Groundhopping

FC Vevey Sports 05 – FC Collex-Bossy (11.04.15)

Etwas zu früh erreichte man nach dem Besuch in Bümpliz die Stadt am Genfer See, unter anderem auch letzter Wohnort von Stumm-Film-Legende Charlie Chaplin, dem etliche Graffitis in der ganzen Stadt gewidmet sind. Mit dem Besuch hier konnte übrigens ein Langzeitziel erfüllt werden, da bei mir das Stade de Copet schon lange Zeit auf der Wunschliste stand. Vor Ort musste ich allerdings feststellen, dass die schöne Gegengerade im Stadion allerdings dem Erdboden gleich gemacht wurde. Dieses ist vom Bahnhof aus bequem zu Fuss erreichbar und ist für die Spielklasse eher überdurchschnittlicher Natur. Neben einer stattlichen Tribüne mit grünen und gelben Sitzschalen findet man vor Ort auch ein modernes Clubheim sowie elektronische Werbebanden sowie einen Werbescreen. Zuvor noch nie gesehen in der heimischen fünften Spielklasse. Da werden meine happigen acht Franken Eintritt aber gut investiert. Zumindest stadiontechnisch stehen die Zeichen auf Aufstieg, da die Anlage doch einiges an Potenzial hergibt und problemlos zum Beispiel auch für die dritte Liga taugen würde. Interessant, denn der Rest der Stadt wirkt für die Region um den Genfer See etwas ungewohnt und beinahe ein wenig heruntergekommen.

Der Aspekt der hohen Eintrittspreise könnte auch dafür verantwortlich sein, dass etwa zwei dutzend Zuschauer das Spiel durch den Maschendrahtzaun beobachteten und lediglich 150 Zuschauer zugegen waren, die für die etwas bessere Sicht und eine Sitzgelegenheit bezahlt haben.

Die Partie dann, wie ich es mir von meiner Schweizer „Lieblingsamateurliga“ gewohnt bin. Technisch erstaunlich hochstehend, tempo- sowie chancenreich und dementsprechend kurzweilig. Nur die Tore fehlten, obwohl beide Mannschaften zu einigen guten Chancen kamen. Darum kurz vor Schluss schon mit erster Nullnummer seit mehr als dreissig Partien abgefunden, als die Gäste in der 90. Minute nochmals einen Eckball zugesprochen bekamen. Und Fabrice Sanches dieser Teufelskerl verwandelte die Ecke doch tatsächlich direkt ins weite Eck zum 0:1 Endstand. Wunderschön anzusehen. Pech für das gut agierende Heimteam, Glück für meine Serie und die ambitionierten Gäste.

Somit ging es also im guten Gewissen, den Alptraum Nullnummer im letzten Moment abgewendet zu haben gemütlich zum Bahnhof zurück und auf den Heimweg nach Lausanne nach einem Tag, der mit drei Partien vollkommen im Zeichen des Amateurfussballs stand.

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11. April 2015