Groundhopping

Ross County – Rangers FC (28.01.18)

Nachdem am Vortag im „Paradise“ die erste Hälfte der Koryphäen Schottlands begutachtet werden durfte, ging es heute im kleinen Städtchen Dingwall weiter. Hier hatte mit den Rangers nämlich der zweite grosse Club aus der Hauptstadt sein Auswärtsspiel auszutragen. Mit Ross County, das seinen Namen der gleichnamigen Region zu verdanken hat, spielt der nördlichste Proficlub des Vereinigten Königreichs die Rolle des Gastgebers. Mit dabei meine Wenigkeit, die nach erholsamer Nacht die halbstündige Fahrt von Inverness in nördliche Richtung auf sich nahm. Neben der unverkennbaren Landschaft fällt einem vor allem eine hohe Diversität an Tieren auf, die aus dem Zugfenster beobachtet werden können. Gänse, Hasen, Pferde, Kühe, Schafe und Hochlandrinder. Da zieht manche Kleintierhandlung im Direktduell den Kürzeren.

Am Zielort angekommen sogleich die Kapuze hochgezogen, um mich vor dem fiesen Wind zu schützen und den Weg zum Mitchell Hill in Angriff genommen. Dieser birgt nicht nur einen Wachturm und Friedhof, sondern weiter eine ideale Sicht auf den Meeresarm und das Umland. Auf dem Friedhof finden sich diverse Grabsteine in der Form eines Keltenkreuzes, wobei diese eher mit der historischen Geschichte als mit rechtem Gedankengut in Verbindung gebracht werden. Zurück im Talboden visierte ich den direkt am Ufer liegenden Victoria Park an, wo meine Karte bereitlag, die für einen mittigen Platz auf der Haupttribüne berechtigte. Von meiner Sitznachbarin erntete ich grosses Staunen (so habe ich es zumindest aufgefasst), als ich ihr auf die Frage, was ich denn hier genau mache, im Schnelldurchlauf von meinem Hobby erzählte.

Für die vom Abstieg bedrohten Hausherren ging es heute um wichtige Punkte, was auch das Publikum in den Highlands verstand und die Bude mit 6’541 Zuschauern bis auf den letzten Platz füllte. Fairerweise muss aber gesagt sein, dass knapp ein Drittel davon den Gästen die Daumen drückte. Untergebracht auf der neuen Hintertortribüne, sorgten die vielen Fans unter der Leitung der Union Bears doch teilweise für einen ansprechenden Lärmpegel. Die Ultragruppe ist das exakte Pendant zur Green Brigade vom Vortag. Auch meine Meinung dazu bleibt die selbe – England lass das Ultrà sein! Auf dem Rasen erarbeiteten sich die Rotblauen einen 1:2 Auswärtssieg, der durch einen verwandelten Penalty der Staggies in den Schlussminuten enger aussieht, als er war.

Für mich bedeutete der Schlusspfiff die Rückreise nach Inverness. An jenem Provinzflughafen passierte ich wenig später die einzige (!) Sicherheitsschleuse und landete eine gute Stunde später in London. Einen Schlafplatz bot mir Adam, ein Kumpel der am Londoner Kings College studiert, in seiner Wohnung an. Und während ich mich am Montagmorgen von Adam verabschiedete und die Londoner Bevölkerung wie Ameisen zur Arbeit strömte, lief ich durch einige mir bekannte Gassen und beobachtete das Treiben. Nach dem Mittag brachte mich die Maschine zurück in die Schweiz. Im Gegensatz zum Opi neben mir, der sich auf seinem iPad vergebens im Flugsimulator probierte, brachte unser Pilot die Maschine ohne Bruchlandung zu Boden. Damit gehört eine erste gelungene Reise im neuen Jahr bereits wieder der Vergangenheit an.

Tags :
5. Februar 2018