Groundhopping

FC Vallorbe-Ballaigues – FC Champvent (30.09.15)

Am Rande der Schweiz nahe der französischen Grenze ist das Dörfchen Vallorbe und damit das Zuhause des lokalen Sechstligisten zu finden. Ein Besuch hier drängte sich auf, weil der dort zu findende Sportplatz mit einer kleinen Tribüne ausgestattet ist und für die Spielklasse ziemlich exquisit ist. Die Fahrt per Regionalbahn kam mir dank dem Saisonrückblick von Blickfang Ultrà gar nicht so lange vor und pünktlich stand man am Bahnhof von Vallorbe. Von hier aus sollte laut den postfussballerischen Recherchen auf Google Maps von der Luftlinie her gut fünf Minuten Fussmarsch zur Spielstätte reichen. Dumm nur, wenn man dabei etwa hundert Höhenmeter Unterschied nicht miteinbezieht, denn der Bahnhof liegt erhöht an der einen Talseite mit schöner Aussicht über das Dörfchen.

Somit dauerte das ganze Unterfangen etwas länger als angenommen, ein grosser Zeitpolster liess aber keine Hektik aufkommen und es blieb sogar noch Zeit, sich im Dorf etwas umzusehen. Dieses bietet allerdings äusserst wenig Sehenswertes und so fiel mir neben dem obligaten Dorfmusuem mit irgendwelchen prähistorischen Fundstücken von zerbrochenen Tonkrügen lediglich ein kleiner Gasthof mit dem Namen „Mont d’Or“ auf. Ausgesprochen kommt dieser Name dem Reich von Mordor aus Herr der Ringe ziemlich nahe. Äusserst passend für dieses gottverlassene Dörfchen.

Trist und beklommen war es nämlich, als mein Eigen sah, wie die Dunkelheit vom kalten Wind getrieben langsam über die bedohlich wirkenden Berggipfel im Richtung Tal kroch. Jakob van Hoddis hätte dies wohl nicht besser ausdrücken können. Dass der gute Herr aber über ein ähnlich „grosses“ Fachwissen im fussballerischen Bereich verfügt, wage ich aber stark zu bezweifeln. Und darum war auch ich und nicht er bei diesem Pflichtspiel zugegen und versuche nun das Gesehene in ein paar Zeilen niederzuschreiben. Wie bereits beim letzten Male als man den FC Champvent als Gast in Aktion sehen durfte ging das Ganze überaus torreich aus. So auch heute, denn der heimische Favorit ging früh in Führung, wobei auf überschaubaren Niveau gespielt wurde, ehe ein Stürmer der Gastgeber mit einem Treffer der Marke Panenka etwas Champions-League-Bise durch die Juraebene fegen liess. Das Spiel vor 60 Zuschauer war somit früh entschieden und Champvent, im Braunschweig-Look auftretend, blieb aufgrund einer ungenügenden Abwehrleistung trotz drei Treffern ohne Punkte, weil man deren sechs durchliess (6:3) und somit weiterhin im Tabellenkeller festsitzt.

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30. September 2015