Groundhopping

Feyenoord Rotterdam – Excelsior Rotterdam (22.02.15)

An diesem Wochenende sollte es wieder einmal ins Land der Tulpen und Windräder gehen, wo man zusammen mit drei Kollegen zwei kurzweilige Tage verbringen sollte. Zudem wollte ich noch den hiesigen Länderpunkt einfahren, da mir dies beim letzten Besuch vorenthalten wurde. Und tatsächlich, dieses Mal klappte. Ursprünglich hatte ich mich für einen Abstecher nach Den Haag entschieden, vor Abreise sah ich jedoch, dass am Sonntag das Derby in Rotterdam steigen würde, und so entschied ich mich um. Insgesamt eigentlich einfacher gesagt als getan. Denn zumindest die Leute, die bereits einmal in den Niederlanden gewesen sind wissen, dass hier ohne Clubcard bei den attraktiveren Partie in den oberen Ligen eigentlich so ziemlich gar nichts geht. Dazu gehört auch das Rotterdamer Derby. Die erste Euphorie nachdem ich vom Spieltermin erfuhr legte sich darum also ziemlich schnell wieder, schätzte ich meine Chance bei einem solchen Spiel und so kurzfristig (zwei Tage vor der Partie) doch als recht klein ein, überhaupt an eine der begehrten Einlassberechtigungen zu gelangen. Doch für einmal wurde ich positiv überrascht! Ein paar Restkarten waren tatsächlich noch vorhanden und konnten sogar noch für einen anständigen Preis und ohne Clubcard ergattert werden.

Somit ging es also frohen Mutes per Flugzeug ab Zürich gen Holland zu. Am Samstag verbrachte man den ganzen Tag in Amsterdam und tat unter anderem auch die Sachen, die man normalerweise in Holland tut. 😉

Ich machte noch einen kurzen Abstecher zu den Amateuren von Ajax, doch das Spiel im Sportpark De Toekomst (Sportpark der Zukunft) wurde abgesagt, da der Rasen relativ stark unter den Regenschauern gelitten hatte. Also ging es nach einem Foto wieder zurück in die Innenstadt, wo da weitergemacht wurde, wo vorhin aufgehört wurde. Am Abend war in der Innenstadt sowie in einigen Bars und Clubs viel los, sodass man erst früh morgens für ein paar Stunden den Weg in die Waagrechte fand.

Der nächste Tag stand dann aber im Zeichen des Sightseeings, da die Hälfte der Reisegruppe zum ersten Mal in den Niederlanden war. Aber auch mir gefallen die Grachten und die verschiedenen Winkel der Stadt auch beim zweiten Besuch noch immer und am heutigen Tag spielte nun auch das Wetter voll mit. (Am Vortag hatte es sogar geschneit. Und nein, wir waren nicht auf Pilzchen!) Am Nachmittag verabschiedete ich mich dann von unserer Vierergruppe, um per Zug nach Rotterdam zu gelangen. Nicht nur um Fussball zu schauen braucht man in Holland eine Karte, nein, auch wer Zug fahren will darf sich für einige Euro erstmal eine aufladbare Karte ausstellen lassen. So auch ich, da ich dummerweise die Karte vom letzten Besuch nicht mehr finde. Zur Vorsorge wurden mal 30 Euro draufgeladen, was für beide Wege reichen sollte, zumal es beim Rückweg ja nur zum auf dem Weg liegenden Flughafen ging. Warum ich das alles erzähle? Weil ich bei Hin- sowie auch der Rückfahrt nichts bezahlt habe. Die Bei der Fahrt nach Rotterdam hat der Kartenleser anscheinend meine Karte nicht angenommen, was mir aber erst nach der Ankunft in der Hafenstadt auffiel, als ich ungläubig auch den immer noch gleich hohen Saldo starrte. Glück gehabt.

