Groundhopping

Olympique Lyon – SC Bastia (15.04.15)

Zum Auftakt ein paar freier Tage sollte es mit Kumpel Cedric in die französische Grossstadt Lyon gehen, da sich ein Besuch im Stade de Gerland ja langsam aufdrängt, da OL nur noch einige wenige Spiele dort austrägt, ehe man ins neue Stadion wechselt. Dieses wurde wie so oft im Zuge der Europameisterschaft von 2016 in Auftrag gegeben. Während ich am Abend zuvor noch in Romont weilte, machte sich Cedric bereits auf in die Westschweiz, wo er kurz vor Mitternacht eintraf. Ein paar Stunden geschlafen, ehe es zeitig in Richtung Lyon ging. Mit einem Umstieg in Genf erreichte man die Hauptstadt des Departements „Rhône-Alpes“ in etwas weniger als drei Stunden und ohne grosse Probleme, da sich der Menschenauflauf aufgrund des Wochentages relativ in Grenzen hielt. Am Bahnhof angekommen schnell das Gepäck im modernen und nahegelegenen Hotelzimmer verstaut, ehe es in die Stadt ging. Das Hotel übrigens wieder einmal kostenlos, da ich mittlerweile bei meiner vierten Gratis-Übernachtung angelangt bin. Auch heute wieder strahlend blauer Himmel und Temperaturen um die 30 Grad. So kann es weitergehen. Richtiges Fussballwetter eben!

Bevor es aber zum Stadion ging blieb aber noch mehr als genug Zeit die Stadt zu erkunden, da Cedric selber noch nie hier zu Gast war. So zeigte man ihm neben dem grossen Shoppingcenter auch die Innenstadt sowie die schöne „Basilique de Fourvière“, von wo aus man eine prächtige Sicht über die ganze Stadt hat. Mit der Zeit machte einem die ganze Lauferei in der Hitze zu schaffen und so setzte man sich am späten Nachmittag in ein nettes Bistro, ehe man nach einem kühlen Bier auch schon die Metro in Richtung Spielstätte bestieg. Anpfiff war mit 18:30 Uhr für einen Wochentag eine relativ ungewohnte Anspielzeit, trotzdem war vor Ort schon recht viel los und ich musste mich durch die Menschenmenge drängeln, um mein hinterlegtes Ticket und den Essensbon abzuholen, was auch problemlos klappte. Bereits an den Schaltern wurde die Partie mit 36’549 Zuschauern als „ausverkauft“ gemeldet. Lediglich der Gästesektor blieb leer, aber wer fliegt schon an einem Mittwoch von Korsika nach Lyon; daher verständlich. Eintrittspreis übrigens mehr als fair. 14 Euro, davon ging neun an die Karte für einen Platz in der Virage Sud und fünf Euro an einen Gutschein für ein Getränk nach Wahl sowie einem Hotdog. Da hab ich ja schon in der Schweiz bei Amateurvereinen mehr bezahlt.

Das alte Stadion ist bereits von Aussen ein Blickfang, mit seinen speziellen Eingangstoren, ehe auch die Tribünen selbst als nicht alltäglich taxiert werden können. Die Spielstätte besteht aus vier einzelnen zweistöckigen Tribünen, wobei die beiden Hintertortribünen im Oberrang jeweils pro Sektor wie eingeschnitten sind, was das Stade de Gerland so unverwechselbar macht.

Spiele vor ausverkauften Haus sind natürlich immer schön und zeigen, dass auch Frankreich durchaus sehr stimmungsvoll sein kann. Die Vorfreude bei den Anhängern auf das Derby natürlich riesig und mit verschiedenen Aktion wies man auf die wichtige Partie vom Wochenende hin. Spielerisch war das Ganze heute eine klare Sache, obwohl sich die Gastgeber mit dem Tore schiessen lange relativ schwer taten. Doch in der 77. Minute gelang es ihnen dann schliesslich, als Mohamed Yattara zum 1:0 für die Blau-Roten traf. Fünf Minuten vor Schluss (85.) doppelte dann kein anderer als Topscorer und Lyon-Identifikationsfigur Alexandre Lacazette mit dem 2:0 nach, was schlussendlich doch noch zu einem klaren Heimsieg führte. Der Support wurde auf unserer Seite von drei Typen geleitet, von denen zumindest einer richtig wusste wie man die Anhänger anheizt. Ganz stark. Mit Fischerhut und mich etwas an Stefan Raab erinnernd feierte er richtig gut ab. Solche Leute braucht man! Auf der anderen Seite sorgten die Jungs rund um die bekannten „Bad Gones“ für stimmungsvolles Ambiente.

Lyon bleibt somit erster und einziger hartnäckiger Verfolger von PSG und hat weiterhin Chancen auf den Titel. Nach der Partie ging es für uns zusammen mit den Menschenmassen im Schritttempo zur U-Bahn und irgendwann erreichte man schliesslich wieder das Stadtzentrum, wo man den Abend mit einer hierlebenden Kollegin von Mitfahrer Cedric gemütlich ausklingen liess. Am nächsten Tag dann das Wetter nicht mehr so gut, was uns aber nicht gross störte denn für uns ging es bereits wieder in die Heimat.

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15. April 2015