Groundhopping

LASK Linz – Villacher SV (30.05.14)

Über die Auffahrt sollte es für ein paar Tage in die österreichische Hauptstadt gehen und so brach man am Donnerstag dann auch auf, um in Wien die gemietete Wohnung zu beziehen. Nach einiger Zeit Suche wurde diese dann schlussendlich auch gefunden und es blieben ein paar Stunden, bevor es auf nach Linz ging. In der drittgrössten Stadt Österreichs wollte man nämlich dem letzten Saisonspiel der Linzer beiwohnen. Als diesjähriger Meister steht für das Heimteam mit der kommenden Relegation, auf dem Weg zurück in den bezahlten Fussball, ziemlich viel auf dem Spiel, dementsprechend logisch, dass man sich da auf diese beiden entscheidenden Partien fokussiert. Trotzdem hofften wir, am Tag der Meisterfeier etwas Stimmung mitnehmen zu können. Denn der LASK gilt eigentlich als sicherer Wert, zumindest bevor man in der Saison 12/13 zwangsrelegiert wurde. Nun aber wird die Stadionkapazität von 20’500 so gut wie nie ausgeschöpft und es verirrten sich auch diesem Tage der Meisterfeier lediglich 1’750 Zuschauer auf den Gugl. Dies liegt übrigens klar unter dem Durchschnitt der bei knapp 2250 liegt, begünstigt jedoch vom Linzer Derby. Trotzdem etwas komisch diese Törtchen-Stadt.

Die Reise verlief indes nicht per Zug, sondern vielmehr per Auto, man nutzte die Plattform mitfahrgelegenheit.de und lernte trotz allem Pessimismus zuvor zweimal richtig nette Leute kennen und wesentlich billiger gings auch noch vonstatten! Das Ticket im Stadion mit 13 Euro für einen Studenten reiner Wucher, da tut auch die Tatsache nichts gegen, dass es sich hierbei um einen Sitzplatz handelt. (2 Tage später bekam man in Tschechiens höchster Spielklasse für den gleichen Preis 3 Tickets und jeweils eine Klobasa!)

Nun aber genug gemotzt denn schliesslich war man freiwillig hier. Das Spiel dann zu Beginn recht ausgeglichen, der Abstiegskandidat aus Villach wehrte sich nach Kräften und die Lösung für diese Ausgeglichenheit wurde schnell gefunden – Linz schonte tatsächlich fast die gesamte Stammelf für die zwei alles entscheidenden Spiele gegen Parndorf. Nach 20 Minuten war aber auch die Youngster-Truppe erstmals erfolgreich, als Florian Templ einen Foulpenalty sicher unten links zum 1:0 verwertete. Das Tor gab den Athletikern wohl Schub, denn eine Minute später (21.) stand es bereits 2:0. Florian Templ hatte noch nicht genug und nutzte den Kollektivschlaf der Gäste eiskalt zu seinem zweiten Treffer aus. Vor der Pause sorgte noch ein Lattenschuss der Hausherren für Raunen im Rund, es blieb jedoch beim 2-Tore-Vorsprung. Hiermit sind wir bei der Pause und somit beim Catering angelangt und da würden sich die Linzer in der kulinarischen Tabelle wohl ganz weit unten wieder finden, denn mit einem kalten Schnitzelbrot oder einem faden und wässrigen Würstchen holt man sich bei der extra aus der Schweiz angereisten Jury keine Gault-Millau-Punkte! (Da wären wir also wieder beim Gemotze)

Auch in Abschnitt zwei das gleiche Bild, die LASKer klar überlegen, kommen zu vielen Chancen und in der 57. Minute schlug es das 3. Mal (3:0) hinter Gästekeeper Koller ein, denn der Youngster Bojan Mustecic hatte getroffen. Für den sportlichen Schlusspunkt sorgte in der 80. Minute dann Attila Varga, der den Torwart umkurvte und zum klaren Schlussverdikt von 4:0 einschieben durfte. Die Villacher steigen somit in die Kärntner Liga ab.

Die Ambiente fehlte heute für eine stattliche Meistefeier und so ging es recht zügig wieder gen Wien zu, wo man dann auch um etwa 22 Uhr einfuhr. In Errinnerung bleibt ein Ground, der etwas dem Berliner Olympiastadion gleicht und wie sein grosses Pendant ebenfalls über eine Leichtathletikanlage verfügt. Da keine Gäste aus Villach angereist waren wurden diverse Sektoren geschlossen gehalten.

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30. Mai 2014