Groundhopping

Odds BK – Sarpsborg 08 FF (14.08.16)

Am heutigen Tage sollte das letzte Stück unserer Reise innerhalb Norwegens anstehen. Wobei der Begriff «Rallye» das Ganze wohl passender beschreibt. Dies, weil ich meist auf dem Beifahrersitz an der Karte sass, während Flavio über die teils doch gewöhnungsbedürftigen Strassen bretterte. Von der Hauptstadt Oslo sollte es heute nämlich gespickt von Stopps in der Natur der Provinz Telemark zum abendlichen Spiel nach Skien gehen. Laut Google Maps sind dies rund zwei Stunden Fahrt, wobei wir unsere Route wie bereits erwähnt, ausbauten und somit beinahe den ganzen Tag abseits der Zivilisation verbrachten. Vor allem der Streckenabschnitt zwischen der Kommune Notodden, wo noch die Spielstätte kurz gespottet wurde, und Seljord sucht hier seinesgleichen. Pure Wildnis, Wälder und Seen soweit das Auge reicht. Dazu noch ein spontanes Bad in einem der frischen Bergseen. Absolut eindrücklich! Am wirksamsten verdeutlicht wird dies wohl durch die Bilder, welche wie jeweils immer am Beitragsende zu finden sind.

Gegen den späten Nachmittag erreichten wir die Stadt im Bezirk Grenland. Der fahrbare Untersatz konnte in direkter Stadionnähe geparkt werden und wenige Momente später hielten wir auch schon die Eintrittskarte für das abendliche Spiel in den Händen. Es blieb noch genügend Zeit für ein kurzes Stöbern im Fanshop (der Verein verfügt über ein richtig cooles Logo), ehe wir alsbald die Haupttribüne enterten. Diese ist zwar wie das ganze Stadion das Resultat eines Neubaus, jedoch eines solchen, der mir irgendwie gefällt. Neben den beiden doppelstöckigen Seitentribünen findet sich eine weitere zweistöckige Tribüne auf der Hintertorseite der Heimfans, sowie gegenüber davon eine kleinere Tribüne, die als Unterstand für die Anhängerschaft des jeweiligen Gästeteams fungiert. So prächtig die Natur, das Wetter und die Spielstätte, so wenig begeisternd war das Gezeigte auf der künstlichen Unterlage. Die 7’008 Zuschauer sahen ein eher chancenarmes und zerfahrenes Spiel, sodass bald schon das logische 0:0 als Resultat feststand. Aus Sarpsborg, einer Stadt im Südosten des Landes, waren gut dreissig Leute zugegen, die jedoch nicht gross in Erscheinung treten konnten. Ähnlich zeigte sich das Bild im Heimsektor des ältesten Verein des Landes, wo zwar etwas mehr Fans hinter einigen Zaunfahnen standen, die Stimmung muss aber auch hier als eher mau bezeichnet werden. Immerhin bleibt mir der Anhang von Odd durch eine gelungene Choreografie positiv in Erinnerung. Im Europa-League-Spiel gegen Dortmund zeigten die Norweger zum Intro nämlich ein Bild der Europakarte in schwarz-weiss mit dem Spruchband: «This continent isn’t big enough for the both of us.»

Durch die Kombination der schläfrigen Nullnummer und der strengen Vortage, hatten wir Mühe die Augen auf dem Rückweg ins Nachtquartier in Drammen auch wirklich schön geöffnet zu halten. Schlussendlich klappte doch alles wie gewünscht und nach einem abendlichen Mahl wurde der direkte Weg ins Bett gewählt. Am Folgetag blieb noch Zeit der nahegelegenen Spielstätte von Strömsgodset, der Wiege von Talent Martin Ödegaard, einen Besuch abzustatten, ehe es in einer knappen Stunde zurück in die Hauptstadt Oslo ging. Hier blieb wiederum Zeit für Sightseeing; die entsprechenden Bilder finden sich der Ordnung halber jedoch im vorausgehenden Valerenga-Beitrag. Vor allem die Skisprungschanze Hollmenkollen vermochte uns zwei von seiner Grösse zu beeindrucken. Apropos beeindruckt. Man mag ja viel über die schwedische Frauenwelt berichten und auch ich war nun schon einige Male in Skandinavien zugegen, aber dieses Norwegen hat dann nochmals einen daraufgelegt. Respekt!

Am Abend folgte der Rückflug mit einem Nightstop in Amsterdam, welches wir für einen willkommenen Abstecher ins holländische Nachtleben nutzten. Was für ein geiler Trip! Und Norwegen war auch ganz okay. 😉

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22. September 2016