Groundhopping

SC Düdingen – Yverdon Sport FC (06.11.15)

Was soll ich sagen? Wie so oft führte eine Verschiebung oben genannter Partie auf einen Wochentag dazu, dass ich heute überhaupt vor Ort sein sollte. Unweit der Kantonshauptstadt Fribourg (Freiburg) ist dieses Düdingen dann auch zu finden und vom lokalen Bahnhof sind es noch knapp zehn Minuten Fussmarsch bis hin zur Sportanlage Birchhölzli. Diese hört seit kurzer Zeit allerdings auf einen Sponsorennamen, der hier aber bewusst nicht wiedergegeben wird.

Kommerz im Grundsatz ersticken! Trotzdem muss man ohne Zweifel anerkennen, dass hier eine sehr nette Sportanlage erbaut wurde, dessen Kernstück eine moderne Tribüne mit integriertem VIP-Bereich (!) und einem äusserst modernen Clubrestaurant bildet. Auch nicht so ganz in die vierte Liga passte die stattliche Zahl von 500 Zuschauern, was ich für einen Freitagabend als doch sehr ansehnlich taxiere. Und dies obwohl Düdingen in den letzten sieben Spielen nur gerade zweimal als Sieger vom Platz ging. Beim Gegner aus Yverdon sieht es mit lediglich einem siegreichen Auftritt in den letzten sieben Meisterschaftspartien gar noch etwas düsterer aus.

Und zumindest für die Gäste sollte diese Misere auch am heutigen Abend kein Ende finden, denn Düdingen kam nach einigen Minute und einem flachgetretenen Freistoss via Innenpfosten zum 1:0. Der SCD, in der Schweiz vor allem für seine herausragende Jugendarbeit bekannt, legte sogleich bei der nächsten Gelegenheit mittels Standard den zweiten Treffer nach. Die obligate Meute an mitgereisten Yverdon-Supporter nun natürlich lautstark am Hadern, doch noch ehe ihre Rufe in der kalten Novembernacht verstummten, fasste sich ein Akteur der Gastgeber ein Herz und zog aus knapp 25 Metern ab. Sein Schussversuch wurde belohnt und nach einer Viertelstunde stand es bereits 3:0 für die Hausherren. Damit war die Messe also gelaufen, bevor sie richtig begonnen hatte. Zu einem weiteren Treffer kam es an diesem Abend nicht mehr, was auch dem Torwart von Düdingen zu verdanken war, der auf dem Kunstrasen einige grandiose Flugeinlagen zeigte.

Insgesamt ein interessanter Besuch beim, ich lehne mich jetzt soweit aus dem Fenster, modernsten und am professionellsten geführten Amateurverein der Schweiz. Sogar über eine moderne Website mit eigenem App verfügen sie hier. Einzig beim komischen Seislertütsch (Senslerdeutsch) und bei der ausgeschenkten Cardinal-Pfütze sehe ich noch allfälliges Verbesserungspotenzial. :-)

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6. November 2015