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FC Martigny-Sports – FC Monthey (07.05.15)

Nach ein paar spielfreien Tagen ergab sich aufgrund der Verschiebung oben genannter 1. Ligapartie erneut die Möglichkeit für einen Spielbesuch. Diesmal im Unterwallis im Städtchen Martigny, wo der dort heimische Fussballverein im Abstiegskampf den direkten Konkurrenten aus Monthey zum Wettstreit um die rote Laterne empfing. Nach der Arbeit ging es also los in Richtung Wallis zum Lokal-Derby. Die Zugfahrt in jene Region gehört meiner Meinung nach definitiv zu einer der schönsten in der ganzen Schweiz. Dank der Streckenauslegung direkt am Ufer entlang sieht man neben den Bergen unter anderem auch das Schloss Chillon ideal. Heute sogar beinahe eine halbe Stunde lang, da die geliebte Bundesbahn wieder einmal einen ihrer bekannten Aussetzer hatte.

Laut Statistik liegt die Wahrscheinlichkeit von solchen Pannen jedoch bei unter einem Prozent. Sehe ich aber in letzter Zeit etwas anders, zumal ich in jüngster Vergangenheit doch oft „Opfer“ von Verspätungen und Zugausfällen wurde. Entweder sind die Statistiker der Bahn ziemliche Hochstapler oder ich habe einfach immer grosses Pech. Naja, manchmal bin ich zumindest recht nahe, es diesem älteren Herrn gleichzutun. Kult!

Kurz vor Anpfiff schlussendlich aber doch noch den Geburtsort erstaunlich vieler Schweizer Persönlichkeiten erreicht. So stammt nicht nur Eiskunstläufer Stéphane Lambiel oder Skifahrer Justin Murisier ursprünglich von hier sondern auch alt Bundesrat Pascale Couchepin sowie der nicht weniger umstrittene FC-Sion-Präsident Christian Constantin. Um nicht gross abzuschweifen aber wieder zurück zum eigentlichen Highlight des Abends. Nach der oben genannten unfreiwilligen Pause wurde es nun also relativ eng von der Zeit her. Trotzdem konnte das Stade d’Octodure zu Fuss gerade noch rechtzeitig zum Einlauf der beiden Mannschaften kostenneutral betreten werden. Dieses kommt recht ordentlich daher. Den Kern der Anlage bildet eine massive Tribüne mit grünen Sitzschalen, während man gegenüber davon erhöhte Stehstufen vorfindet. Auf dem Dach des Vereinsheimes gibt es ebenfalls noch Platz um sich das Spiel anzusehen.

Und dies lohnte sich, schliesslich gab es für die 250 Zuschauer dank den drei Toren zum verdienten 3:0 Heimsieg doch den einen oder anderen Treffer zu bestaunen. Die Gäste wirkten über die ganze Spieldauer gesehen deutlich unsicherer und lagen bereits nach wenigen Minuten in Rückstand und werden wohl zum Ende der Spielzeit den Gang in die 5. Spielklasse antreten müssen. Martigny konnte dank diesem Sieg die Relegationsplätze vorübergehend verlassen, schwebt jedoch weiterhin in akuter Abstiegsgefahr.

Die Atmosphäre abgesehen von fehlenden Support sehr friedlich und mit den warmen Temperaturen und dem Song „Prayer in C“ von Robin Schulz kam zur Pause doch bereits erstmals Sommerfeeling im schön von Bergen umgebenen Stadion auf.

Martigny selbst verfügt neben dieser Sportanlage auch über ein Amphitheater sowie über ein Schloss, welches am Hang liegend schön beleuchtet auch vom Stadion aus zu sehen ist. Unweit der fussballerischen Spielstätte findet man die gleichnamige Eishalle, in welcher Red Ice Martigny recht erfolgreich in der zweithöchsten Liga des Landes dem Puck nachjagt. Für mich ging der Abend mit dem gemütlichen Zurücklaufen zum Bahnhof und der anschliessenden Heimfahrt nach Lausanne zu Ende.

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7. Mai 2015