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Empoli FC – Parma Calcio (02.03.19)

Eine der bekanntesten Gemellaggio (Partnerschaft) im italienischen Fussball unterhalten die Fanszenen von Parma und Empoli. So ist unter anderem die Gruppierung Boys, die zurzeit im BFU in einem ausführlichen Interview über Interna spricht, seit sage und schreibe 35 Jahren mit den Desperados befreundet. Diesem Jubiläum zollen die beiden Lager mittels „Fanmatch“ und gemeinsamen Mittagessen vor dem eigentlichen Spiel Respekt.

Das Trio aus Kumpane Heeb, Lukas und mir überlegte kurz, bereits diesem Spiel beizuwohnen, entschied sich dann jedoch gegen die frühe Abfahrtszeit und für mehr Schlaf. Nichtsdestotrotz ging es an diesem Samstagmorgen verglichen früh in Richtung Süden. Rund sechs Fahrstunden später erreichten wir die 50’000-Einwohner-Stadt in der Toskana.

Zusammen mit Frosinone ist es die klar kleinste Heimat eines Erstligisten, was der verschlafene Eindruck rund um das Stadion zur Mittagszeit bestätigt. Nach Kartenkauf in der rustikalen Clubstelle genossen wir Pizza und Bier in einer nahegelegenen Gäststätte, ehe wir kurz vor Anpfiff zum Stadion schlenderten. Trotz dem enttäuschenden Saisonverlauf zeigen sich ein Grossteil der Sektoren, auch dank der zahlreich angereisten Gäste aus Parma, gut gefüllt. Erwartete ich aufgrund der tabellarischen Lage eine langweilige Nullnummer, wurde ich vor allem dank den Altmeistern Gervinho und Bruno Alves in den Reihen der Parmigiani eines Besseren belehrt.

Die 8’404 Zuschauer bekamen nebst ordentlicher Stimmung beider Seiten eine äusserst kurzweilige Partie mit sechs gleichmässig verteilten Toren vorgeführt. Die tragische Figur gab dabei Bruno Alves ab, der nach einer Vorlage und einem eigenen Treffer in der Nachspielzeit unglücklich zum 3:3 ins eigene Tor traf. Der späte Punktgewinn veranlasste die Heimfans wie wild gegen die Stahlrohrtribüne zu trommeln, weshalb mir (spätestens seit dem Brückeneinsturz in Genoa) ziemlich flau im Magen wurde. Zum Glück hielt die verwitterte Konstruktion stand, sodass wir kurz darauf unsere Weiterfahrt in Richtung Tyrrhenisches Meer fortsetzen durften.

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23. März 2019