Groundhopping

FC St. Gallen – SC Austria Lustenau (23.06.15)

Nach etlichen schlaflosen Nächten und schmerzvollen Tagen aufgrund meiner Operation fühlte man sich heute das erste Mal wieder soweit fit, um das Haus mit Schiene und Krücken für die wohl beste Medizin zu verlassen. Da machts einem auch nichts aus, wenn der bespielte Platz ohne nennenswerten Ausbau daherkommt und es sich bei der Partie lediglich um ein unbedeutendes Testspiel handelt. Man muss die Dinge mehr schätzen. Etwas, dass ich in den letzten Wochen eindrücklich gelernt habe. So würde ich nämlich viel für ein vorher selbstverständliches gesundes Bein geben. Leider aber auf dem kurzen Weg zum Austragungsort im Rheintal nicht Grigori Rasputin oder ähnlichen Wunderheilern über den Weg gehumpelt und so war es einzig meinem Nachbarn und Kollegen Flavio zu verdanken, dass man heute die ganze Sache überhaupt in Angriff nehmen konnte. Denn der musste für den Invaliden den Diener spielen und hatte eine Art Campingstuhl für mich im Schlepptau. Damit konnte relativ schmerzfrei am Spielfeldrand gesessen werden. Immer diese allgegenwärtigen Schmerzen…

Dabei ist der Vorteil ja der, dass man sich so morgens um drei Uhr immerhin irgendwelche Sinnlosspiele von der Frauen-WM oder der Copa America reinziehen kann, wenn es mal wieder mit Schlafen nicht klappt. Den Humor habe ich im ganz Gegensatz zum Gefühl an Teilen des Unterschenkels bisher offensichtlich noch nicht verloren. 😉

Also heute mit dem Testspiel in eine weitere Spielzeit gestartet. Während einige Konkurrenten regelrechte Transfercoups landen konnten glänzen die Grün-Weissen wieder einmal mit mittelmässigen Verpflichtungen von den ligainternen Kontrahenten. Bin ja definitiv nicht so der Fan von dieser Inzest-Ideologie betreffend der Spielerwechsel in der eigenen Liga. Vielleicht auf einfach darum, weil ich es mir nicht vorstellen könnte, mit reinem Gewissen auf eine neue Saison hin plötzlich für die rivalisierenden Farben aufzulaufen.

Meine Erwartungen an den heutigen Auftritt der Espen waren nicht zu hoch, zumal die Herren doch erst gerade aus dem Urlaub zurückkehren. Aber ein 1:1 gegen einen Zweitligisten, der sogar noch einen Lattentreffer zu beklagen hatte, finde ich dann schon etwas dürftig. Mein Gegenpol ist da unser „Trainer“ Saibene, der mit dem Spiel vollends zufrieden war und von einem sehr gelungenen Test vor 885 Zuschauer sprach. Werd den Typen wohl nie verstehen…

Die Partie fand übrigens anlässlich des 85-jährigen Bestehens des FC St. Margrethen statt, der auf die neue Saison hin den Aufstieg in die fünftklassige 2. Liga interregional geschafft hat. Der Sportplatz wie gesagt ohne Ausbau, jedoch mit nettem Clubhaus. Direkt auf der anderen Seite des Rheinufers findet man übrigens das Rheinaustadion des österreichischen Regionalliga-Absteigers FC Höchst. Nach der Partie, zu der sich spontan übrigens auch noch Kollege Sergio gesellte, ging es wieder per Zug zurück nach St, Gallen und ein schmerzendes Knie sowie ein weiterer blauer Fleck waren der Preis für diesen kleinen Ausflug unter der Woche.

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23. Juni 2015