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FC Sochaux – FC Nantes (01.02.14)

Sochaux würde wohl nur den wenigsten Menschen ein Begriff sein, wären da nicht zwei Punkte die dieses kleines verschlafenes 4000-Seelen-Dorf im französischen Département Doubs zu etwas ganz Speziellem machen. Einerseits wäre da der französische Autohersteller Peugeot, der 1912 seine erste Fabrik im damaligen Industriegebiet eröffnete andererseits der FC Sochaux, der durch den dort beheimateten Autokonzern als „Werksclub“ im Jahre 1928 ins Leben gerufen wurde. Somit sind Parallelen zum VfL Wolfsburg zu erkennen, der als Arbeiterclub von der dort ansässigen Automarke Volkswagen (VW) gegründet wurde. Dementsprechend viel Industrie und dadurch wenig „Interessantes“ gibt es in Sochaux zu sehen. Da kommt die in Sochaux hineinverlaufende Stadt Montbéliard wie gerufen. Hier gibt es einige schöne Gässlein zu betrachten und eine Burg aber Touristen werden sich wohl auch hierhin nicht gerade verlaufen.

Ausser man wird vom Fussball getrieben so wie wir. Es war nämlich Spieltag in der Ligue 1. Am Abend des Tages ging es dann also ins Stade Auguste-Bonal, ein klassischer All-Seater der doppelstöckig daher kommt und Platz für 20´025 Zuschauer bietet. Zu Gast war der Fussballclub Nantes, einer Grossstadt im Westen Frankreichs. Auch ein paar Dutzend Auswärtsfans haben den 800 Kilometer langen Weg auf sich genommen. Das Niveau war im Vergleich zu gestern auch wesentlich besser, was vor allem bei den Passgenauigkeit sichtbar wurde. Angesichts der Platzierung galt es auch hier das gegnerische Team zu favorisieren aber wie schon in Strasbourg war es auch hier die Heimmannschaft, die den Ton angab. Speziell zu erwähnen gibt es eine grosse Choreo auf der Gegentribüne durch einen grossen Banner. Einige Plakate auf denen Sätze wie „Ligue 2 non merci! Pensez a nous et la region.“ wiesen auf die prekäre Abstiegsgefahr hin, in welcher sich die Gastgeber momentan befinden. Bekanntester Spieler auf dem Platz war wohl Jordan Ayew im Dienste des FC Sochaux. Seine grosser Bruder ist wie er Stürmer und steht bei Olympique Marseille unter Vertrag. Mit Emmanuel Mayuka verfügt die Heimmannschaft zudem über einen Spieler der eine Vergangenheit bei den Berner Young Boys hat.

An diesem kühlen Abend haben 12’269 Zuschauer den Weg ins Stadion gefunden. Das Spiel plätschert lange vor sich hin und die grossen Chancen fehlen, da beide Verteidigungen ihre Arbeit gut erledigen. So bleibt Zeit auch mal das Stadion unter die Lupe zu nehmen. Es fällt auf das die Heimmannschaft nur etwa 10 „aktive“ Fans hat, die so etwas wie Stimmung zu erzeugen versuchen. Die Gästefans sind daher stimmlich viel besser zu hören. Auch zu erwähnen gilt es, dass keiner der vier Ecken des Stadions mit einem anderen identisch ist.

In der 45. Minute wird man dann jedoch jäh aus den „Träumen“ gerissen, denn Stoppila Sunzu erzielt per Kopf den 1:0 Führungstreffer für die Hausherren.

In der zweiten Halbzeit gelingt es dem Heimteam den Vorsprung geschickt zu verteidigen und dementsprechend gross ist die Freude bei allen nach dem Abpfiff als die drei Zähler im Trockenen sind. Bleibt nur zu hoffen, dass Sochaux auch in Zukunft so stark auftritt.

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1. Februar 2014