Stolz erklärt mir Paul, dass Exeter City neben dem AFC Wimbledon den einzigen fangeführten Profiklub in England verkörpert. Wir stehen in seinem Reich, dem Museum des Supporters Trust, und er sinniert über die historische Niederlage gegen Brasilien im Jahr 1914, die Aktion «Red or Dead» in der Saison 2003/04, als der Klub kurz vor dem Bankrott stand, oder die Tatsache, dass Exeter City den Übernamen «The Grecians» trägt, obwohl keinerlei griechischer Bezug besteht.

Am namensgebenden Fluss Exe ist man aber nicht nur wegen des lokalen Drittligisten stolz, sondern auch auf die Hauptstadt der Grafschaft Devon selbst. Angeführt von der gotischen Kathedrale besticht die 140’000-Einwohner-Stadt mit mittelalterlicher Architektur und lockt neben Touristen dank ihres guten Rufs im Bildungsbereich auch viele Studenten an, die den Sprung an eine der Londoner Eliteunis verpasst haben. Wer jugendliche Trinkfreudigkeit mit sehenswerten Gotteshäusern verbinden will, dem sei das «George’s Meeting House» empfohlen, eine ehemalige Kirche und heutiges Pub mit preiswertem Pint.

Mit dem St. James Park trägt die altehrwürdige und bislang einzige Heimat von Exeter City den gleichen Namen – allerdings ohne Apostroph – wie jene von Newcastle United. Mitten in der Stadt gelegen, zählt das Stadion für mich zu den schönsten des Landes und bietet gleich mehrere Blickfänge: die Backsteinhäuser hinter dem Gästesektor, die trapezförmige Stehtribüne mit ihren markanten Wellenbrechern oder die Reihenhäuser des Stoke Hill. Letztere sind sichtbar, weil die nach dem früh verstorbenen Exeter-Spieler Adam Stansfield benannte Tribüne nur bis zur Mittellinie reicht, zumal direkt dahinter die Gleise verlaufen.

Platzknappheit herrscht in Exeter auch an der Seitenlinie. Die Coachingzonen trennen kaum einen Meter, die kleinen Ersatzbänke liegen gar aneinander. Sicher nicht das Setting, das sich Luton-Trainer und Ex-Nationalspieler Jack Wilshere zu seinem 34. Geburtstag gewünscht hat. Auch die Ränge sind dicht besetzt: 7’912 Zuschauer sind anwesend, darunter knapp tausend Gäste, deren Lieblinge sich überraschend passiv präsentieren. So holt Exeter dank dem 1:0 kurz nach der Pause wichtige Punkte im engen Abstiegskampf der League One.