Groundhopping

FC Augsburg II – FC Nürnberg II (28.03.15)

Die Länderspielpause konnte mit einem Wochenende unter Freunden in München und einer netten Amateurpartie vor Ort überbrückt werden. So ging es am Freitag mit dem Auto nach München, wo man wieder einmal richtig nachtaktiv wurde und am nächsten Morgen entsprechend gemächlich in den Tag startete. Das Wetter passte und so verweilte man in der Innenstadt mit Shopping und Flanieren, ehe es für mich zum Bahnhof ging um einen kurzen Abstecher nach Augsburg zu unternehmen. Für einmal nichts mit „voraussichtlichen“ Abfahrtszeiten sondern überpünktlich ging es los (sollte auch mal erwähnt werden) wobei die Zugfahrt relativ kurzweilig verlief, zumal man etlichen Passagieren noch die Reiseroute erklären musste. Bin zwar eigentlich auch nicht von hier, aber mit dem ganzen Reisen lernt man Regionen zum Teil richtig gut kennen. Auch die im letzten Beitrag gestartete Serie zweideutiger Ortsnamen reisst nicht ab, wie ihr hier sehen könnt. 😉

In Augsburg angekommen schnell mit einer obligaten Currywurst verpflegt, ehe ich mal aus Neugier eine Taxidame fragte, was sie denn für die Fahrt ins Rosenaustadion wolle. Sagte die doch tatsächlich 16 Euro für die eigentlich doch recht kurze Fahrt. Zu Fuss sind es übrigens knapp 20 Minuten. Zu ihrer Verteidigung kann allerdings gesagt werden dass sie wohl glaubte ich will in die „SGL arena“, wofür der Preis doch schon eher verständlich wäre. Aber sei es drum, so ging es halt in guter alter Manier zu Fuss bei Sonnenschein am Lech entlang in Richtung Rosenaustadion, welches eine knappe Viertelstunde vor Spielbeginn erreicht wurde.

Einlass wurde einem für einen Preis von fünf Euro gewährt aber Obacht! Wer hier vor hat seinen Velohelm mit ins Stadion zu nehmen wird hier abgewiesen. Zu gefährlich sei es und so musste der alte Mann vor mir den Helm doch tatsächlich kostenpflichtig aufgeben. Aber ist auch besser so, bin mir absolut sicher, dass er ansonsten das Ding wutenbrannt über die Athletikbahn auf einen der Spieler geschmissen hätte und darum sind bei der Wahrung der Sicherheit der Nachwuchshoffnungen natürlich alle Mittel recht.

Nun wieder aber Spass beiseite, denn die Partie der Regionalliga Bayern wurde mit einer Schweigeminute zu Ehren der Opfer des Flugzeugabsturzes von Germanwings begonnen. Danach war gemütliches Zurücklehnen bei frühlingshaften Temperaturen angesagt. Die erste Chance hatten die Gäste aus Nordbayern nach einer knappen Viertelstunde, deren Stürmer fand aber im FCA-Torhüter seinen Meister. In der Folge war aber meine deutsche Liebe das spielbestimmendere Team, was auch die momentane Tabellensituation wiederspiegelt. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass landesweit keine Zweitmannschaften mehr in den Profifussball aufsteigen, da dies nicht nur den Traditionalisten die finanziell etwas mehr gebunden sind die Chancen auf Einnahmen nimmt, sondern weil ein Spiel von Rot-Weiss Essen oder Alemannia Aachen einfach auch spannender wäre, als zum Beispiel das Gekicke von Stuttgarts und Dortmunds zweiter Mannschaft. Natürlich ist bei den Zweitvertretungen auch zuschauertechnisch weniger los, was sich auch heute offenbarte. Nur gerade 360 Zuschauer verirrten sich an diesem sonnigen Samstag ins Rosenaustadion. Hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht, zumal beide Erstmannschaften aufgrund der Nationalmannschaftspausen nicht im Einsatz standen.

Die wenigen Anwesenden durften sich allerdings in der 51. Minute ab einem wunderschönen Treffer von Johannes Müller ergötzen, welcher seine Rot-Grün-Weissen verdient mit 1:0 in Front brachte. In der Folge änderte sich an diesem Spielstand trotz Bemühungen auf beiden Seiten nichts mehr und der FCA kam in der alten Heimat zu einem verdienten Sieg, allerdings mit dem knappsten aller Resultate.

Das Stadion mag übrigens auch sehr zu gefallen. So findet man auf der Hauptseite eine schön geschwungene Haupttribüne und auf den anderen Seiten in gebogener Form riesige Steh- und Sitztraversen mit Wellenbrechern. Dass die Matchanzeige auch noch von Hand bedient werden muss rundet die schöne Anlage und Heimstätte der ersten Mannschaft bis vor knapp sechs Jahren noch passend ab. Mit Spielschluss ging es für mich dahin zurück woher ich gekommen bin, sprich München. Dort fand man die Kollegen dann in einem Irish-Pub problemlos wieder und ein feuchfröhlicher Abend fand erst gegen Morgen hin sein Ende. Nach ein paar Stunden Schlaf und einem ausgiebigen Frühstück spulte man die 250 Kilometer zurück in die Heimat wieder problemlos ab, wobei gesagt werden muss, dass die Wasserflasche auf der Heimfahrt doch deutlich präsenter war als sonst irgendwann während dem netten Kurztrip.

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28. März 2015