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Favoritner AC – Nussdorfer AC (01.06.14)

Zum Schluss wollten wir es uns nicht nehmen lassen, auch noch in Wien eine letzte Partie mitzunehmen. Da die österreichische Bundesliga bereits zu Ende war, kam die Partie zwischen dem Favoritner AC und dem Nussdorfer AC in der Wiener Stadtliga am Sonntagmorgen wie gerufen. Zudem sollte das Stadion auch zu der besonderen Sorte, zumindest in Wien, gehören.

Mitten im Quartier Favoriten, ziemlich nahe beim Stadion der Austria gelegen, findet man dann auch das kleine Stadion, welches lediglich den Namen FAC-Platz trägt. Für rund 4 Euro gings dann ins Innere und gleich auf die Holzbänke der Haupttribüne. Das Ganze auf dieser Seite unüberdacht, da die Sonne schien, ging dies jedoch ohne Problem und mit der Zeit wurde es sogar zu warm, sodass man in der zweiten Hälfte auf die Gegentribüne, welche in einen Block eingebaut wurde, im Schatten wechselte. Das Spiel dann etwa viertklassig, wie ich mir es vorgestellt hatte, obwohl die Hausherren das ein oder andere Mal durch eine gelungene Aktion auffielen. In der 14. Minute durfte sich der stark agierende Gästetorwart ein erstes Mal auszeichnen, als er gleich eine Doppelchance zunichte machte. Auf der anderen Seite blieb der Torwart in der 18. Minute ohne Chance, als Josip Golic einen Fehler in der heimischen Defensive gekonnt ausnutzte und zum 0:1 einnetzte. Die Reaktion der Favoriten (Achtung Wortspiel!) liess nicht lange auf sich warten, denn in der 22. Minute wurde per Kopf der 1:1 Ausgleich erzielt. Als Torschütze wurde Marco Weidener angegeben. Die Gäste, die die letzten fünf Spiele allesamt verloren haben, durften sich beim Gang in die Katakomben bei ihrem Schlussmann bedanken, der das Unentschieden mindestens bis zur Pause hin festhielt.

Der erste Aufreger in Abschnitt zwei war dann ein roter Karton gegen das Heimteam, welches in der Folge also nur noch mit zehn Mann agieren durfte. Normalerweise wird man durch eine rote Karte geschwächt, bei den Hausherren schien jedoch eher das Gegenteil der Fall zu sein, denn sie dominierten die Partie und kamen in der 58. Minute zum überfälligen 2:1 Führungstor. Eine scharfe Hereingabe wurde von allen bis auf Patrick Makocki verpasst. In der 79. Minute durften die Fans des Heimteams (ja es gab tatsächlich welche) das 3:1 durch Thomas Raffetseder bejubeln. Die kleine Truppe fiel vor allem durch eine Zaunfahne mit der Aufschrift „Bregenz“ auf, was bekanntlich ja eher bei mir um die Ecke liegt, nicht aber bei Wien. Später wurde mir dann jedoch erklärt, dass zwischen den beiden Vereinen eine faninterne Freundschaft herrscht und darum auch ein paar Leute aus dem Westen des Landes vor Ort waren. In den Schlussminuten bekamen dann auch noch die Gäste eine rote Karte, es blieb jedoch beim verdienten 3:1 Heimsieg vor geschätzten 150 Zuschauern.

Wien indes bleibt mir als grosse Stadt mit vielen Museen, prunkvollen Gebäuden und Schlössern in Erinnerung, aber richtig was Besonderes fand die ganze Reisetruppe die österreichische Hauptstadt nun wirklich nicht.

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1. Juni 2014