Groundhopping

Dinamo Zagreb – NK Zagreb (16.04.16)

Auch für das vermeintliche Derby am Abend mussten keine Karten im Vorverkauf erstanden werden, denn dies ging bequem vor dem Anpfiff. Zwar gab es eine relativ lange Schlange, da wie bereits aus Italien bekannt der Personalausweis vorgezeigt werden muss, der Eintritt ist mit umgerechnet fünf Schweizer Franken aber äusserst tief. Es herrschte quasi freie Platzwahl, und dies obwohl auf der unsrigen Haupttribüne nur der Unterrang für das Publikum geöffnet wurde. Grund dafür ist der enttäuschende Andrang von lediglich 1’435 Zuschauern. Vor allem der Blick auf die eigentliche Heimkurve tut einem Fussball- und Fankenner im Herzen weh. Wo einst unter der Leitung der „Bad Blue Boys“ eine der stimmungsvollsten Anhängerschaften im Balkan eingefunden hatte, sind heute nur gerade noch knapp 20 Leute zu finden. Dies zwar ebenfalls mit einem Banner der „BBB“, doch ist dies der verschwindend kleine Teil der Gruppierung, welche den Klubchef und Betrüger Mamic akzeptiert. Es wird sogar gemunkelt, dass Mamic jene „treuen Gefährten“ für ihre Präsenz im Stadion Maksimir finanziell entlöhnt.

Der Kroate ist bekannterweise kein Kind von Traurigkeit und sitzt wegen Unregelmässigkeiten bei den getätigten Transfers erneut wieder im Gefängnis, nachdem er bereits im Jahre 2013 durch einen verbalen Aussetzer hinter Gittern landete. Des Weiteren wird er beschuldigt, der kroatische Staatskasse während dem Krieg um die Kroatische Unabhängigkeit ein Loch in den Bauch gefressen zu haben, natürlich zu seinen persönlichen Gunsten. Unter dem „Enfant terrible“ durften sich bereits 15 (!) verschiedene Trainer an der Seitenlinie versuchen und dies obwohl man beinahe jedes Mal die Meisterschaft gewinnen konnte. Gründe genug, sagte sich die aktive Fangemeinschaft und boykottiert daher, sehr zum Leidwesen der Spieler und Stimmungsfreunde, konsequent alle Spiele. So gab es auch am heutigen Abend nur vereinzelt Schlachtrufe von der kleinen Gruppe. Das Spiel war trotz klarer Tabellensituation ziemlich eng und Dinamo gewann nur dank einem Penaltytreffer mit 1:0. Gäste waren in der imposanten Spielstätte keine vor Ort.

Am Folgetag wurde per Zug die slowenische Hauptstadt angesteuert, welche jedoch nur im kleinen Stadtzentrum überzeugen kann. Etwas ausserhalb steht noch der Lost Ground „Centralni Stadion“ ansonsten hatte ich definitiv höhere Erwartungen an die Stadt. Auf dem Rückweg dann glücklicherweise keine langwierigen Grenzkontrollen mehr, ehe am Montagabend der Heimflug folgte. Um abschliessend noch auf den Herzensverein in der Heimat zu sprechen zu kommen, welcher bereits beim Beitrag über das Derby in Offenbach ein kurzer Auszug gewidmet wurde. Am Sonntag, als wir in Ljubliana weilten, folgt die höchste Heimniederlage seit 1937. 0:7 gegen den FC Basel lautete das brutale Verdikt. Trainer Zinnbauer ist sich aber sicher: „Die Mannschaft ist nicht schuld.“ Ich mir indes auch. Muss wohl am FC Basel gelegen haben…

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16. Mai 2016