Groundhopping

FC Bulle – Stade Nyonnais (04.07.15)

Für den Samstag stand ursprünglich ein Testkick zwischen Lausanne und Sion in La Sarraz auf dem Plan, da der Austragungsort aber nur mühsam zu erreichen gewesen wäre wurde umdisponiert und man entschied sich für die Partie in Bulle. Um es vorweg zu nehmen, die Ortschaft wird „Büll“ ausgesprochen und hat weder etwas mit den Vertretern unserer „nationalen Sicherheit“ noch mit irgendwelchen pubertierenden Krawall-Kids von der Zürcher Langstrasse zu tun. Die zweitgrösste Stadt im Kanton Freiburg hat ihren Namen jedoch nicht wie aus dem Stadtwappen zu schliessen wäre ursprünglich von einem Stier geerbt, nein, Überlieferungen zufolge ist der Name auf das französische Wort „Butte“ für Erdhügel zurückzuführen. Dies aber nur Informationen am Rande eines Testspieles, welches lediglich rund 70 Zuschauer hinter dem Ofen hervorlockte. Obwohl diese Bezeichnung heute definitiv unpassend ist, zumal die Temperaturen an diesem Wochenende deutlich über die Dreissiggradmarke stiegen und ein jeder wohl eher im Schwimmbad oder am Seeufer zu finden war.

Es sei denn, man interessiere sich eben für dieses Testspiel zwischen dem heimischen Fünftligisten und Stade Nyonnais, die immerhin in der höchsten Amateurklasse der Kugel hinterherrennen. Während der Partie war dieser Klassenunterschied aber nicht anzumerken, im Gegenteil, es waren die Hausherren, die sich mit der Hitze besser zurecht fanden und zu einem verdienten 1:0 Heimsieg kamen. Als „Besonderheit“ dazu kam noch die Anzahl Trinkpausen, die mit sieben (!) doch recht rekordverdächtig ausfällt. Aber sicherlich besser so, als dass da noch einer zusammenbricht. Schatten für die Zuschauer bietet vor Ort übrigens eine für die Spielklasse doch recht ordentlich daherkommende Tribüne mit roten Sitzschalen.

Für mich und meinen Namensvetter ging es nach Spielschluss wieder in Richtung Lausanne, wo der Dritte im Bunde aufgegabelt wurde und man einen gemütlichen Abend genoss, ehe sich die beiden in Richtung Montreux Jazz Festival verabschiedeten, während ich meinem Knie zuliebe das heimische Bettchen vorzog. Am nächsten Morgen dann die Heimfahrt via Payerne, wo es noch einen letzten brisanten Testkick geben sollte. Allerdings etwas zuviel Brisanz für die Veranstalter wie sich herausstellte, die die Partie zwischen Sion und Xamax aus Angst vor Auseinandersetzungen der beiden Fanlager kurzfristig absagten.

Ein kleiner Makel an einem sonst erfreulich verlaufenem Wochenende, sodass der Ground in Payerne lediglich gespottet werden konnte, ehe man sich wieder in Richtung St. Gallen aufmachte. Wobei zum Schluss noch erwähnt werden sollte, dass ein gewisser Herr S. Aus A. das Kunststück fertig brachte, mit abgelaufenem Generalabonnement und somit ohne gültigen Fahrausweis einmal quer durch die Schweiz zu schaukeln.

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4. Juli 2015