Groundhopping

FSV Mainz 05 – Borussia Mönchengladbach (07.03.15)

Von Wiesbaden aus erreicht man Mainz in einer guten Viertelstunde und trotzdem tickte die Zeit langsam gegen uns, zum Glück waren aber am Bahnhof etliche Sonderbusse bereit zur Abfahrt womit man wieder einigermassen im Zeitplan war. Quer durch Stadt wurde man gefahren und dann irgendwo mitten auf einem Feld angestiftet auszusteigen. Schlepper unterwegs in Mainz? Von wegen! Die moderne Arena wurde „nur“ einfach wie ein UFO irgendwo ins Nirgendwo gepflastert. Grund dafür wird wohl der sein, dass man so den Pöbel von der ansonsten bereits kargen Stadt fernhalten kann. Von der Ausstiegsstelle war es aber immer noch ein gutes Stückchen zu Fuss, um zur 34’000 Plätze fassenden Coface Arena zu gelangen. Immerhin sah man auf dem Stadionmarsch noch einen schönen Sonnenuntergang und am Waldrand noch der Hauptsitz des Zweiten Deutschen Fernsehens, besser bekannt als ZDF. Letzteres muss man definitiv einfach mal gesehen haben, ist ja nicht so wie mit den Sonnenuntergängen. 😉

Die nach einem französischen Kreditversicherer benannte Spielstätte ist erst seit knapp vier Jahren das Zuhause der Bruchweg-Elf und verfügt über eine Hintertorseite mit Stehplätzen für die Heimfans, einem grossen Gästebereich und eine zweigeteilte Gegentribüne, wobei bemerkenswert ist, dass die Anhänger auf dem unteren Teil ebendieser Tribüne über 90 Minuten stehen. Unsere Plätze für einmal wieder in einer Fankurve und zwar in der der Heimfans, wobei mein Kumpel eher den Gästen die Daumen drückte, während mir der Spielausgang relativ egal war. Und nochmal zu unseren Plätzen, ich kann die Wahl durchaus rechtfertigen. Bin definitiv kein Fan von Groundhoppern in den Fankurven aber ansonsten gab es über den Internetverkauf keine zwei Plätze mehr zu erstehen, denn das heutige Spiel gegen die heimstarken Gladbacher war mit 34’000 Zuschauern restlos ausverkauft.

Ich verstehe ja den Hype nicht ganz, der um diese Borussia gemacht wird. Klar haben sie eine treue Anhängerschaft, wenn man bedenkt, wie verhältnismässig klein Gladbach doch ist. „Sie seien sympathisch und nicht so arrogant wie die Bayern.“ Meiner Meinung sind sie aber fast wie die Bayern, einfach vielleicht die kleinere Variante davon. Die Art wie der Club funktioniert ist genau dieselbe und die Spieler, wie zum Beispiel André Hahn werden auch den unmittelbaren Konkurrenten weggekauft, einfach im kleinerer Manier als bei den Bayern. Aber von den Grundstruktur her, meiner Meinung nach, relativ das gleiche Konzept welches die Fohlen hier in jüngerer Vergangenheit verfolgen.

Auch der heutige Gastgeber ist nicht unbedingt mein Lieblingsverein, immerhin waren die Spiele der Mainzer, die ich im Stadion gesehen habe immer torreich und die 05-er holten jedes Mal einen Rückstand auf. Dies sollte auch heute der Fall sein. Nach einem Doppelschlag vom Ex-Zürcher Raffael in der 27. und der 67. Minute führte die Equipe von Schweizer-Trainer Lucien Favre plötzlich mit 0:2. Vor allem der zweite Treffer war wunderschön herausgespielt worden. Bei den Mainzern übt sich übrigens auch ein Schweizer an der Seitenlinie. Mit Martin Schmidt hat einer den Trainerposten übernommen, der die Mainzer U23-Mannschaft bereits einige Jahre lang erfolgreich coachte. Der dritte Schweizer an diesem Abend der auffiel war der Gästetorhüter in Person von Yann Sommer. Dieser sah sich in der 73. Minute mit einem Freistoss aus grosser Distanz konfrontiert, welchen Johannes Geis aber mit viel Effet trat und der Schweizer liess den Aufsetzer prompt zum 1:2 passieren. Somit kam Leben in die Bude und die Stimmung war nun richtig gut. Die Mainzer drückten auf den Ausgleich und in der 77. Minute wurde dieser dann endlich (aus Mainzer Sicht) Tatsache. Die Mainzer Lebensversicherung in Person des kleinen Japaners Shinji Okazaki köpfte zum 2:2 ein. Yann Sommer sah erneut nicht sonderlich glücklich aus. Der Mythos der 05-er als Aufholmannschaft bei meinen Besuch bleibt also bestehen.

In der Folge hatten die Hausherren sogar noch die eine oder andere gute Chance zum Siegtreffer, es blieb aber beim Unentschieden. Ein insgesamt eher etwas bitterer Nachmittag für die knapp 5’000 mitgereisten Gästefans. Umso grösser natürlich die Freude beim heimischen Anhang, der nun relativ laut supportete. Vor der Spielwende war der Support allerdings höchstens durchschnittlich, abgesehen vom kopierten „YNWA“ zu Beginn der Partie. Nach dem letzten Pfiff des Tages ging es für uns per Bus zurück zum Bahnhof, wo Jens seine essenstechnische Bestimmung in Form des „Pizza Hut“ fand, ehe uns der Zug nach Frankfurt brachte. Mittlerweile zeigte die Uhr 22 Uhr. Für uns war aber noch nicht Schluss. Zuerst ging es im Hotelpool baden und dann gönnte man sich in der Sauna (mit Blick auf die Skyline) noch etwas Entspannung, ehe man in einer Bar den Abend ausklingen liess. Am nächsten Vormittag dann die zügige Heimfahrt nach dem Morgenessen, da nach einem gelungenen Ausflug zuhause noch einige Pendenzen auf mich warteten.

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7. März 2015