Roadtrip mit Fahrer Tito, Radhifan und Getek – wie im Oktober 2024 bin ich mit Leuten aus dem Kern der Brigata Curva Sud unterwegs. Unweit von damals, als wir Partien in Kudus, Pati und Tuban ansteuerten, geht es diesmal nach Jepara zum Aufsteiger aus der Stadt in der Provinz Zentraljava. Sie liegt an der Nordküste, nordöstlich von Semarang und unweit des Vulkans Muria und ist bekannt für ihre Teakholzschnitzkunst. «Jeporo», wie die Stadt auf Javanisch heisst, hat 85’000 Einwohner und verdankt ihre Bekanntheit primär dem Umstand als Geburtsort von Kartini, einer Pionierin der Frauenrechte und indonesischen Nationalheldin.

Am Stadion begrüsst uns das Broadcast-Team aus Sleman, darunter einige bekannte Gesichter, welche die Übertragung für den Streaminganbieter koordinieren. Meine Besatzung hätte damit dank einiger Akkreditierungen der Kollegen problemlos Zugang zum Spiel, entscheidet sich aber dennoch gegen einen Spielbesuch und überlässt mich den Händen der Fotografen des Curva Nord Syndicate, der heimischen Fanszene.

Ein Besuch hier war mir nicht nur wegen der Fanszene ein Anliegen gewesen, sondern auch aufgrund des Stadions, wenn auch dieses seit dem Aufstieg und der Renovation an Charme eingebüsst hat und nun optisch irgendwo zwischen jenen in Bali und Pescara liegt.

Mit einem von Sleman inspirierten Liedgut und einer allgemein gelungenen Nachahmung der Brigata Curva Sud wird die Fankurve Jeparas von einer ziemlichen Euphorie durch die erste Spielzeit im Oberhaus nach 11 Jahren getragen, auch wenn die Mannschaft sportlich um den Klassenerhalt kämpft. Mit Madura von der gleichnamigen Halbinsel ist ein unattraktiver Gegner zu Gast, dennoch sind in meinen Augen deutlich mehr als die offiziell angegebenen 4’758 Zuschauer vor Ort. Sie sehen eine solide erste Halbzeit des Gastgebers, der dank eines Eigentors den Abend mit einem 1:0 schliesslich gar siegreich zu gestalten vermag.