Groundhopping

FC Nürnberg – SpVgg Greuther Fürth (20.12.14)

Kinder, wie die Zeit vergeht! Angefangen am 25. Januar in Stuttgart sind wir jetzt knapp elf Monate später beim 100. Spiel in diesem Jahr angelangt, für welches Mal ein weiteres Mal einen Abstecher zu unseren nördlichen Nachbarn machte. Ziel des heutigen Tages war Nürnberg, wo das älteste Derby Deutschland auf uns wartete. Ein würdiges Jubiläum also. Nach so vielen Ausflügen erlangt man eine allmählich eine gewisse Routine und so war das frühe Aufstehen heute nur halb so schlimm wie sonst jeweils.

Folglich ging es also noch im Dunkeln an den Bahnhof, wo kurze Zeit später pünktlich auch mein Mitfahrer eintraf. Mein Begleiter durfte an diesem Samstag Thomas spielen, ein Kumpel den man durch den FCSG kennengelernt hatte. Somit also das Duo komplett und wenige Minuten später fuhr der Zug in Richtung deutsche Grenze auch schon los. Dort gesellte sich dann noch ein Bekannter von Thomas zu uns, der auch ans Derby wollte. Wie sich herausstellte hiess er Joel und war auch Hopper. Umgänglicher Typ, mit dem man sich die Zeit im Zug bis nach München über Fachsimpeln vertrieb, während der Dritte im Bunde noch etwas Schlaf nachholte. Dort trennten sich unsere Wege dann und während Thomas und ich in München eine kurze Verpflegungspause einlegten und anschliessend per Regionalzug noch die letzten knapp 130 Kilometer nach Nürnberg in Angriff nahmen, wählte Joel die schnellere aber auch teurere Variante mit dem Inter-City. Am Bahnhof in Nürnberg stand dann bereits eine S-Bahn zum Stadion bereit, wo wir noch genügend Zeit hatten, um unsere hinterlegten Tickets abzuholen. Dort trafen wir dann wieder auf Joel, der eigentlich schon viel früher hätte dort sein müssen, irgendwie hatte es aber mit den Zügen nicht geklappt und so waren wir gleichzeitig am Stadion angekommen. Apropos Stadion, nach der Ticketübergabe ging es hinein in die Schüssel auf unsere Plätze auf der Haupttribüne, mit bester Sicht auf Heim- und Gästekurve.

Beide waren wir erstmals überrascht, wie viele Fürther sich hier zum Weihnachtssingen verabredet hatten. Da hatte ich mit deutlich weniger und einem kleineren Gästesektor gerechnet. Insgesamt war das Grundig Stadion mit 47’501 Zuschauern gut gefüllt, ausverkauft war es aber nicht ganz. Dennoch ist es das Spiel für mich mit den meisten Zuschauern in diesem Jahr, gefolgt von der Partie Eintracht – Werder im Februar dieses Jahres. Damals hatte man ein lahmes 0:0 gesehen.

Und ja, drei Mal darf geratet werden. Natürlich setzte es auch heute ein torloses Unentschieden ab. Dem Spiel fehlten die wirklich grossen Chancen und auch nach einem Platzverweis gegen einen Gästespieler schaffte es der Club nicht, die Überzahl in einen Treffer umzumünzen. Auf den Rängen wurde zu Beginn von beiden Fanlagern eine schöne Choreografie gezeigt und die Fürther zündeten nach der Pause noch etwas Pyrotechnik. Im Grossen und Ganzen ein solider Auftritt beider Fanlager, dennoch fehlte noch das gewisse Etwas, um hier wirklich von einem Topauftritt der beiden Fankurven sprechen zu können. Klar war da auch das eher uninteressante Spiel schuld daran. Trotzdem, da hatte mir Nürnberg letzte Woche beim Auswärtsspiel in Aalen doch noch besser gefallen. Klar wurde es dann und wann mal richtig laut aber es fehlte etwas die Konstanz was die Lautstärke anbelangte.

Nach dem Abpfiff hatte man sich mit Joel verabredet und gemeinsam besuchte man noch das nahegelegene Reichtsparteitagsgelände, welches unweit vom Stadion zu finden ist. Ziemlich eindrückliche Baute übrigens. Irgendwann ging es in einem vollgestopften Zug dann aber wieder Richtung Innenstadt, wo man durch den Stadtkern schlenderte und anschliessend gut zu Abend speiste. Pünktlich um halb sechs bestiegen wir wieder den Zug nach Lindau und kurz vor 23 Uhr war man dann nach insgesamt 800 Kilometer Zugfahrt wieder zuhause. Das Grundig Stadion war übrigens der 20. Ground für mich in Deutschland und somit eines der letzten fehlenden Stadien der 1. – 3. Spielklasse in Süddeutschland.

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20. Dezember 2014