Am Ursprung dieses Spielbesuchs steht ein kräftiger Windzug. Er hatte mir, auf dem Rücksitz eines Mofas sitzend, die Kappe vom Kopf geweht, weshalb Liston, mein «Orang Dalam» (Insider) in den Fankreisen von Sleman, kurzerhand kehrt machte. Als ich sie von der Strasse auflese und den Staub abklopfe, erblicke ich zwischen den Häusern einen Fussballplatz mit zwei Mannschaften darauf – eine seltene Chance auf eine Portion indonesischen Amateurfussballs, dessen Paarungen auf dieser Stufe im Internet jeweils nur schwer zu recherchieren sind.

Die Umstände sind günstig, das Testspiel hat eben erst begonnen. Liston verabschiedet sich, während ich spontan als einer der 20 Zuschauer dem Treiben beiwohne. Auf dem holprigen Platz stehen sich der Matahari FC und der Guyub Jaya FC gegenüber. Die Gastgeber tragen den Namen der grössten indonesischen Warenhauskette und wurden von einstigen Mitarbeitern gegründet. Der Name des Kaufhauses geht auf die niederländische Tänzerin Mata Hari zurück, deren Name «Auge des Tages» bedeutet, was in der indonesischen Sprache für die Sonne steht. Mata Hari war in der Zeit vor und während des 1. Weltkriegs als exotische und exzentrische Künstlerin berühmt und wurde aufgrund ihrer Spionagetätigkeit für die Deutschen 1917 wegen Hochverrats hingerichtet.

Über die Gäste kann ich wesentlich weniger in Erfahrung bringen, ausser dass ihr Name übersetzt für «Erfolgreiche Gemeinschaft» steht. Dies spiegelt sich auf dem Lapangan (Feld) Kentungan – der indonesische Name für eine Schlitztrommel – in Condongcatur, einem Quartier im Norden von Jogjakarta, nur bedingt wider: Zwar geht Guyub Jaya in Führung, mit 3:1 Toren entscheidet Matahari die Partie am Ende aber doch verdient für sich.