Groundhopping

FC Würzburger Kickers – Dynamo Dresden (11.03.17)

Während ich am Abend vorher das erste Mal in diesem Kalenderjahr selbst wieder gegen die Kugel trat und dabei wie ein dauerrekonvaleszenter Freistossspezialist auf Formsuche aussah, folgte am Tag darauf das, was mir persönlich wesentlich besser liegt. Passiver Fussballbezug.

Sprich, endlich einmal Würzburg aus der deutschen Stadionlandschaft zu streichen. Der kleine Verein aus Unterfranken ist in den letzten Jahren bekanntlich bis in die zweite Bundesliga durchmarschiert. Und zu diesem Anlass bietet sich ein Gastspiel des zweiten Aufsteigers aus Dresden stets als gute Gelegenheit für einen Besuch an. In meinem Umfeld teilten mir indes immer mehr Personen ihr Interesse an der Partie mit, sodass ich wohl einmalig ganze acht Karten für die Gegentribüne orderte. Mit dem Baden-Württemberg-Ticket war auch für eine preiswerte Reisemöglichkeit gesorgt. Nur in punkto Schlaf mussten gewisse Einbussen in Kauf genommen werden. Bereits um Mitternacht klingelte ich nämlich zusammen mit Luca an der Türe von Kumpel Auer, bei dem bereits schon der Klopfi verweilte. Gegen zwei Uhr morgens folgte schliesslich der Gang an den nahegelegenen Bahnhof, ehe auf dem Weg noch Cedric zustieg. Bis zur Abfahrt der Regionalbahn verweilten wir am Seeufer in Konstanz, wo Xavier und Claudio die Gruppe komplettierten. Lediglich Xaviers Mitbewohner hatte sich spontan anders entschieden und blieb im Bett liegen. Ob er da bereits Böses ahnte?

Denn die Zugverbindung ab Singen fiel prompt aus. Unser Zeitplan war damit zunichte gemacht worden und die vom «DB-Kundencenter» ausgestellte Alternativroute sollte uns nichts mehr als eine Busse, einen sinnlosen Umweg sowie eine zusätzliche Verspätung einbringen. Wussten wir vorher aber alles nicht. Da ich das Fiasko mittlerweile verdrängt habe, möchte ich auch gar nicht nochmals weiter darauf eingehen. Vielleicht nur so als kleines Indiz, um sich den Rest selber zusammenreimen zu können. Das Mittagessen hat unsere illustre Reisegruppe im osthessischen Fulda eingenommen.

In der 40. Spielminute hielt das Taxi schliesslich vor dem Stadion am Dallenberg, ehe wir uns durch äusserst unfreundliches Publikum schlängelten und auf der überfüllten Stahlrohrtribüne einen Platz suchten. Die Partie war mit 12’450 Zuschauern so gut wie ausverkauft. Im Heimbereich unglaublich viele Neckermänner, während auch aus dem Block der Gäste wenig dynamisches Gesangsgut zu vernehmen war. Zur Pause waren plötzlich zwei von uns verschwunden und per Handy nicht mehr zu erreichen. Wie sich später herausstellte, durften sie nach neunstündiger Anreise und zwei Minuten Fussball den Tag auf dem Polizeiposten verbringen. Pünktlich zur unserer Heimfahrt wurden sie dann aber glücklicherweise wieder freigelassen. Aber zurück zum fussballerischen Teil, der gewöhnlich den Hauptgrund für die Berichterstattung darstellen soll. Dieser war heute schnell erzählt. Dynamo stellte die Weichen im zweiten Abschnitt eines zähen Spiels mit den beiden Toren zum 0:2 relativ schnell auf Sieg und liess anschliessend nichts mehr anbrennen. Damit unterstrichen sie die guten Leistungen in der laufenden Spielzeit. Mit den Toren wurde auch die Stimmung bei den wiederum in grosser Zahl angereisten Fans besser. Von der gewohnten Stärke war der Auftritt dennoch nicht.

Nach dem Schlusspfiff blieb leider nur wenig Zeit für einen Bummel in der Stadt, die auf den ersten Blick, auch dank ihrer Burg, sehr sehenswert erscheint. Einen herzlichen Dank damit an die deutsche Bahn, die uns anschliessend fast schon überraschenderweise ohne Probleme nach Hause brachte. Exakt um Mitternacht war ich wieder daheim. Und damit exakt 24 Stunden nachdem die Wohnung verlassen wurde. Für 50 Minuten Zweitligafussball! Einmal einweisen, bitte.

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11. April 2017