Groundhopping

Malaga CF – Valencia CF (17.02.18)

Einige Tage der Semesterferien nutzten Kommilitone Adrian und ich für einen Abstecher auf die Iberische Halbinsel. Dafür buchten wir bereits vor Jahreswechsel mehr oder weniger blind einen Hinflug nach Sevilla. Rund um das Hauptspiel zwischen Betis und Real Madrid sollte so eine kleine Tour entstehen. Dieses Vorhaben konnt soweit auch ganz gut umgesetzt werden. Lediglich die Ansetzung von Betis für Sonntag- und der vorgezogene Kick von Malaga am Samstagabend sorgten für drei zusätzliche Zugfahrten und einer Verlegung der „Basis“ an die Costa del Sol.

Über Cordoba erreichten wir am besagten Samstagnachmittag nach zwei Stunden Fahrt vorbei an endlosen Feldern mit Orangenbäumen die Stadt an der Mittelmeerküste. Während die Gegend bereits im Februar einen trockenen Eindruck macht, kann man sich nur ausmalen, wie es hier wohl im Hochsommer ausschaut. Das Thermometer stieg klar über die Marke der 20 Grad, was die Lust auf Fussball in Kombination mit Gerstensaft für uns als verregnetes Ostschweizer Duo gleich nochmals steigerte. Trotz verhältnismässig wenig Sehenswürdigkeiten zieht der Geburtsort von Pablo Picasso aufgrund seines milden Klimas im Sommer seit jeher die Touristenmassen an. Mitte Februar sind die meisten Gassen der 900‘000-Einwohner-Stadt allerdings kaum überlaufen. Wer sich einen Überblick über die verschiedenen Bauten mitsamt Stierkampfarena verschaffen will, dem sei ein halbstündiger Spaziergang auf den Berg Gibralfaro ans Herz gelegt. Mit anschliessendem Abstieg auf der Südseite fühlt man sich wie im Paradies.

Diese Slideshow erfordert aktiviertes JavaScript.

Nun zu den hilfreichen Informationen für Fussballfans. (Ich lese mich ja wie ein Reiseführer). Das „La Rosaleda“ erreicht der Stadiongänger am einfachsten, wenn er dem ausgetrockneten Flussbett der Guadalmedina in nördlicher Richtung folgt, bis sich einem die imposante Schüssel in den Weg stellt. Unsere preiswerten Karten für das Duell zwischen dem Letzten und dem Dritten in der Primera Divison führten uns nach einer laschen Einlasskontrolle auf einen mittigen Platz im Oberrang hinter dem Tor. Einige Blöcke linkerhand fanden sich bis zum Anpfiff knapp zweihundert Gäste aus Valencia ein, die das Spiel jedoch sitzend und schweigend verfolgten. So gross der Unterschied in der Tabelle, so klein war er auf dem Rasen. Im Gegenteil, die Hausherren dominierten gar das Geschehen. Schliesslich war es der ehemalige Xamaxien Ideye Brown, der die Bemühungen von Malaga in den verdienten Führungstreffer ummünzte. Damit stieg auch der Stimmungspegel im ästhetischen Stadion auf ein ansprechendes Niveau. Bezüglich Stimmung erwarte ich in Spanien ja grundsätzlich nie die Welt; hier wurde ich aber doch sehr positiv überrascht. Da dürfen sich die Jungs rund um die Frente Bokeron und die Fondo Sur doch einmal kräftig auf die Schulter klopfen, notabene bei dieser Tabellenlage! Mit den Paranoicos konnte zudem ein gepflegter Haufen an Freunden der dritten Halbzeit im Heimblock ausgemacht werden.

Durch die verdiente Führung des Aussenseiters entwickelte sich eine spannende Partie auf technisch hohem Niveau. Dies sahen auch die 21’134 Zuschauer so. Nicht selten ernteten die Akteure von den Leuten auf den Rängen, darunter einige Feriengäste, motivierenden Beifall. Adrian und ich fragten uns bereits, wieso eine Equipe mit derartig viel Spielwitz abgeschlagen am Tabellenende liegt, als uns der Grund dafür eindrücklich aufgezeigt wurde. Eine Unachtsamkeit bei einem Eckball brachte in den Schlussminuten nach einem Stellungsfehler den Ausgleich für den Favoriten. Doch für den MCF kam es gar noch schlimmer. In der Nachspielzeit wirbelte Valencia durch die überforderte Hintermannschaft des Gastgebers. Malaga wusste sich nur noch mit einem Foulspiel zu helfen. Der Preis dafür mit einer roten Karte sowie einem Strafstoss, der zum 1:2 Schlussstand führte, war extrem hoch. Doch besonders bitter dann die letzte Spielaktion, als in der 95. Minute der aufgerückte Heimkeeper einen Kopfball nur Zentimeter neben den Pfosten setzte. Während Malaga also äusserst unglücklich verlor, gewannen die Gallusstädter erstmals in Basel. Und da mir die Grün-Weissen doch einiges näher am Herz liegen als die sympathische Heimtruppe aus Andalusien, war dies ein rundum gelungener Ferieneinstieg.

Tags :
24. Februar 2018