Groundhopping

OGC Nice – FC Lorient (23.01.16)

Am vorletzten Januarwochenende bot sich die Möglichkeit, ein letztes Mal vor der Rückkehr in die Ostschweiz den nahe gelegenen Franzosen einen Besuch abzustatten und damit zwei weitere EM-Stadien zu kreuzen. Also zu gewohnt wenig humaner Uhrzeit den Weg an den Genfer Flughafen in Angriff genommen, ehe man mit Sergio gegen acht Uhr an der Côte d’Azur wieder festen Boden unter den Füssen hatte. Aber nicht nur das, nein, auch die Temperaturen präsentierten sich um einiges angenehmer als noch in den heimischen Breitengraden. So konnte tagsüber mitunter in der Stadt sowie auch am Strand flaniert werden, ehe es gegen Abend hin per Bus bis zur Arena ging. Es gilt aber aufzupassen, denn diese liegt nämlich nicht wie das schöne alte Stade du Ray mitten im Stadtzentrum, sondern satte zwanzig Kilometer ausserhalb von Nizza.

Grund dafür ist natürlich die nahegelegene Autobahn und das kleinere Verkehrschaos im Hinblick auf die Europameisterschaft. Für Normalbürger und Touristen wie wir gibt es nur zwei spezielle Shuttlebusse, die den Weg zum Stadion finden. Wer diese verpasst, der hat Pech gehabt. Wir waren aber rechtzeitig an der Haltestelle und damit auch bei Stadion, wo man günstig zwei Karten für die Hintertortribüne reserviert hatte.

Mittlerweile war es kalt geworden, sodass wir zwei sehnlichst auf den Anpfiff warteten. Dieser kam und trotz der klaren Favoritenrolle für die Gastgeber war es Lorient, welches noch in der Anfangsphase des ersten Durchgangs die Führung erzielen konnte. Die wenig mitgereisten Fans der Nordfranzosen zogen vorerst blank, durften aber bald schon wieder ihre Pullover überziehen, denn unter der Leitung von Hatem Ben Arfa drehte die OGC das Spiel noch vor dem Seitenwechsel mit zwei Treffer. Der Tunesier scheint sich im Süden Frankreichs richtig wohl zu fühlen und zeigt dies auch durch starke Leistungen auf dem Platz.

Weniger stark präsentierte sich dann die Chancenauswertung im zweiten Durchgang, als Nizza beim Abschluss jeweils zu nonchalant ans Werke ging und es beim engen 2:1 für das Heimteam blieb. Auf den Rängen überzeugten die Fans von Nizza mit durchgängigen Support, etwas Pyro und Böller. Hat Spass gemacht; nur die mit 13’871 Zuschauer etwas magere Kulisse kann als kleiner Wermutstropfen angesehen werden. Aber ist anscheinend nicht immer Europameisterschaft hier in Südfrankreich.

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23. Januar 2016