Groundhopping

Grasshoppers Zürich – YF Juventus Zürich (12.11.14)

Die meisten Spiele unter der Woche, die man sehen will, haben doch jeweils einen Haken. Entweder man findet keine Mitfahrer, kommt zu spät wieder nach Hause oder die Partie ist schlicht und einfach zu weit weg. Heute sollte aber einmal eine Ausnahme sein. Am Mittwochnachmittag hatte ich nämlich einen Termin in der Nähe von Zürich und das Ganze war ideal kombinierbar mit einem Testspiel auf dem GC-Campus in Niederhasli. Manchmal darf man eben auch mal Glück haben im Leben. Die Distanz zum Spiel also nicht zu gross, die späte Heimkehr auch kein Problem, da man am nächsten Tag frei hatte und mit Simon und Namensvetter Andrin wurden auch noch zwei Begleiter gefunden. Prima! Die Anreise geschah bei jedem der drei individuell und doch hatten wir etwas gemeinsam. Niemand schaffte es rechtzeitig zum Spielbeginn. Schuld waren wieder einmal unsere lieben Freunde von der SBB und ihre berühmt-berüchtigten „Stellwerkstörungen“.

Der Austragungsort der heutigen Partie ist nicht sehr einfach zu erreichen und auch darum verpassten ich und Andrin die ersten 10 Spielminuten. 2002 gebaut verfügt der Vereins-Campus über diverse Spielfelder (eines davon mit vierreihiger Tribüne) sowie einem Clubzentrum. Das heutige Testspiel gegen den Drittligisten, der übrigens ebenfalls aus Zürich stammt, sollte genutzt werden, um den Spielern Spielzeit zu geben, die nicht in einer der Nationalmannschaften aktiv sind.

Vor Ort waren an diesem Abend lediglich 348 Zuschauer, was sicherlich auch dem Wetter zu verdanken war. Starker Regenfall ist untertrieben. Das Spiel zu Beginn recht ausgeglichen und es waren die Hausherren, die in der 37. Minute nach einem Kullerball von Nassim Ben Khalifa glücklich mit 1:0 in Führung gingen. Ein Klassenunterschied war bis dahin auf der nassen Unterlage nicht zu sehen gewesen. Während der Pause fand dann auch noch der Dritte im Bunde zu uns. Der Arme musste gefühlte vierzig Mal auf Bus oder Bahn umsteigen, um schliesslich den Provinzbahnhof in Dielsdorf zu erreichen, von wo aus der Campus in einer knappen Viertelstunde zu Fuss erreichbar ist. Die Grasshoppers brachten in der Pause diverse neue Kräfte, unter anderem auch Freistossspezialist Caio, der in der 52. Minute zu einem Freistoss antreten durfte. Kurz vor Ausführung wurden dann noch Wetten abgeschlossen, ich glaubte an ein Tor, die anderen zwei Begleiter nicht. Aber natürlich hatte ich wieder einmal recht gehabt. Wie immer! 😉 Dieser Teufelskerl Caio zimmerte den Ball via Pfosten zum 2:0 ins Tor. Wer jetzt dachte die Sache wäre gelaufen, lag falsch. Juventus bäumte sich auf und kam in der 64. Minute zum verdienten 2:1 Anschlusstreffer durch Ardit Mamudi. In der Folge hatten sie sogar noch einen Pfostentreffer zu beklagen aber es wurde nichts mit dem Unentschieden. Ganz im Gegenteil, in der 81. Minute durfte sich Caio den Ball erneut für einen Freistoss zurechtlegen. Wieder tippte ich auf Tor, meine Kollegen dieses Mal jedoch auch. Und wieder hatte ich recht. Unglaublich! Caio zimmerte das Ding präzise zum 3:1 in den Winkel. Dabei blieb es. Danach ging es per Zug gemeinsam zurück in die Gallusstadt.

Und während ich jetzt so die letzten Zeilen des Beitrags zum gestrigen Ausflug niederschreibe, blicke ich auf mein Handy. Eine kurze Nachricht von einem Kumpel blinkt auf; mit einem kurzen Text und der Schlagzeile: „FIFA von Korruptionsvorwürfen in Bezug auf die WM-Vergaben an Russland und Katar freigesprochen“. Die richtig grossen Verbrecher tragen eben immer noch Anzug und Krawatte…

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12. November 2014