Groundhopping

FC Memmingen – SpVgg Unterhaching (29.07.16)

An einem Freitagabend kann man definitiv besseres tun, als sich in der Stadt die Birne zu füllen. Beispielsweise vorher noch eine Partie der Regionalliga Bayern zu besuchen. Hehe. So gemacht an diesem Freitag zum Monatsende, wo in Memmingen der lokale Fussballverein den Aufstiegskandidaten Nummer 1 aus der Münchner Vorstadt begrüsste. In Begleitung von Kai wurde die „kreisfreie Stadt“, wie es bei unseren nördlichen Nachbarn ja stets so schön heisst, in etwas mehr als einer Stunde angefahren. Am Ort des Geschehens, insbesondere vor dem Kassenhäuschen, herrschte bereits reger Betrieb und ehe wir unsere Eintrittskarten (7 Euro) in der Hand hielten, wurde die Partie auch schon angepfiffen.

Das Memminger Stadion bietet eine überdachte Haupttribüne sowie einen Stufenausbau rund um das restliche Spielfeld. Nicht nur ästhetisch unschön, sondern auch wirklich nervig ist der Zaun, welcher die heute 1’188 Zuschauer vom Rasen trennt. Aber in Zeiten, in denen das Wort „Fussballfan“ im gleichen Atemzug mit „Verbrecher“ genannt wird, verwundert auch diese Tatsache meine Wenigkeit nicht mehr gross. Bereits etwas mehr Verwunderung rief ein Typ hervor, der mich im Laufe der ersten Halbzeit aufgrund meiner Kleidung, ausschlaggebend war wohl das Shirt der Marke „Ellesse“, ansprach. Was wir hier tun und woher wir seien. Als das geklärt war, nannte er mir sogar einen mir bekannten Kumpel aus dem heimischen Fussballerumfeld, was mich doch recht überraschte. Er selbst war Anhänger von UHG (Unterhaching) und hatte heute wohl etwas zu deutlich über den Durst getrunken. In der zweiten Halbzeit sahen wir ihn nämlich abseits vom Spielfeld auf einer Bank sitzend. Trotzdem, irgendwie ist mir der Verein aus München auf gewisse Art und Weise sympathisch. Alleine bereits die Tatsache, dass man sein lokales Team den Bayern bevorzugt. Aber auch der Support ist unterhaltsam, zumal ich doch hoffe, dass die Herren sich stets bewusst sind, was sie hier neutral betrachtet eigentlich für eine Nummer abziehen. So auf die Schnelle und von den Farben könnte man hier von einem Wuppertal Bayerns sprechen. Ach ja, gespielt wurde auch noch und zwar recht ansehnlich und mit dem besseren Ende für die Gäste. Diese gewannen nach zwischenzeitlichem Gleichstand noch verdient mit 1:3, was mir wiederum für die gewonnene Resultatwette einen kostenfreien Gerstensaft von Kai beim nächsten Spiel einbringen wird.

Zum Abschluss gibt es zu beiden Seiten gibt es noch eine lustige Anekdote, so ist dies beim Spielvereinigung das recht ungewöhnliche Logo. Nicht etwa ein Fussball, nein, ein Bob ziert das Logo der Blau-Roten. Der Grund dafür ist die früher doch recht erfolgreiche Bobabteilung des Hachinger Sportvereins. Bei den Gastgebern hängt das Ganze mit dem Memminger Spieler und Sohn der Stadt Frank Wiblishauser zusammen, der einst auch für den glorreichen FC St. Gallen aus der Heimat die Schuhe schnürte. Mittlerweile hat er sich vom sportlichen Teil aber wieder abgewendet und betreibt nun hier in Memmingen eine Naturheilpraxis. Sachen gibt’s.

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17. August 2016