Groundhopping

SC Brühl – FC Sion II (17.05.14)

Was gibt es Schöneres auf der Welt, als einen Fussballverein im Quartier zu haben, der in der zweithöchsten Spielklasse des Landes dem runden Leder nachrennt? Leider habe ich dies erst viel zu spät richtig schätzen gelernt und ehe man sich versah, war der Sportclub Brühl wieder in die drittklassige Liga Promotion abgestiegen. Trotzdem geniesst das St. Pauli der Stadt St. Gallen bei mir weiterhin grosse Sympathie, schliesslich ist das Paul-Grüninger-Stadion fast schon zu meiner Wahlheimat geworden. Ob der Grund dafür die beste Stadionwurst der Schweiz ist oder das sympathische Clubumfeld der Kronen sei dahingestellt. Seit eh und je existiert dieser Traditionsclub im Osten der Stadt und zumindest in den letzten Jahren stand man stets im Schatten des „grossen Bruders“. In meinem Herzen haben beide Vereine ihren Platz gefunden, sowohl der SCB als auch der FC St. Gallen, aber dennoch herrscht eine gewisse Rivalität zwischen den beiden Clubs.

Die Heimat für den SCB bildet seit Urzeiten das Paul-Grüninger-Stadion, kurz PGS, welches seinen Namen dem St. Galler Polizisten und Ex-SC Brühl Spieler Paul Grüninger, der zu Nazizeiten etliche Juden vor der Deportation bewahrt hatte, zu verdanken hat. Mit ihm in den Reihen feierten die Grün-Weissen mit dem Gewinn der Meisterschaft im Jahre 1914/15 ihren (vorerst) grössten Erfolg. Das Stadion verfügt über eine grosse Tribüne mit Holzbänken, die das Kernstück der Anlage bildet, die für 4’200 Zuschauer Platz bietet. Neuere Erfolge waren wie bereits erwähnt der Aufstieg in die Challenge League im Jahre 2010. Durch den Abstieg des anderen Stadtvereins, kam es nach 40 Jahren wieder erstmals zu einem St. Galler Derby, welches der FC St. Gallen bei beiden Ausgaben jeweils mit 3:1 gewann.

Nun genug in vergangenen Tagen geschwelgt, es steht die 26. Runde in der 1. Liga Promotion an und die sieht das Gastspiel der zweiten Garde des FC Sion im Krontalquartier vor. Das Heimteam hat immer noch Chancen auf den 5. Tabellenplatz, was gleichbedeutend mit der direkten Cup-Qualifikation wäre.

Doch zumindest in der ersten Viertelstunde machen die Ostschweizer nicht sonderlich den Eindruck, sich der Ausgangslage bewusst zu sein und so dauerte es ganze 18 Minuten, ehe das Heimteam erstmal so etwas wie Torgefahr vor dem Walliser Gehäuse kreieren konnte, doch weitgehend zu harmlos. Für die Gäste bot sich in der 33. Minute eine erste Tormöglichkeit, aber auch hier blieb das Ganze ohne Auswirkungen auf das Resultat. Bis zur Pause blieb es dann aber beim torlosen Unentschieden und das Gezeigte war ziemliche Magerkost, da beide Mannschaften zuwenig kaltblütig zu Werke gingen. So hofften 650 Zuschauer auf eine spannendere 2. Halbzeit. Doch auch im zweiten Abschnitt brauchten die beiden Teams einige Minuten, um wieder ins Spiel zu finden und diesmal waren es die Gäste, die in der 61. Minute am Torwart scheiterten. In der 63. Minute machten sie es jedoch besser und gingen durch Daniel Follonier, der den Brühler Goalie umspielt und zum 0:1 einschieben konnte.

Der SC Brühl hatte in der Folge noch die eine oder andere Chancen zum Ausgleich gegen eine ziemlich labile Walliser Defensive, die Hausherren blieben aber heute insgesamt zu harmlos und verlieren darum auch folgerichtig mit 0:1. Doch wie der Groundhopper so schön sagt: Lieber ein schlechtes Spiel als gar kein Spiel! Nach dem Spiel ging es in wenigen Minuten per Velo nach Hause, wo bereits das Sofa mit dem Pokalknüller BVB – Bayern wartete.

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17. Mai 2014