Groundhopping

FC Heidenheim – FSV Frankfurt (03.08.14)

Kaum zurück in der Schweiz sollte es auch schon wieder weggehen, diesmal mit vier Kollegen zum FC Heidenheim, der als Aufsteiger in die 2. Bundesliga am ersten Spieltag den FSV aus Frankfurt empfangen sollte. Per Zug ging es also in aller Frühe auf in Richtung Stadt an der Brenz, wobei mir die etwas mehr als vierstündige Reise recht kurzweilig vorkam, zumal es recht viel seit meiner Rückkehr in die heimischen Gefilden zu erzählen gab. Zudem half auch das asoziale Publikum in den Sonntagszügen der Deutschen Bahn zur allgemeinen Belustigung mit. Der Bahnhof in Heidenheim dann richtig klein und auch die Stadt wirkte recht ausgestorben. Mithilfe eines seltenen Einheimischen fanden wir dann auch den Bus, der uns vorbei an kuriosen Shops und Videotheken den Berg hinauf zur Voith-Arena bringen sollte. Diese wurde im Jahre 2008 aus der alten Haupttribüne errichtet und fasst im Moment knapp 13’000 Plätze. Es gibt aber Pläne für neue Logen in den Ecken und mehr Stehplätze, dass man die Zweitligavorschriften von einer Mindestkapazität von 15’000 auch erfüllen kann. Die Arena erinnert mich mit seiner Dachkonstruktion an die Doosan Arena im tschechischen Pilsen.

Wir hatten uns bereits im Voraus fünf Mal einen Steher (6€) auf der Hintertorseite ergattert und nahmen rund 20 Minuten vor Spielbeginn nach einer lausigen Eintrittskontrolle unsere Plätze ein. Aus Respekt der heimischen Szene gegenüber wähle ich wenn möglich (so auch heute) Plätze aus, die sich nicht im heimischen Fanblock befinden. So standen wir also genau gegenüber der aktiven Fans, die zum Einlauf der Spieler, wie von mir erwartet, eine Choreo präsentierten. Auch in der Folge eigentlich recht guter Support mit einigen netten Hassbotschaften an den anderen Aufsteiger aus Leipzig. Richtig so! Von den Gästefans hörte man nur ab und an etwas, war aber recht schwach der ganze Auftritt, abgesehen vom Trommler, der manchmal richtig Gas gab.

Das Spiel, wie letztes Mal in der 2. Bundesliga, recht unterhaltsam und spannend. Die Gäste aus Frankfurt gingen durch Björn Schlicke in der 11. Minute nach einem Torwartfehler mit 0:1 in Führung. Noch vor der Pause (42.) vermochte das Heimteam in Person von Captain Marc Schnatterer aber noch zum verdienten 1:1 ausgleichen. In der zweiten Halbzeit waren die Hausherren die bessere Equipe, was sicherlich auch durch einen Platzverweis gegen einen FSV-Spieler begünstigt wurde. Das erlösende Siegestor fiel dann aber erst in der 84. Minute. Patrick Mayer sorgte mit seinem Treffer zum 2:1 für Ekstase bei den 11’000 Zuschauern auf den Rängen. Insgesamt ein verdienter Sieg für ein sympathisches und beherzt auftretendes Heimteam.

Nach Abpfiff wählte man den Fussweg und kam so nach etwa 20 Minuten wieder in die Nähe des Bahnhofes. Da wir aber noch mehr als genügend Zeit bis zur Heimfahrt hatten, genoss man noch ein gemeinsames Nachtessen bei einem lokalen Dönerladen. Die Zugfahrt dann wieder recht amüsant. Da war zum Beispiel ein dicklicher Typ neben uns im Abteil, der einen alten Dame die ganze Zeit etwas vom komplexen Aufbau irgendeiner homogenen Masse erklären wollte, zum Schluss gab er es dann aber auf und schaute stattdessen auf seinem Laptop mit übertriebener Lautstärke die amerikanische Fernsehserie Power Rangers. Manchmal frag ich mich ja schon…

Zurück in der Schweiz wählte man dann den direkten Heimweg, da die Mehrheit der Mitfahrer nach diversen Ferienwochen wieder mit der Arbeit beginnen muss. Für mich gibts noch eine letzte Ferienwoche. „Mein“ FCSG hat an diesem Tag übrigens sein Heimspiel gegen den FC Luzern mit 2:1 gewonnen, wobei die St. Galler ganz untypisch für einmal ein Tor in der Nachspielzeit schossen und nicht eines bekamen!

Bin in letzter Zeit von vielen Personen gefragt worden, wie ich mir das Ganze eigentlich immer leisten kann. Hier für einmal die Kostenzusammenstellung am Beispiel Heidenheim um meine Kritiker zum Vestummen zu bringen: 😉

Fussballticket: 6 Euro
Zugticket Deutschland: 8 Euro (Baden-Württemberg-Ticket für fünf Personen 39 Euro) Zugticket Schweiz: 6.90 Franken (Rückfahrt ab Konstanz gratis wegen Gleis 7)
Verpflegung vor Ort: 10 Euro
Gesamt: 35.70 Franken

Vergleich billigstes Sitzplatzticket für FCSG-Heimspiel für einen Erwachsenen an der Tageskasse: 35 Franken

So, hoffe nun einigen etwas aufgezeigt zu haben!

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3. August 2014