Groundhopping

Glentoran FC II – Carrick Rangers FC II (26.03.16)

In Belfast ist mit dem „Oval“ eine Baute zu finden, wie sie allen Fussballfans und vor allem auch Stadionfetischisten das Herz höher schlagen lässt. Im Jahre 1892 eingeweiht, ist es, mit einem kurzen Unterbruch aufgrund der Bombardierung während des zweiten Weltkrieges, seither die altehrwürdige Heimstätte für die Spiele von Glentoran. Da ein jeder Verband auf moderne und vor allem sichere Spielstätten drängt, scheinen die Tage vom Stadion aber bald schon gezählt. So wurde bei der Reise natürlich darauf geachtet, dass man am Samstag noch den Länderpunkt in Nordirland einfahren konnte, am liebsten mit einem Spiel von Glentoran. Ein Blick auf den Spielplan liess aber unschönes erahnen, da für die im Oval beheimatete Mannschaft ein Auswärtsspiel vorgesehen war. Bereits Alternativen durchgehend informierte mich Kollege Mirko, dass diverse Zweitmannschaften jeweils ebenfalls auf dem Hauptplatz ihre Spiele austragen. Und tatsächlich, meine Anfrage per Twitter, ob die oben genannte Partie denn tatsächlich im Oval angepfiffen werde, wurde positiv beantwortet.

Mit der einen Partie wollte ich mich aber nicht zufrieden geben und als wäre der berüchtigte Spielplangott auf Versöhnung aus, legte er das Heimspiel vom amtierenden Meister Crusaders idealerweise auf den Abend. Passend dazu wurde also für den Folgetag eine Flugverbindung von Belfast aus in die Schweiz gesucht und mit einem Schnapper von EasyJet (zwar nach Genf) auch gefunden. Der Transfer von Dublin nach Belfast gestaltete sich mit einer komfortablen Busfahrt über die Nacht hindurch für wenig Geld ebenfalls äusserst angenehm und dem Unternehmen „Länderpunkt 23“ stand somit nichts mehr im Wege.

Knapp vor sieben Uhr wurde unser Trio also am Samstagmorgen aus dem Bus geboten, wobei wir uns in einem Kaffeehaus nochmals etwas ausruhten und den Tag bis hin zum ersten Kick am Nachmittag planten. Glücklicherweise verfügt Belfast über derart wenig Sehenswertes, dass ein halber Tag mehr als ausreichte. Im Gegenteil, als man von der Stadt, in der damals das weltberühmte Passagierschiff mit dem klangvollen Namen „Titanic“ gebaut wurde, alles gesehen hatte, blieb sogar noch Zeit für ein kurzes Intermezzo in der Küstenstadt Bangor. Diese kommt bei den garstigen Wetterbedingungen allerdings ähnlich kühl und uninteressant daher. Zum Glück gibt es da Fussball. Per Taxi wurde die Spielstätte am Ostende der Stadt angesteuert und kostenfrei ging es in das weite Rund. Wow mit drei Ausrufezeichen!!! Zwar sieht das Stadion bei lediglich 30 Zuschauer nicht ganz so imposant aus wie beispielsweise bei einem Derby gegen Linfield, es bleibt aber definitiv als eine der schönsten bisher besuchten Spielstätten in Erinnerung. Das Spiel rückte somit quasi als Rahmenprogramm in den Hintergrund, wobei beim 1:2 die Gäste doch etwas glücklich als Sieger vom Platz gehen durften. Unter ihnen auch der Sohnemann unseres Sitznachbarns, welcher sich an uns wandte, als wir die Anfahrt zu den Crusaders diskutierten.

So nett wie er war, bot er uns kurzfristig an, bei ihm ins Auto zu steigen. Er sei Fan von Meister und wolle ebenfalls zum Spiel. Die Offerte nahmen wir drei also dankend an und während Petrus (typisch für die Insel) alle Schleusen öffnete, bretterten wir mit Fahrer Alan und dessen Frau Lauren bereits auf der Belfaster Autobahn in Richtung Seaview Stadium.

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26. März 2016