Die «Rauchbucht» Reykjavik überzeugt trotz kleiner Fläche mit lebendiger Kultur, farbigen Holzfassaden, Streetart und szenigen Boutiquen. Wer sich treiben lässt, passiert irgendwann die Backstuben von Braud oder Sandholt – die «Kanilsnudar» (Zimtschnecken) machen, wie man sie sonst nirgends bekommt. Dazu einen Flat White und Kunst in der Asmundarsalur oder Musik vom Vinyl-DJ vor dem Plattenladen Smekkleysa. Nebenan, im Bezirk Vesturbaer westlich der Stadtmitte Midborg, wirkt das Leben noch eine Stufe gelassener.
Hier hat auch KR Reykjavik sein Zuhause. Der Klub wurde 1899 gegründet, ist damit der älteste des Landes und Rekordmeister mit 27 Titeln. In Island sagt man übrigens lieber «Knattspyrna» als «Fotbolti». Letzteres ist die direkte Übersetzung von Fussball, während «Knattspyrna» wörtlich «Balltreten» bedeutet – ein bewusst geschaffenes Wort, um die isländische Sprache zu stärken. Die Farben von KR sind schwarz-weiss, angelehnt an Newcastle United, den englischen Meister im Gründungsjahr des isländischen Klubs.
Nur: Der letzte Titel liegt mittlerweile sechs Jahre zurück. Im Stadtduell gegen Breidablik sind die Gäste Favorit – rund 200 Fans begleiten sie. Trotz Rivalität bleibt es friedlich, alle sitzen auf derselben Tribüne im vollbesetzten Stadion. 3107 Zuschauer lautet die offizielle Zahl, was trotz des Gedränges ums Feld etwas hoch gegriffen scheint. Gespielt wird wie überall im Land auf Kunstrasen. Am Ende steht es 1:1 – ein ausgeglichenes Duell, das für den Gastgeber, derzeit in den hinteren Tabellenregionen unterwegs, als Achtungserfolg zählt.




















