Spitzenkampf vorzog.

Die Kartenfrage seinerseits also noch ungeklärt, wurde man nach kurzen Handel auf dem Weg zum Stadion fündig. Über Drittanbieter scheint dann wohl auch die beste Option zu sein, sollte man keinen Member kennen, um bei Chelsea an Karten zu kommen. Nun war man also zusammen im Shed End untergebracht, zwar nicht im selben Block, mit etwas Geschick fand man sich aber zu Spielanpfiff zu zweit in der dritten Reihe mittig hinter dem Tor nebeneinander wieder. Speziell zu erwähnen gilt es die Tatsache, dass nicht nur Diego Costa sondern auch Oscar und Cesc Fabregas vom Heimanhang (!) bei deren Präsentation ausgebuht wurden. Immerhin sollte das erste Spiel nach der doch eigentlich ziemlich erfolgreich Ära Mourinho Chelsea sogleich einen Sieg bringen. Gefeiert wurde beim 2:0 Sieg allerdings vor allem der Portugiuse, welcher selbst wohl am meisten über seiner Entlassung überrascht war. Bei beiden Toren wurden von den 41’643 Zuschauern zudem Sprechgesänge zu Ehren des „Special One“ angestimmt. Auch Ivanovic klatschte immer wieder bestätigend in die Hände.

Trotz der drei Punkte befindet sich Chelsea rein faktisch auch weiterhin im Abstiegskampf, der Name sorgt aber dafür, dass man sich vor diesem Szenario in den Medien hütet. Für die Mackems aus dem Norden des Landes hingegen präsentiert sich die Lage immer ungemütlicher und Sunderland wird wohl langsam aber sicher in die Tiefen der zweiten Liga gedrängt.

Für uns ging es danach wieder in die Stadt, wo man den dritten im Bunde aufgabelte, anschliessend durch Notting Hill schlenderte und den Abend bei einem Pint gemütlich ausklingen liess. Während für sie im Anschluss noch ein paar fussballfreie Tage in der Hauptstadt anstehen sollten, ging es für mich nach einer erholsamen Nacht bereits am nächsten Morgen früh in Richtung Midlands weiter.

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19. Dezember 2015