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FC Aarau – FC Zürich (22.02.14)

Da für beide Teams die Meisterschaft bisher nicht sonderlich gut verlaufen ist, befinden sie sich sozusagen im Niemandsland der Tabelle, weder abstiegsgefährdet, noch als Aspirant auf einen Spitzenplatz. Trotzdem würde man sich im Norden der Schweiz über die drei Punkte freuen. Auf der anderen Seite hat der Gast aus Zürich, der immerhin noch im Cup vertreten ist, sicherlich vor, auch noch ein Wörtchen bei der Punktverteilung mitzureden.

Der FC Aarau, dessen Anfänge im Jahre 1902 anzusiedeln sind, hat bereits drei Mal die Meisterschaft gewonnen, dies allerdings schon vor einer halben Ewigkeit zum letzten Mal und so ist man im Aargau nur schon darüber erfreut, dass man sich als Aufsteiger relativ souverän vom Abstiegsplatz fernhält. Das Stadion des FC Aarau ist mit dem Brügglifeld ein klassisches Schweizer Stadion mit einer überdachten Tribüne und drei Stehtraversen. Eröffnet wurde es mit einem Freundschaftsspiel im Jahre 1924 und gilt seither als Heimstätte. Und der Zufall solls, dass die Aarauer ebendieses Eröffnungsspiel im Jahre 1924 gegen den heutigen Gegner aus Zürich ausgetragen hatten.

Das Wetter schien heute nicht auf des Fussballs Seite, denn es regnete in Strömen und der Platz war tief. Trotzdem gingen die beiden Mannschaften voll zur Sache, was auch den einen oder anderen Freistoss mit sich führte. So auch in der 40. Minute, als Alain Schultz, der für seinen guten Schuss bekannt ist, sich die Chance nicht nehmen liess und etwas gegen den Spielverlauf aus rund 30 Meter den 1:0 Führungstreffer für die Gastgeber erzielte. Das ein Standard zum Tor führte war nicht sonderlich verwunderlich, da die Aarauer aufgrund Personalnot ohne nominellen Stürmer antraten.

Dieses Tor kurz vor der Pause liess bei den Zürchern Erinnerungen aufkommen, denn im letzten Spiel auf dem Brügglifeld wurden sie gleich mit 5:1 abgefertigt. Dies wollte Trainer Urs Meier sicherlich verhindern, denn die 4989 Zuschauern sahen einen FCZ, der in der zweiten Halbzeit wesentlich konsequenter zur Sache ging. So gelang dem Gast aus der Grossstadt in der 55. Minute der Ausgleich durch Avi Rikan, der einen idealen Rückpass von Ex-St.Galler Etoundi unhaltbar zum 1:1 ins linke Eck schob. Als nichts mehr auf einen weiteren Treffer hinwies, obwohl beide Teams in der Schlussphase etliche Chancen versiebten, traf Pedro Henrique in der 88. Minute per Penalty zum viel umjubelten 1:2 aus Sicht der Gäste. Der Aktion war ein Foulspiel von Aarau-Verteidiger Jaggy an den Siegtorschützen vorausgegangen. In der letzten Minute sah dann Zürich Stürmer Franck Etoundi innerhalb von wenigen Sekunden Gelb und dann gleich Gelb-Rot, als er sich nach der ersten Verwarnung aufgrund Reklamierens, zu einer herablassenden Geste gegenüber dem Schiedsrichter hinreissen liess.

Trotzdem konnte der FC Zürich den Vorsprung, obschon einigen hektischen Nachspielminuten mit diversen Strafraumszenen, über die Zeit retten und revanchierte sich somit für die Blamage aus dem Vorjahr. Auch für mich liess sich der ganzen Sache noch etwas Positives abzugewinnen, denn nun hatte ich die oberste Spielklasse der Schweiz komplett.

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22. Februar 2014