Auch der Besuch in Rotterdam war keine Premiere, trotzdem gefällt mir die Stadt mit dem grössten Hafen Europas nach wie vor sehr gut. Seit dem letzten Besuch hatte sich denn auch einiges getan, so wurde zum Beispiel der moderne Bahnhof oder die multifunktionale Markthalle (unbedingt hineingehen!) fertiggestellt. Zu Fuss schlenderte man also durch die Stadt, ehe es dann langsam in Richtung Stadion ging. Dort war dann der Andrang grösser als erwartet und ich schaffte es trotz eigentlich genügend grossen Zeitpolster nur knapp rechtzeitig zum Anpfiff meinen Platz im All-Seater-Ground einzunehmen. Natürlich wurde im Stadion mehrheitlich gestanden, der Support der 45’500 Zuschauer war aber für ein Derby eher durchwachsen, jedoch mit gab es auch einige wenige gute Abschnitte.

Der Club aus der Hafenstadt ist ein absolutes Zuschauermagnet und kann fast in jedem Heimspiel auf die zahlreiche Unterstützung der Anhänger zählen. Was mir auffiel war, dass ein Grossteil der Zuschauer, nicht wie ich mir in Holland vorgestellt hatte, aus dem eigenen Lande kam, sondern vielmehr aus muslimischen Regionen der Welt stammten. Ob dies am Hafen liegt?

Das Spiel dann überraschenderweise recht offen, ja sogar mit Vorteilen für den Stadtrivalen von Feyenoord. Darum war die 0:1 Führung in der 7. Minute durch Tom van Weert absolut verdient. Ein Weckruf für den eigentlichen Favoriten? Im Gegenteil, nach einer halben Stunde (30.) war es erneut Tom van Weert, der seine Farben mit 0:2 in Führung schoss. Dies war dann auch gleichzeitig dass Pausenresultat im Stadion „De Kuip“, welcher mich an den Parc des Princes in der französischen Hauptstadt erinnert. Das kommt ja gut bei meinem ersten Spielbesuch in diesem Land, dachte ich mir. Es konnte also nur noch besser werden und für „Auferstehung“ der Hausherren legte ein Excelsior-Verteidiger den Grundstein, der nach einem dummen Foul kurz nach Wiederanpfiff mit Rot vom Platz flog. Das Ganze geschah im Gästestrafraum, sodass Colin Kazim-Richards zum Elfmeter anlaufen durfte und diesen dann auch mehr oder weniger souverän zum 1:2 Anschlusstreffer verwandelte. Die Höchststrafe also für die Gäste!

Das Tor in der 50. Minute hatte dann den Bann gebrochen und von nun an war Feyenoord, die spielbestimmende Einheit, welche vehement auf den Ausgleich drückten. Dieser wurde dann in der 77. Minute Tatsache, als Jens Toornstra vom vorherigen Torschützen assistiert zum 2:2 traf. Zwei Minuten später traf dann Lex Immers zum 3:2 Endstand für die Gastgeber, die es also schafften, dieses Rotterdamer Derby noch zu ihren Gunsten zu entscheiden. Aufgrund einer starken zweiten Halbzeit geht dieser Sieg in Ordnung, der sich nach dem Platzverweis kurz nach Wiederbeginn abgezeichnet hatte.

Für mich stand nach dem Schlusspfiff der kritischste Punkt der Reise an, denn ich musste es rechtzeitig auf meinen Flug zurück in die Heimat schaffen. Auf meinem Handy wurde mir ein Zug angezeigt, der mich in wenigen Minuten zum Bahnhof bringen sollten, zwei Polizisten verwehrten mir jedoch den Zutritt zum Bahnsteig, sodass ich auf das Tram ausweichen musste. Dieses benötigte genau eine Minute länger als erlaubt und ich sah den Zug zum Flughafen gerade vor meiner Nase abfahren. Ein nächster sollte in wenigen Minuten abfahren, jedoch war der Zutritt dort nur mit einer Reservation und einem gültigen Ticket gewährt, nicht aber mit meiner aufladbaren Zugkarte. Na toll! Der Zugführer liess mich dann aber nach einer kurzen Situationserörterung meinerseits aber trotzdem mitfahren und als ich bereits mein Portmonee zücken wollte, schüttelte er nur den Kopf und schmunzelte. Wie nett diese Holländer! Somit also zweimal umsonst gefahren.

Am Flughafen also keinen Stress gehabt und zu allem Überfluss hatte der Flieger noch knapp eine Stunde Verspätung, ehe unser wiedervereinigtes Reisequartett zu später Stunde wieder in der Heimat landete.

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22. Februar 2015