Der Übername macht Sinn. «Der Zylinder» ist wirklich vollends rund, eine wahre Schüssel. Verständlich also, warum sich diese Bezeichnung stärker etabliert hat als der offizielle Name der Heimstätte des Racing Club: Estadio Presidente Peron, benannt nach dem einstigen argentinischen Präsidenten Juan Peron. Die zweite Besonderheit des Stadions betrifft seine Lage: Nur gerade 300 Meter trennen es von der Spielstätte des Erzrivalen Independiente. So zählt das Derby von Avellaneda denn auch zu den weltweit bekannten Klassikern.
Ausgesprochen wird Avellaneda übrigens «Aveschaneda». In der argentinischen Variante des Spanischen wird das Doppel-L als «sch» ausgesprochen. So heissen die Armenviertel «Villas Miserias» hier eben auch «Wischas Miserias». Avellaneda hingegen ist keine arme Gegend, sondern bekannt als Handels- und Industriestandort. Die Stadt ist eigenständig und liegt unmittelbar südlich der offiziellen Hauptstadtgrenze von Buenos Aires, wobei der Übergang längst nicht mehr zu erkennen ist.
Auch der Racing Club hat eine spannende Geschichte hinsichtlich seines Namens. Für den Vereinszusatz liessen sich die Mitglieder einst von einem französischen Magazin über den Rennsport inspirieren. Deutlich bekannter ist allerdings der Beiname «La Academia», wie Racing ebenfalls genannt wird. Grund dafür ist die renommierte Nachwuchsförderung des Klubs, aus der mit Diego Milito auch der heutige Präsident und ehemalige Profi hervorgegangen ist.
An diesem Abend tragen allerdings weder die talentierten Eigengewächse noch die passende Farbwahl, die an jene des argentinischen Nationalteams erinnert, zu einem erfolgreichen Verlauf bei. Auch der Anhang rund um die «Guardia Imperial» ist zwar sehr laut, verliert aufgrund der Weite des Stadions aber immer wieder den Rhythmus und landet nicht selten im ungewollten Kanon. So sehen 38’000 Zuschauer, wie der Gewinner der Copa Libertadores und des Weltpokals 1967 früh in Rückstand gerät und sich am Ende den Gästen aus Tigre mit 1:3 geschlagen geben muss.











