Groundhopping

Roda JC Kerkrade – FC Utrecht (28.01.16)

Nach dem wenig berauschenden Auftritt vom Vorabend war man heute in jeder Hinsicht auf Besserung aus. Und diese Besserung sollte in südlichsten Teil des Landes am Rande des Städtchens Kerkrade erfolgen, welches unweit der deutschen Grenze liegt. Dies rief natürlich die Idee auf den Plan, mal wieder den Kollegen Mirko zu treffen. Für diesen wäre es aus seiner Heimat Aachen ein leichtes gewesen, sich für einen Besuch mit Freunden bei Freunden kurz in die Kutsche zu setzen. Aber eben, wäre. Der Herr war sich nämlich zu gut, und so verpasste er halt die Möglichkeit meine Herrlichkeit einmal mehr anzutreffen. Da sollten gewisse Leute dieser Prädestinierung wirklich etwas mehr Wertschätzung entgegenbringen. 😉

Wir hatten unser nächtliches Domizil in der Stadt Maastricht gewählt, welches schön mittig zwischen dem heutigen Austragungsort und der morgigen Destination im belgischen Flandern liegt. Gerade etwa um die Mittagszeit erreichte man Maastricht, nachdem unser Duo vorher noch durch den Bahnhof Venlo gefahren war und damit den Ort durchquerte, aus dem der wohl schlechteste Transfer der St. Galler Clubgeschichte stammt. Sandro Calabro ist der Name des talentfreien Dilletanten, der im Jahre 2010 in die Ostschweiz kam und dabei in 2 Jahren sage und schreibe zwei Tore als Stürmer machte, wobei er bei dem einen Treffer in Sion sogar noch angeschossen wurde. Aber die St. Galler Transferpolitik ist sowieso wieder eine Sache für sich.

Zurück zur der an der Maas gelegenen Universitätsstadt, welche sich im Gegensatz zu Arnhem bereits einiges einladender und freundlicher präsentiert. Neben einer durchaus annehmlichen Ladenpassage findet man hier auch die zweit meisten unter Denkmalschutz stehenden Bauten des Landes. Der lokale Fussballverein steht zurzeit im hinteren Mittelfeld der zweiten Liga und würde am nächsten Tag sogar ein Heimspiel austragen, da sich die Variante mit Sint-Truiden allerdings als interessanter herausstellte, bekam die MVV hiermit einen Korb verpasst.

Trotz unklarer Ticketsituation wurde am späten Donnerstagnachmittag dann schliesslich die verhältnismässig kurze Anreise mit Umstieg auf den Bus in Heerlen in Angriff genommen, ehe man mit gutem Zeitpolster bis hin zum Spielbeginn das Stadion erreichten. Dort fiel einem dann ein Stein vom Herz, als man trotz eigentlicher Clubkartenverpflichtung zwei Eintrittskarten für die Gegentribüne erwerben konnte. Freudig überrascht, wie schnell man diesem Problem Abhilfe geschafft hatte, begab man sich in die nächste nahe gelegene Bar und gönnte sich zu zweit einen äusserst kostenfreundlichen Biertower. 😉 Trotz den Umständen fand man sich rechtzeitig im Stadioninnern ein und verfolgte nun bei klirrender Kälte diesen Kick der ersten holländischen Spielklasse. In dieser hat Roda zurzeit einen ziemlich schweren Stand, während sich die Tabellenlage bei den Gästen doch etwas freundlicher präsentiert. Trotz allem fanden sich 13’605 Zuschauer im Innern der 20-er Schüssel ein, die durch ein späten Treffer eines Einwechselspielers zum Schlussresultat von 1:0 für ihr Kommen belohnt wurden.

Auf Seiten der Schwarz-Gelben gab es zwar durchgehenden, von der Lautstärke her aber recht mauen Support geboten, während die kleine Anzahl Gästefans insgesamt nur kurz durch simple Schlachtrufe in Erscheinung traten und daher ebenfalls eher enttäuschten.

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28. Januar 2016