Groundhopping

FC Flawil – FC St. Gallen (18.09.10)

In der ersten Runde des Schweizer Cups war der FCSG bei einem Nachbarn aus dem gleichen Kanton zu Gast, jedoch ein wesentlich kleinerer. Nicht nur geografisch sondern auch fussballtechnisch gesehen. Darum war alles ausser ein glasklarer Sieg hier in Flawil eine Blamage. Die Fans der St. Galler machten sich für einmal mit dem Fahrrad auf den Weg zur Schützenwiese, wie der Fussballplatz in Flawil heisst.

Für das Highlight des Jahres wurde das Spielfeld extra mit Zusatztribünen ausgerüstet, die wenigstens ein bisschen das „Stadionfeeling“ vermitteln konnten. Mit 4’000 Zuschauer fand das Ganze doch in einem angemessenen Rahmen statt. Der FC Flawil, der sonst in der 3, Liga der runden Kugel hinterher rennt hat sich optimal auf den starken Gegner vorbereitet und überstand die Anfangsphase trotz sichtbarem Klassenunterschied ohne Gegentor. Dies änderte sich in der 25. Minute als Sandro Calabro, der sich später noch als riesiger Transferflopp der Ostschweizer herausstellen sollte, zum 0:1 für die Gäste aus der Kantonshauptstadt traf.

Doch der Underdog gab nicht auf und wer die Geschichte von David und Goliath kennt weiss was passieren kann, wenn man den Gegner unterschätzt. So auch die St. Galler denn in der 39. Minute traf doch tatsächlich Lucien Brunner für das Heimteam zum zwischenzeitlichen 1:1 Ausgleich. Dieser blieb zumindest bis zur Halbzeitpause bestehen. Auch in Halbzeit zwei wehrten sich die Feierabendkicker gegen die Profis bravurös und manch ein Anhänger der Grün-Weissen wurde nervös, als es auch nach 90 Minuten „nur“ 1:1 stand. Der FC Flawil hat es also geschafft und gegen den FCSG eine Verlängerung erzwungen.

Dort machte sich aber dann schnell der Kräfteverschleiss der Flawiler bemerkbar und der Bann wurde gleich reihenweise gebrochen. In der 99. Minute traf Sven Lehmann zum 1:2, drei Minuten später war Manuel Sutter für das 1:3 besorgt und Fabian Frei machte mit seinem Doppelpack in Minute 109 und 110 dann endgültig alles klar. Das Endresultat war dann fast schon ein bisschen verfälschend, denn die Amateure hatten sich doch recht gut geschlagen und gezeigt, dass der Cup zumindest teilweise seine „eigenen Gesetze“ hat.

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18. September 2010