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FC Bayern München – FC Augsburg (09.11.13)

Entweder man liebt sie oder man hasst sie. Bei mir ist ohne Frage das letztere der Fall. Die Bayern. Für die einen die beste Fussballmannschaft der Welt, für die anderen ein Haufen reicher Spieler ohne Persönlichkeit. Die Fans seien nur Erfolgsfans. Man hört viel – Grund genug bei einem Abstecher nach München das Derby zwischen München und meiner deutschen Liebe, dem FC Augsburg im Stadion mitzuverfolgen. Die Ausgangslage schien relativ klar, doch wer weiss, vielleicht schaffte der FC Augsburg ja tatsächlich die Sensation?

Mit der U-Bahn ging’s vom Marienplatz bis nach Fröttmanning von wo dann brav der Menschenmenge ans Ziel gefolgt wurde. Gästefans und Heimfans benutzen diesselben Eingänge. In der Schweiz unvorstellbar. Wir hatten wie gewünscht Karten für den Gästesektor bekommen und so waren wir dann etwa eine Stunde vor Spielbeginn bereits weit oben im dritten Rang anzutreffen. Um 15:30 Uhr ging es dann endlich los.

Eines muss man den Bayern jedoch lassen: Sie haben ein sehr schmuckes Stadion und wenn dann 71’000 Zuschauer aufschreien als Jerome Boateng in der 3. Minute das 1:0 aus spitzem Winkel erzielt, war es schon ziemlich laut. Der FCA hat einmal mehr denn Start völlig verschlafen. In der Folge waren es wiederum stehts die Bayern die Druck auf das Tor der Gäste ausübten. Ein Torerfolg blieb ihnen jedoch vorerst verwehrt. Trotz absehbarer Niederlage wurde im Gästeblock kräftig gesungen. Einige Augsburger waren wahrscheinlich mit dem Kopf in der Pause als Franck Ribéry in der 45. Minute mit einem Traumtor nach einem Freistoss von der Straufraumgrenze zum 2:0 für die Hausherren traf. In der Pause wurde dann von Ex-Bayern-Star Paul Breitner höchstpersönlich Propaganda für eine Olympia 2022 in und um München geführt. Bekanntlich wurde diese ja einen Tag später relativ klar abgelehnt. Nach der Pause ging es munter weiter auch mit den Gästen aus Augsburg, die nun auch ab und an zeigten, dass auch sie Fussball spielen könn(t)en. Im Tor der Augsburger stand mit Marwin Hitz übrigens ein Schweizer, der sogar die gleiche Sekundarschule wie ich besucht hatte. Doch auch er konnte den 3. Gegentreffer von Thomas Müller in der 93. Minute durch einen (ungerechtfertigten) Penalty zum 3:0 nicht verhindern. Xherdan Shaqiri, der Schweizer im Dienste der Münchner, fehlte verletzt.

Fazit: Wer Spieler wie Arjen Robben, Thomas Müller und Claudio Pizarro (lange Zeit) auf der Bank schmoren lässt, muss schon über sehr viel Klasse verfügen. Darum muss man den Bayern den Sieg wohl oder übel anerkennen. Egal, auch durch den sportlichen Erfolg werden viele Menschen den FC Bayern München auch weiterhin verachten, Triple hin oder her!

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9. November 2013