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VfB Stuttgart – FSV Mainz 05 (25.01.14)

Der Verein für Bewegungsspiele Stuttgart, kurz VfB Stuttgart, wurde im Jahre 1893 ins Leben gerufen. Im gleichen Jahr also wie der wohl erfolgreichste Schweizer Fussballclub aus Basel. Der VFB hat bereits erfolgreichere Jahre hinter sich, wie zum Beispiel das Jahr 2007, als man die Meisterschaft für sich entscheiden konnte. Im Moment läuft es dem Team aber überhaupt nicht. Nach einer enttäuschenden Hinrunde ist man nun auf Wiedergutmachung aus und die soll nun bereits beim Rückrundenstart zuhause gegen Mainz beginnen.

Rund 200 Kilometer südlich geniesse ich im Moment eine Woche Ferien. Fernab von all dem Schulstress haben ich und mein Kollege Luigi, das gesamte Andrin Unterwegs „Team“ also, beschlossen, dieses Ferienwochenende in der Hauptstadt vom Bundesland Baden-Württemberg zu verbringen. Unterkunft fanden wir bei einer Kollegin der Mutter von ihm, die ein bisschen ausserhalb von Stuttgart über ein ziemlich schönes Heim verfügt. Mit dem Zug ist Stuttgart relativ schnell und preiswert zu erreichen und so waren wir bereits ziemlich früh an jenem Samstagmorgen im Bahnhof von Stuttgart angekommen. Einer der berühmtesten Bahnhöfe würde ich sagen, berühmt durch die langen Unstimmigkeiten der verschiedenen Konfliktparteien zum Grossprojekt Stuttgart 21. Vor dem Spiel blieb uns noch mehr als genügend Zeit,  um ein wenig durch Stuttgart zu schlendern. Der Fakt, dass ich bereits einige Male in Stuttgart war, hat uns die Orientierung doch einiges erleichtert. Zu Mittag gegessen wurde in einer der diversen Einkaufsgalerien die man in Stuttgart findet.

Ein paar Zeigerumdrehungen später sassen wir dann nicht mehr am Tisch sondern in der Bahn, welche uns vorbei am Cannstatter Wasen zum Neckarstadion brachte. Die Mercedes Werke gegenüber vom Stadion waren schon von Weitem zu sehen. So ists auch nicht verwunderlich, dass das Stadion mit einem grossen Schriftzug „Mercedes-Benz Arena“ versehen ist. Eine pikante Zusatzinfo ist, dass das Stadion bereits einmal einige Jahre auf den Namen „Adolf-Hitler-Kampfbahn“ gehört hat. Diese Zeit ist nun jedoch glücklicherweise vorbei und wir bewegen uns hier in der Gegenwart. Und in eben dieser beginnt das Spiel in den nächsten Augenblicken und wir verfolgten das Ganze aus der ersten Reihe des Oberranges auf der Gegentribüne schön zentral zum Spielfeld.

Platz hatte es heute für alle genug, die sportliche Misere hat nun auch auf den Zuschauerauflauf Einfluss, denn mit 38´000 Zuschauern hat man hier am Neckar einen Saisonminusrekord zu verzeichnen. Pünktlich um 15.30 Uhr wurde das Spiel dann angepfiffen und in der Anfangsphase waren es vor allem die Hausherren, der Ausgangslage wohl bewusst, die Druck auf das Tor des FSV Mainz ausübten. So war die 1:0 Führung in der 11. Minute für den VFB durch Mohammed Abdellaoue verdient. Abdellaoue verwertete einen Abpraller bei Goalie Karius. In der Folge wurde dann der Gegner aus Mainz nach Startschwierigkeiten immer aktiver und kam zu einigen guten Chancen. Die beste konnte der Japaner Shinji Okazaki in der 38. Minute zum mittlerweilen verdienten 1:1 Ausgleich verwerten. Die Zuschauer, welche sich mit diesem einen Punkt nicht anfreunden konnten, zeigten dies mit Pfiffen bei Rückpassen jeweils. Allgemein hatte das Publikum extrem hohe Erwartungen an das Team, welches im Moment jedoch weit von der Meistermannschaft entfernt ist.

Auf unseren Pausentee musste dann verzichtet werden, man konnte nur mit Stadionkarte zahlen und für das Ganze war uns der Aufwand dann doch zu gross. Dem Problem bewusst, hat Stuttgart nun aber eine gute Konzeptänderung hin zur Saison 14/15 geplant, welche besagt, dass dann jeweils alle Karten als Zahlungsmittel angenommen werden. Der Verein hat nun also gemerkt, dass vermehrt auch Touristen den Weg ins Neckarstadion finden. In der 2. Halbzeit boten die beiden Teams dann alles andere als Powerfussball, was das Publikum prompt wieder mit Pfiffen, zum Grossteil gegen die eigene Mannschaft, quittierte. Stuttgart wirkte ziemlich ideenlos und Mainz stand in der Abwehr sehr sicher.

Kurz vor Schluss krönte Benedikt Saller einen (seltenen) Angriff der Mainzer mit dem 1:2 Treffer in der 87. Minute. Die Zuschauer verliessen nun fast schon fluchtartig das Stadion. Einzig den Gästefans war es zum Feiern zumute und das taten sie dann auch ausgelassen. Stuttgart mochte in der Folge nicht mehr zu reagieren und die Operation Aufholjagd geriet nun also schon frühestmöglich ins Stocken. Auch für uns hiess es Abschied nehmen von der Arena und der manchmal doch guten Stimmung, welche das Commando Cannstatt gemacht hat.

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25. Januar 2014