Coventry City hat kein Logo, sondern gefühlt ein ganzes Geschichtsbuch auf der Brust: Ein Elefant, der auf einem hellblauen Ball balanciert und eine Burg auf dem Rücken trägt, flankiert von zwei Phönixen – einer von ihnen erhebt sich aus der Asche. Dazu die Farben Rot, Weiss und Schwarz.

Ebenso bewegend wie das Klubwappen ist die Geschichte der zehntgrössten Stadt Englands. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Coventry durch die deutsche Luftwaffe beim Coventry Blitz schwer beschädigt. Auch die Kathedrale der knapp 350’000 Einwohner zählenden Stadt im Zentrum Englands wurde zerstört. Dennoch ist man stolz: Gerade aufgrund dieser Kathedrale darf man sich «City» nennen – im Unterschied zu Gegner Ipswich, das mit seiner Kirche nur eine «Town» ist.

Coventry City beschliesst gegen Ipswich Town ein verrücktes Jahr: Nach einer Vergangenheit mit Heimspielen im Exil von Northampton und Birmingham ist man in diesem Sommer endlich Eigentümer des Stadions im Norden der Stadt geworden. Zwar scheiterte Coventry im Playoff-Halbfinal am Aufstieg in die Premier League, doch als souveräner Tabellenführer tritt man in der aktuellen Spielzeit abermals zum Spitzenspiel gegen den Drittplatzierten an – mit satten 13 Punkten, die vor Anpfiff zwischen den beiden Mannschaften liegen. Entsprechend ausgelassen ist die Stimmung im markanten Anbau des Stadions, der als Trinkhalle genutzt wird, während im Hintergrund die Darts-WM im TV läuft. So voll besetzt ist der Raum sonst lediglich bei Konzerten.

Für die Fans der «Sky Blues» – 2018 noch viertklassig ­– ist klar, wer für den Erfolg verantwortlich ist: Frank Lampard. Der Trainer soll dem Gründungsmitglied der Premier League die lang ersehnte Rückkehr ins Oberhaus ermöglichen. Entsprechend respektvoll tritt auch Ipswich auf: Die «Tractor Boys» schinden von Beginn an Zeit, müssten sich als spielstarker Absteiger aber eigentlich nicht verstecken. Coventry findet prompt kein probates Mittel, und für die 31’213 Zuschauer ist schnell ein Schuldiger gefunden: «My dad was right, the refs are shite», hallt es durchs Rund, nachdem die Gäste mit späten Toren das 0:2 an diesem kalten Montagabend besiegeln.