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SPAL Ferrara – Sampdoria Genoa (03.03.19)

Abgesehen vom temporären Konstrukt auf Sardinien von Cagliari Calcio kann ich mit dem Stadion in Ferrara erstmalig Italiens höchste Spielklasse komplettieren. Dies einer meiner ersten Gedanke beim Morgenessen in Florenz, ehe es in eineinhalb Fahrstunden in die östliche Po-Ebene nach Ferrara ging.

Hier empfing uns die Sonne zusammen mit milden Temperaturen und auch ein kostenloser Parkplatz in Stadionnähe war schnell gefunden. Zeit, um die überraschend ansehnliche Stadt auszukundschaften und den Magen zuerst mit Haselnusseis und anschliessend mit italienischen Spezialitäten zu füllen.

Der lokale Fussballverein SPAL spielt erst seit zwei Jahren in der „Serie A“ und steht abgekürzt für die lateinische Bezeichnung „Società Polisportiva Ars et Labor“. Rudimentär übersetzt heisst dies soviel wie „Polysportive Gesellschaft für Kunst und Arbeit“ wobei in der laufenden Saison weniger Kunst und mehr Arbeit gefragt ist, schliesslich befindet sich der heutige Gastgeber im Abstiegskampf. Die zweite Gemeinsamkeit zum gestrigen Besuch in Empoli bildet der Gästeblock, der wiederum bis auf den letzten Platz gefüllt war. Auch wenn sich im Repertoire von „Samp“ mittlerweile viel gedrucktes Material befindet, gehören die Fanutensilien der Hafenstädter rund um die wiederbelebten Ultras Tito meiner Meinung nach zu den schönsten, die unser südlicher Nachbar zu bieten hat.

Die eben angesprochenen Farben brachte Torgarant Fabio Quagliarella mit einem sehenswerten Doppelpack früh auf die Siegesstrasse. Der Routinier führt die Torschützenliste der laufenden Spielzeit damit überraschend vor Cristiano Ronaldo und Milan-Neuzugang Krzysztof Piatek an. Wie bereits in Empoli stellen die Akteure beider Mannschaften in der 13. Spielminute ihre Tätigkeit zu Ehren des ersten Todestages von Davide Astori für stehende Ovationen ein. 12’731 Zuschauer sehen im Anschluss einen Gastgeber, der ständig anrennt und dem kurz nach der Pause der verdiente Anschlusstreffer gelingt. Es folgte eine Unterbrechung, in welcher das Tor nach bangen Minuten mittels VAR wieder annulliert wird, nachdem die Mannschaften bereits zum Anspiel bereitstanden. Zu viel für die gut aufgelegte Heimkurve, die als klares Zeichen gegen den modernen Fussball sofort die Zaunfahnen abmontiert und geschlossen das Stadion verlässt.

Die Blucerchiati kontrollieren in der Folge das Spielgeschehen und lassen gleich mehrere hochkarätige Chancen zur Siegessicherung ungenutzt. Trotzdem gehen sie als Sieger vom Platz, denn der Anschlusstreffer zum 1:2 vom ehemaligen Bergamaschi Jasmin Kurtic in der fünften Minute der Nachspielzeit fällt zu spät. Ein Ende ist immer auch ein Anfang – so bedeutete der Schlusspfiff für uns den Startschuss zur sechsstündigen Heimfahrt in die Gallusstadt.

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28. März 2019